Gefunkte Rollier-Messdaten

Funkübertragung aus Drehmaschinen

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Kalibrierstation

Bild 5: Kalibrierkurve: Rollierkraft vs. Zustellweg (Archiv: Vogel Business Media)

Die von dem Rollierwerkzeug gefunkten Messwerte sind noch keine Kraftwerte, sondern erst mal nur ein Maß für die ausgeübte Kraft. Kraftwerte erhält man nach einer Kalibration. Dazu wird ein Werkzeug langsam gegen einen Anschlag gefahren und dabei werden drei Messwerte aufgenommen: der Zustellweg, die Kraft auf den Anschlag (über eine Kraftmessdose) und die gefunkten Messwerte des Werkzeuges. Daraus ergibt sich eine Kalibrierkurve, bei der die Kraft über dem Zustellweg aufgetragen ist, wie Abb. 5 zeigt. Der Zustellweg ist wichtig für den Bediener der Drehmaschine, da er über den Zustellweg die Höhe der Rollierkraft einstellt.

Aus dem Wertepaar „Kraft auf Anschlag vs. Funkmesswerte“ ergibt sich eine weitere Kalibrierkurve, die für den IPC zur Messwertdarstellung wichtig ist. Da die gefunkten Messdaten einheitenfrei sind, dient diese Kalibrierkurve zur Umrechnung in Kraftdaten. Diese Kalibrationen müssen natürlich für jedes Werkzeug separat und in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Fazit

Durch die Funkübertragung der Rollierkraft-Messdaten aus einer widrigen Umgebung konnte erstmalig der Rollierprozess beobachtet und qualitativ sowie quantitativ bewertet werden. Damit sind nun Rückschlüsse auf den und Verbesserungen dieses Prozesses möglich. Auch mögliche Bedienerfehler beim Rüst- oder Einstellvorgang werden jetzt aufgedeckt. Insgesamt ist nun eine 100%-Kontrolle und Nachverfolgbarkeit dieses Prozesses möglich. Natürlich ist ein ähnlicher Funkeinsatz auch für gänzlich andere Anwendungen denkbar, bei denen Kabeldurchführungen ein Problem darstellen.

Dr. Helge Moritz, Vertriebs- und Marketingleiter, EHR

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