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Jumo Fuldaer Unternehmensgruppe investiert und bleibt weiter auf Erfolgskurs

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die Jumo-Unternehmensgruppe ist mit dem Abschluss ihres Geschäftsjahres 2014 zufrieden. Trotz großer Unsicherheiten auf den internationalen Märkten stieg der konsolidierte Umsatz der Fuldaer um 2,3 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um rund vier Prozent.

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Die geschäftsführenden Jumo-Gesellschafter Bernhard (rechts) und Michael (mitte) Juchheim und der Jumo-Branchenmanager Wasser/Abwasser Matthias Kremer (links) blicken auf ein befriedigendes Geschäftsjahr 2014 zurück.
Die geschäftsführenden Jumo-Gesellschafter Bernhard (rechts) und Michael (mitte) Juchheim und der Jumo-Branchenmanager Wasser/Abwasser Matthias Kremer (links) blicken auf ein befriedigendes Geschäftsjahr 2014 zurück.
(Bild: Jumo)

„Das letzte Geschäftsjahr hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Trotzdem konnten wir unseren Umsatz von 216 Mio. Euro im Jahr 2014 auf 221 Mio. Euro steigern. Seit 2010 ist unser Umsatz damit um 30 Prozent gewachsen“, erläutert Bernhard Juchheim, geschäftsführender Gesellschafter der Jumo-Unternehmensgruppe. Jumo Deutschland konnte den Vorjahresumsatz um 1,2 Prozent auf 163 Mio. Euro steigern, das Wachstum der Tochtergesellschaften betrug 6,3 Prozent.

Die Exportquote des Unternehmens blieb stabil bei 54 Prozent. Das sind rund zwei Prozent mehr als der Branchendurchschnitt in Deutschland. „Wir entwickeln am Standort Fulda High-Tech-Produkte, die weltweit erfolgreich sind. Gleichzeitig erschließen wir aus eigener Kraft immer neue Wachstumsmärkte der Zukunft“, bestätigt Michael Juchheim, der mit seinem Vater als geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen lenkt.

Jumo mit hohen Investitionen

Dank der soliden finanziellen Lage und der guten Liquidität konnten in Deutschland 2014 Investitionen in Höhe von 9,2 Mio. Euro getätigt werden, 1,9 Mio. entfielen davon auf Gebäude. Mehr als 600.000 Euro wurden allein in eine neue Photovoltaikanlage investiert, weitere 900.000 Euro in technische Ausstattungen wie eine Fräsmaschine oder in einen neuen Hämmerautomaten. „Die zunehmende Automatisierung erhält unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit“, bekräftigt Michael Juchheim.

Mehr Beschäftigte und Azubis

Die Jumo-Unternehmensgruppe beschäftigte Ende 2014 weltweit 2.225 Mitarbeiter, das waren vier Prozent oder 85 mehr als im Vorjahr. „Wir wachsen an allen Standorten, wobei natürlich in Deutschland und China die höchsten Zuwachsraten zu verzeichnen sind“, betont Bernhard Juchheim. Am Standort Fulda waren 1.312 Personen beschäftigt, davon 109 Auszubildende. In den Niederlassungen und Büros im Inland waren 41 Mitarbeiter angestellt, in den ausländischen Tochtergesellschaften 872.

Überdurchschnittlich hoch ist bei Jumo nach wie vor die Ausbildungsquote. So konnten im letzten Jahr 38 neue Auszubildende, BA-Studenten und Jahrespraktikanten eingestellt werden, sieben mehr als im Vorjahr.

Neues aus den Tochtergesellschaften

Jumo ist bereits seit Anfang 1990 in China aktiv, im Jahr 2000 wurde eine eigene Tochtergesellschaft gegründet.

Aufgrund der weiterhin positiven Prognosen wurde beschlossen, einen neuen Standort für die Tochtergesellschaft Jumo Automation Dalian Co. Ltd. zu erschließen. Im neuen Gebäude stehen 15.000 m2 Fläche für Produktion und Verwaltung zur Verfügung. Damit verdoppelt sich die bisherige Fläche nahezu. Der Firmenumzug wird im September 2015 abgeschlossen sein.

Im Herbst ist auch der Umzug der italienischen Tochtergesellschaft in neue Räumlichkeiten geplant.

Die Produktionsfläche der Tochtergesellschaft in Belgien verdoppelt sich durch einen Anbau. Das Investitionsvolumen beläuft sich hier auf rund eine Million Euro.

Perspektiven 2015

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist nach letzten Prognosen im Jahr 2014 um etwa 1,5 Prozent gewachsen. Die Prognosen für das Jahr 2015 sind aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten sehr verhalten und bewegen sich zwischen 1,1 und zwei Prozent. Die deutsche Elektroindustrie rechnet mit einer Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent. Die Jumo-Unternehmensgruppe hat sich klar zu einem überdurchschnittlichen Wachstum bekannt und plant im Jahr 2015 eine Umsatzsteigerung von sechs Prozent auf 235 Millionen Euro.

50 Mio. Euro für den Standort Deutschland

„Aufgrund hoher Arbeitskosten wird es immer schwieriger, am Standort Deutschland zu international wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren“, erläutert Michael Juchheim. Mit dem hochmodernen Werk, das bis zum Jahr 2017 im Industriegebiet Fulda West entstehen wird, stärkt Jumo deshalb langfristig den Standort und schafft die Voraussetzungen für weiteres Wachstum. „Die Einreichung des Bauantrags ist für Herbst 2015 geplant, der Spatenstich wird im Frühjahr 2016 stattfinden. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf 50 Mio. Euro“, so Michael Juchheim.

Ausbau des Branchenmanagements

Mit dem weiteren Ausbau des Branchenmanagements führt Jumo die interne Neuausrichtung fort. „Wir entwickeln uns mehr und mehr vom Komponenten- zum Systemanbieter. Dazu gehört auch die immer stärkere Fokussierung auf klar definierte Zielbranchen und deren Bedürfnisse“, erläutert Michael Juchheim. So gibt es seit Jahresanfang weitere Branchenmanager für die Bereiche Erneuerbare Energien, Safety, Wärmezähler und Wasser/Abwasser.

„Darüber hinaus haben wir unsere langjährige Projekterfahrung im Bereich der industriellen Mess-, Regel und Automatisierungstechnik im neuen Dienstleistungsangebot ‚Jumo Engineering‘ gebündelt“, fährt Michael Juchheim fort. Das Engineering-Team entwickelt maßgeschneiderte Applikationen für eine Vielzahl von Branchen.

Starkes Wachstum im Bereich Flüssigkeitsanalyse

Der Umsatz im Produktbereich Flüssigkeitsanalyse bei Jumo ist in den letzten vier Jahren um fast 30 Prozent gestiegen und liegt derzeit bei rund 16 Mio. Euro. „Hier werden zum Beispiel Sensoren und Analysegeräte gefertigt, die rund um den Globus im Bereich der Wasser- und Abwassertechnik zum Einsatz kommen“, erläutert Matthias Kremer, Jumo-Branchenmanager für den Bereich Wasser.

Vor wenigen Tagen wurde ein Kooperationsvertrag mit dem französischen VEOLIA-Konzern über die Lieferung von Jumo-Messtechnik abgeschlossen. „Die Listung in internationalen Ausschreibungen und die Zusammenarbeit mit einem solch großen Partner eröffnet für Jumo neue Wachstumschancen und neue Geschäftsfelder“, ergänzt Matthias Kremer.

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