Industrie 4.0 Gemeinsame Standards und die Weltsprache der Produktion finden

Autor / Redakteur: Stefanie Michel / Sariana Kunze

Die vierte industrielle Revolution ist durch Vernetzung und das Internet geprägt. Bisher behindern aber noch fehlende Standards die Kommunikation. Doch die Wirtschaft arbeitet daran und demonstriert auf der Hannover Messe in Halle 8 anhand einer kompletten Produktionslinie, wie Industrie 4.0 funktioniert.

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Vor einem Jahr wurde die Plattform Indsutrie 4.0 gegründet: Dr. Klaus Mittelbach (ZVEI), Dr. Thomas Lindner (VDMA), Dr. Philipp Rösler, Bundesvorsitzender der FDP und Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Prof. Dieter Kempf (Bitkom) gaben den Startschuß.
Vor einem Jahr wurde die Plattform Indsutrie 4.0 gegründet: Dr. Klaus Mittelbach (ZVEI), Dr. Thomas Lindner (VDMA), Dr. Philipp Rösler, Bundesvorsitzender der FDP und Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Prof. Dieter Kempf (Bitkom) gaben den Startschuß.
(Bild: Deutsche Messe)

Nach einer Umfrage unter Geschäftsführern aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie Komponentenfertigern im Dezember 2013 kam die Fistec AG zu dem Schluß, dass sich die Unternehmen im Hinblick auf Industrie 4.0 noch in der Orientierungsphase befinden. Aktuell werde die Bedeutung von Industrie 4.0 als „moderat“ eingeschätzt, so die IT-Berater. In den nächsten fünf Jahren allerdings werde die Relevanz auf „hoch“ bis „sehr hoch“ steigen.

Die Umfrage bestätigt laut Fistec auch eine alte Vermutung: „Je einfacher das Produktspektrum, desto geringer die Relevanz des Themas für das Unternehmen.“ So gaben nur 25 Prozent der Komponentenfertiger an, Industrie 4.0 auf der Agenda zu haben, bei Maschinenbauern waren es 50, bei Anlagenbauern dagegen 100 Prozent. Neben dem Produktengineering sehen die befragten Unternehmen die Anbindung der Shopfloor-Ebene (vertikale Integration) als größtes Potenzial an. Hersteller tendieren dabei stärker zur Optimierung der Fertigung als zur Integration ihrer Lieferanten.

Große Bedeutung von Industrie 4.0 für die deutsche Industrie

Um das in der Hightech-Strategie der Bundesregierung festgelegte „Zukunftsprojekt Industrie 4.0“ weiterzuführen, wurde 2013 die Plattform Industrie 4.0 gegründet und auf der letzten Hannover Messe vorgestellt. Ziel der beteiligten Verbände Bitkom, VDMA und ZVEI ist es, Technologien, Standards, Geschäfts- und Organisationsmodelle zu entwickeln und umzusetzen. Industrie 4.0 hat nach Ansicht der Gründer eine herausragende Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. „Der industrielle Sektor steht vor einem massiven Umbruch, die nächste industrielle Revolution wird durch Vernetzung und das Internet geprägt sein“, erklärt Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf. IKT-, Automatisierungs- und Produktionstechnologien würden stärker miteinander verzahnt, klassische Branchengrenzen verschwinden, neue Kooperationsformen werden notwendig.

Drei öffentliche Arbeitsgruppen der Plattform Industrie 4.0 haben sich bereits etabliert: „Normen & Standards“, „Sicherheit“ sowie „Forschung & Innovation“. Über ihre ersten Erkenntnisse werden sie auf der Hannover Messe im Forum Industrial IT berichten, das die Plattform Industrie 4.0 gemeinsam mit dem VDMA und dem ZVEI organisiert. An den Spezial-Touren „Integrated Industry – Next Steps“, die zweimal täglich zu Messe-Highlights führen werden, ist die Plattform ebenfalls beteiligt.

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