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Getriebebau Nord Global tätiger Antriebsspezialist mit hanseatischen Wurzeln

Redakteur: Jürgen Schreier

Getriebebau Nord mit Hauptsitz in Bargteheide bei Hamburg entwickelt, produziert und vertreibt mit heute über 2000 Mitarbeitern seit 1965 Antriebstechnik. Das Unternehmen zählt zu den weltweiten Branchenführern in der mechanischen und elektronischen Antriebstechnik. Im Geschäftsjahr 2006 liegt der Umsatz bei 250 Mio. Euro (2005: 220 Mio. Euro). Bei den Getrieben umfasst die Produktpalette der Stirnrad-, Flach-, Kegelrad-, Schnecken- und Planetengetriebe sowie der Getriebe mit Keilriemen- und Reibradverstellungen einen Drehmomentenbereich von 10 Nm bis 100000 Nm.

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Schon seit 1981 setzt Nord bei der Konstruktion von Antrieben – hier Stirnrad-, Flach-, Kegel- und Schneckengetriebe – auf Gehäuse aus einem ungeteilten Gussblock.
Schon seit 1981 setzt Nord bei der Konstruktion von Antrieben – hier Stirnrad-, Flach-, Kegel- und Schneckengetriebe – auf Gehäuse aus einem ungeteilten Gussblock.
( Archiv: Vogel Business Media )

Getriebebau Nord aus Bargteheide bei Hamburg zählt zu den weltweit führenden Herstellern mechanischer und elektronischer Antriebstechnik. Die Produktpalette des Unternehmens umfasst Frequenzumrichter und Servoregler, Elektromotoren vom IEC-Normmotor bis zum hochdynamischen Synchronservomotor und ein äußerst breites Sortiment an Stirnrad-, Flach-, Kegel-, Schnecken- und Planetengetrieben für Drehmomente bis 100 000 Nm. Bereits in der Entwicklung sind Ausführungen bis 200000 Nm. Das Spektrum der Motoren deckt einen Leistungsbereich von 0,12 bis 200 kW ab.

Neben Getrieben und Getriebemotoren bietet das Unternehmen vollintegrierte Lösungen, etwa den kostengünstigen Nord AC trio SK 300E, der Frequenzumrichter und Getriebemotor in einer kompakten Einheit zusammenfasst. Mit über 2000 Mitarbeitern weltweit liefert der Antriebsspezialist Anwendern zuverlässig und in kürzester Frist die gewünschte Lösung – vom kundenspezifischen Einzelantrieb bis zum Komplettpaket. Dank der flexiblen, modularen Konstruktionsweise vieler Systeme kann Nord sehr schnelle und komfortable Wege zum passenden Antrieb anbieten.

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Überall in der Nähe

Außer mehreren Fertigungsstätten in Norddeutschland unterhält Nord weltweit über 30 Montagezentren und Vertretungen in mehr als 60 Ländern. Das von der Inhaberfamilie geführte Unternehmen setzt auf eine bewährte Mischung aus Standorttreue und globaler Präsenz: Fertige Antriebe werden dort zusammengesetzt, wo sie benötigt werden, die Komponenten werden aber an etablierten europäischen Produktionsstandorten hergestellt. Zu einem Schwerpunkt der Aktivität hat sich für Nord in den letzten Jahren China entwickelt:

In Suzhou bei Shanghai gibt es mittlerweile ein Montagezentrum mit 20000 m² Fläche. Andere Werke oder Vertretungen wurden zuletzt in Russland, Indien und Polen eröffnet, gleichzeitig wurden aber auch bestehende Werke in Westeuropa erneuert oder erweitert. Neubauten an langjährigen Standorten wurden zunächst für die Motorenfertigung in Italien, dann für die Frequenzumrichterproduktion im niedersächsischen Aurich errichtet. Hinzu kam zudem noch ein großes Hochregallager am Stammsitz in Bargteheide.

Manche Idee aus Bargteheide wurde wegweisend für die gesamte Branche. Das Paradebeispiel ist das 1981 von Nord entwickelte Blockgehäuse-Prinzip, das alle Lagerstellen in einen nicht geteilten Gehäusegussblock integriert. Der Qualitätsvorteil: Bei Getriebemotoren, die in dieser Bauweise gefertigt werden, gibt es keine Dichtflächen mehr, die durch Drehmoment und Querkraft belastet werden könnten. Das bewährte Prinzip wurde bei Nord kontinuierlich weiterentwickelt. Mit der neuesten Generation solcher Systeme stellte Getriebebau Nord im vergangenen Jahr Antriebe vor, die deutlich leichter als ihre Vorgänger sind, jedoch sowohl effizienter montiert werden können als auch den Einbau größerer, stärkerer Lager erlauben. Sie lassen also höhere Quer- und Axialkräfte zu oder erreichen eine längere Lebensdauer.

Universeller Einsatz und hohe Effizienz

Antriebslösungen von Nord werden in nahezu allen Industriebranchen eingesetzt. Zu den Schwerpunkten zählen beispielsweise die Chemie- und Nahrungsmittelindustrie, die Automobilfertigung und die Textilbranche ebenso wie Maschinen und Anlagen in der Fördertechnik, in Druckereien, in der Holzverarbeitung und in vielen anderen Industriezweigen. Dank der äußerst soliden Auslegung eignen sich Nord-Antriebe auch für den Dauereinsatz unter extremen, schwer berechenbaren und wechselnden Bedingungen.

Bereits seit 1995 bietet Nord zudem Systeme aus Motoren, Getrieben und intelligenter Elektronik an, deren Wirkungsgrad über den gesamten Antriebsstrang optimiert ist: Die Betriebskosten dieser Einheiten fallen um bis zu 40% geringer aus als die konventioneller Antriebe. Bessere Energieeffizienz erfordert einen höheren Materialeinsatz, beispielsweise einen höheren Kupferanteil sowie besondere Blechsorten im Stator eines Drehstrommotors.

Auch in der Elektronik stark

Solcher Mehraufwand amortisiert sich in der Regel jedoch schnell: Im Lebenszyklus fast aller Elektromotoren entspricht der Energieverbrauch rund 98% ihrer Gesamtbetriebskosten. Energieeffiziente Nord-Motoren erfüllen die europäische EFF1-Norm ebenso wie die nordamerikanischen Standards EPAct, NRCan und NEMA MG-1. Die Getriebe für Energiesparantriebe arbeiten durch eine optimierte Verzahnungsgeometrie sowie durch den Einsatz spezieller synthetischer Schmierstoffe besonders verschleiß- und wartungsarm.

Neben der außergewöhnlich breiten Palette an Getrieben und Getriebemotoren stellt Nord seit Jahrzehnten auch Antriebselektronik her. Mit den Baureihen vector mc, SK 300E, SK 5xxE und SK 7xxE hat das Unternehmen Umrichter-Lösungen für einen breiten Bereich an Motorleistungen und Anwendungsanforderungen im Programm. Zu den Standardfeatures aller SK-Systeme gehört die sensorlose Stromvektorregelung (ISD) ebenso wie die Ausstattung mit integriertem Brems-Chopper und Netzfilter. Aufsteckbare Module sorgen für flexible Einsatzmöglichkeiten. Hinzu kommen je nach Modell besondere Merkmale, vom On-Board-Controller zur Einbindung in CAN-Netzwerke bis zur automatischen Parameter-Identifikation zur Ermittlung der Daten eines angeschlossenen Motors.

Besonders das mittlere Umrichter-Segment hat Nord zuletzt stark ausgebaut und differenziert. Das neueste Modell, der SK 530E für einen Leistungsbereich von 0,25 bis 7,5 kW, ist mit der integrierten Positioniersteuerung Posicon ausgestattet, die es ermöglicht, bis zu 15 Positionen anzufahren. Zudem unterstützt der Antrieb durch eine integrierte FU-Funktion den „Sicheren Halt“ nach EN 954-1 Kategorie 3 (Stopp-Kategorie 0 und 1).

Mit neun parametrierbaren Steuereingängen, einem TTL-Drehgebereingang sowie einem CAN-Open-Interface lassen sich zahlreiche Anschlussoptionen realisieren. Bei sehr hohem Leistungsbedarf ist neben der SK 7xxE-Familie auch noch das volldigitale, feldorientierte Spitzenmodell NordAC SK 1000E erhältlich. Es erfüllt dank Abtastzeiten von bis zu 50 µs bei der Stromregelung und 100 µs bei der Drehzahl- und Lageregelung selbst höchste Dynamikanforderungen. Der intelligente vernetzte Regler übernimmt durch Technologiefunktionen wie unter anderem fliegende Säge, Kurvenscheibe oder elektronisches Getriebe antriebsnahe Steuerungsaufgaben vollständig mit.

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