Cisco-Umfrage zum digitalen Arbeiten

Gewünscht: flexible Arbeitsplätze

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Laut Cisco-Umfrage weckt der digitale Arbeitsplatz die Hoffnungen der Mitarbeiter. Diese brauchen allerdings Vorbilder beim Umgang mit digitalen Werkzeugen.
Laut Cisco-Umfrage weckt der digitale Arbeitsplatz die Hoffnungen der Mitarbeiter. Diese brauchen allerdings Vorbilder beim Umgang mit digitalen Werkzeugen. (Bild: Cisco)

Die Erwerbstätigen in Deutschland wünschen sich von der Arbeit der Zukunft vor allem eins: mehr Flexibilität. Sie sehen diese laut einer aktuellen Cisco-Umfrage auch als größten Vorteil des digitalen Arbeitsplatzes. Der Hälfte der Arbeitnehmer sei jedoch die Rolle digitaler Tools unklar.

Digitales Arbeiten – damit verbinden die Erwerbstätigen in Deutschland hauptsächlich flexibles Arbeiten. Der aktuellen Umfrage von Civey im Auftrag von Cisco zufolge nennen 45,2 Prozent der 2.500 Befragten dies als größten Wunsch an den digitalen Arbeitsplatz. Das papierlose Büro folge mit großem Abstand auf Platz zwei mit 13,4 Prozent.

Der Weg zum Wunschbild sei aber unklar: 43 Prozent der Erwerbstätigen sagen, sie haben kein Interesse an der Arbeit mit digitalen Tools für die virtuelle Zusammenarbeit. Rund sieben Prozent geben an, davon überhaupt noch nie gehört zu haben.

„Diese Ergebnisse zeigen: Vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nicht bewusst, dass der Weg zur Erfüllung ihres Wunsches auch über den Einsatz von Tools führt. Die Technologie ist eins der drei Erfolgskriterien, um Arbeit agiler und flexibler zu machen“, sagt Christian Korff, Vertriebsdirektor Öffentliche Hand bei Cisco. „Die beiden anderen stellen Vorbilder und Vertrauenskultur dar.“ Alle drei müssten zusammenspielen, um die Potenziale digitalen Arbeitens erfolgreich nutzbar zu machen.

Verbindung von Weg und Ziel ist unklar

Über die Altersgruppen und Geschlechter hinweg zeige sich: Der Wunsch nach Flexibilität dominiert. Jedoch bleibe der Anteil derjenigen, die nicht am Einsatz kollaborativer Tools interessiert sind, stets höher als derjenige der sehr aktiven Nutzer.

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„Diese eher abwartende Haltung ist sicher einer der Gründe, warum die Digitalisierung in Deutschland noch nicht das Tempo hat, das wir haben könnten und auch haben müssen. Das zeigt auch der Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) der EU-Kommission“, fährt Korff fort. Eine besondere Verantwortung für eine neue Digitalkultur käme den Führungskräften zu, sowohl dem Topmanagement als auch dem mittleren Management. Sie müssten sich nicht nur selbst einen Überblick über die Vorteile verschaffen und auch mit alten Gewohnheiten – etwa Vorurteilen gegenüber Homeoffice und standortübergreifenden Teams – brechen, um ihr Unternehmen durch digitales Arbeiten erfolgreicher zu machen. Sie müssten ihren Teams auch den Weg zu den Vorteilen der neuen Arbeitswelt konkret vermitteln und sie begleiten.

Vorbilder für den Weg zum digitalen Arbeitsplatz

Zwar sei unter Führungskräften der Einsatz digitaler Tools am weitesten verbreitet: 27,6 Prozent nutzen sie laut Umfrage sehr häufig, 16,3 Prozent verwenden sie, würden dies aber gern intensivieren. Doch auch hier sperre sich rund ein Drittel (33,7 %).

Es mangele offenbar an den Leitfiguren, die ihre Unternehmen und ihre Mitarbeiter ganz konkret durch den Wandel führen und begleiten. Hier sollten Unternehmen ansetzen: „Sie brauchen eine Unternehmenskultur, die stark auf Vertrauen und Eigenverantwortung setzt. Genau das können Manager vorleben: Verantwortung übernehmen und Vertrauen schenken. Auf dieser Basis können dann auch die nötigen Tools eingeführt werden, mit denen sich Homeoffice, freie Zeiteinteilung oder dezentrales Arbeiten umsetzen lassen“, erläutert Korff.

Die richtigen Tools machen Vorteile erlebbar

Zudem sollten sie Tools mit der richtigen Strategie einsetzen – und auswählen. Es gehe im ersten Schritt um intuitiv nutzbare Anwendungen, die schnell spürbare Verbesserungen bringen. Dazu gehörten Apps, über die Teams direkt zusammenarbeiten können, so wie sie es aus Tools kennen, die sie in ihrer Freizeit nutzen. Das bedeutet: sich im Projektteam über Chat abstimmen, gemeinsam Dateien nutzen, sich zu Videochats verabreden oder einfach telefonieren. Dies könne die Akzeptanz bei den Mitarbeitern vom Start weg erhöhen.

„Technologie verändert grundlegend, wie wir arbeiten“, sagt Korff. „Wir können effektiver, schneller und flexibler arbeiten – und dabei mehr Spaß haben. Dazu brauchen wir aber nicht nur die richtige Technologie, sondern auch eine Kultur von Vertrauen und Eigenverantwortung. Das muss das Management vorleben. Und es muss dafür die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeistern. Neue Tools sind nie ein Selbstläufer, aber bei Tools für die Zusammenarbeit sind die Vorteile schnell spürbar – weniger E-Mails, mehr Selbstbestimmtheit, weniger Zeitverlust. Im Schritt davor ist es wichtig, die eigene Kultur und das eigene Denken dafür zu öffnen. Wer darauf beharrt, dass vor Ort abgesessene Stunden wertvoller sind als effiziente, eigenverantwortlich erbrachte Arbeitsergebnisse, der zählt schon jetzt zu den Verlierern der digitalen Transformation.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal IP-Insider.de

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