Alstom

GE und Siemens wetteifern um Alstoms Energiesparte

| Redakteur: Stéphane Itasse

Wer darf das Energiegeschäft von Alstom übernehmen? Der Wettstreit ist entbrannt.
Wer darf das Energiegeschäft von Alstom übernehmen? Der Wettstreit ist entbrannt. (Bild: Alstom)

Die französische Alstom S.A., Levallois-Perret, hat am Mittwoch bestätigt, vom US-Konzern General Electric (GE) ein bindendes Angebot zur Übernahme ihrer Energiesparte erhalten zu haben. Alstom würde sich demnach auf seine Aktivitäten im Schienentransport konzentrieren. Unterdessen hat auch Siemens beschlossen, Alstom ein Angebot zu unterbreiten.

Das Angebot von GE umfasst laut Alstom die Sektoren Thermal Power, Renewable Power und Grid, einschließlich zentraler Dienste. Mit 65.000 Mitarbeitern habe Alstom in diesen Bereichen im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von 14,8 Mrd. Euro erzielt. Der angebotene Kaufpreis von 12,35 Mrd. Euro entspreche dem 12,2-fachen EBIT der Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Alstom will sich auf Schienentransport konzentrieren

Sollte dieses Angebot angenommen und das Vorhaben abgeschlossen werden, will sich Alstom auf seine Transportaktivitäten konzentrieren. Der französische Konzern würde nach eigenen Angaben die Mittel aus dem Verkauf dazu nutzen, seine Transportaktivitäten zu verstärken, Schulden abzubauen und den Ertrag an seine Aktionäre zu verteilen.

Der Alstom-Verwaltungsrat hat angesichts der öffentlichen Diskussionen, die die GE-Offerte ausgelöst hat, beschlossen, ein unabhängiges Komitee unter der Leitung von Jean-Martin Folz einzurichten, um das Angebot bis Ende Mai genauer zu prüfen. Dabei sollen die Interessen sämtlicher Betroffener, einschließlich des französischen Staates, berücksichtigt werden.

Die Umsetzung des Angebotes unterliege noch den üblichen Genehmigungen und soll auch noch den Aktionären zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Großaktionär Bouyges, der einen Anteil von 29 Prozent an Alstom hält, habe sich dazu verpflichtet, seinen Anteil bis zu diesem Zeitpunkt zu halten und die Empfehlung des Alstom-Verwaltungsrates zu unterstützen.

Im Rahmen des GE-Angebots hat sich Alstom verpflichtet, keine Angebote von Dritten für seine Energiesparte einzuholen, wie es heißt. Allerdings habe sich der französische Konzern das Recht vorbehalten, auf unaufgeforderte Angebote für die gesamte Energiesparte einzugehen und mit seriösen Anwärtern in Gespräche einzutreten, die zu einem besseren Angebot für Alstom führen könnten. Sollte sich Alstom für einen anderen Bieter entscheiden, müsste das Unternehmen an GE eine Vertragsstrafe in Höhe von 1,5 Prozent des angebotenen Kaufpreises bezahlen.

Alstom prüft auch Angebot von Siemens

Vorstand und Aufsichtsrat von Siemens hatten zuvor beschlossen, Alstom ein Angebot zu unterbreiten, wie der Münchener Konzern am Dienstag mitteilte. Voraussetzung dafür sei, dass Alstom Siemens einen Zeitraum von vier Wochen mit Zugang zu Daten des Unternehmens und erforderlichen Managementinterviews einräume, damit Siemens eine angemessene Prüfung des Alstom-Geschäfts durchführen könne.

Der Alstom-Verwaltungsrat hat von der Interessenbekundung von Siemens Kenntnis genommen, wie es in der Mitteilung aus Levallois-Perret heißt. Siemens soll einen sachgerechten Zugang zu den Informationen erhalten, um gegebenenfalls ein bindendes Angebot abgeben zu können. Dieses Angebot soll gemäß den Interessen des Unternehmens und der übrigen Betroffenen geprüft werden.

Patrick Kron, Vorstandsvorsitzender von Alstom, begrüßte laut Mitteilung das Angebot von GE: „Die Aktivitäten im Energiebereichvon Alstom und GE ergänzen sich. Eine Vereinigung würde eine wettbewerbsfähigere Einheit schaffen, um die Bedürfnisse der Kunden besser befriedigen zu können. Die Mitarbeiter von Alstom würden sich einem globalen Unternehmen anschließen, das dafür anerkanntn ist, Talenten und technischer Innovation eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken, um die großen Kunden langfristig zu begleiten. Die ins Auge gefasst Operation würde es Alstom erlauben, sich auf seine Transportaktivitäten zu konzentrieren und sie, dank einer soliden Bilanz, weiterzuentwickeln, indem die Gelegenheiten genutzt werden, die der sehr dynamische Markt des Schienentransports bietet.“

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42670373 / Strategie & Unternehmensführung)