SMM 2012 Gigantischer Schiffspropeller weist den Weg zur maritimen Weltleitmesse

Redakteur: Wolfgang Leppert

Beeindruckender Blickfang zur SMM 2012: Am 30. August wird auf dem Vorplatz der Hamburg Messe wieder ein riesiger Schiffspropeller aufgestellt – 9,3 m Durchmesser, fast 100 Tonnen schwer.

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Schiffspropeller zur SMM 2010
Schiffspropeller zur SMM 2010
(elektrotechnik)

Lieferant dieses fast schon traditionellen Messe-Wegweisers ist einer der weltweit führenden Hersteller von Schiffspropellern, die Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG). Erfahrungsgemäß wird der Propeller auch wieder eines der bevorzugten Fotomotive der mehr als 50.000 Fachbesucher sein, die zur 25. SMM vom 4. bis. 7. September erwartet werden.

Zur diesjährigen Veranstaltung stellt MMG einen sechsflügeligen Propeller mit 9,3 m Durchmesser und 97 Tonnen Fertiggewicht aus. Er ist für ein 9.400 TEU-Containerschiff vorgesehen. Die Antriebsleistung wird durch einen Dieselmotor mit einer Leistung von maximal 52.290 KW bei einer Drehzahl von 84 U/min erzeugt. „Der Propeller ist entscheidend, um möglichst viel der vom Hauptmotor des Schiffs erzeugten Energie in Antriebsenergie umzusetzen und die Verluste dabei gering zu halten“, so MMG-Geschäftsführer Manfred Urban. Der Messepropeller hat einen besonders großen Durchmesser. Damit und durch die spezielle Flügelgeometrie lassen sich Wirkungsgrad-Verbesserungen von drei bis vier Prozent erzielen – mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Betriebskosten des Schiffs und den CO2-Ausstoß. Gegenüber früheren Entwürfen bringt das Einsparungen von rund zehn Tonnen Treibstoff pro Tag. „Damit steht der Propeller geradezu beispielhaft für eines der Schwerpunktthemen der SMM: Ingenieurskunst zur Steigerung von Effizienz und Umweltverträglichkeit in der Schifffahrt“, erklärt Peter Bergleiter, Geschäftsbereichsleiter bei der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC).

Ruhiger Lauf schont Mensch und Material

Dazu passt ein weiteres Merkmal des Propellers: seine sehr guten Kavitationseigenschaften, die für Laufruhe und damit eine sehr geringe Vibrationsanregung des Schiffskörpers sorgen. „Dadurch konnte der werftseitige Aufwand in der Stahlstruktur ebenfalls signifikant begrenzt werden“, so MMG-Chef Urban. Das Mecklenburger Unternehmen bearbeitet verschiedene Forschungsthemen, um den Wirkungsgrad und andere wichtige Eigenschaften der Propeller weiter zu verbessern. Teilergebnisse davon seien auch in den Entwurf dieses Propellers eingeflossen. Die Herstellung des Propellers in der weltweit größten und modernsten Propellergießerei dauert rund vier Monate. Neben rund 100 Tonnen der hochwertigen Kupferlegierung, die bei 1160 °C geschmolzen und vergossen wird, sind dafür etwa 300 Tonnen Formsand erforderlich. „Es waren etwa 1200 Arbeitsstunden erforderlich, um den Propeller in seine endgültige Form zu bringen“, berichtet Urban.

Unmittelbar nach Messeende wird der Propeller nach China verschifft. Er ist für ein 9.400-TEU-Containerschiff bestimmt, das die Hamburger Reederei Bernhard Schulte bei Shanghai Jiangnan Changxing Heavy Industries in Auftrag gegeben hat. Der Frachter ist 286 Meter lang und 48,20 Meter breit und hat einen Tiefgang von 14,50 Metern. Das Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von 22,3 Knoten.

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