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Interview mit Turck

Globale Strategie für alle Märkte

| Autor: Dipl. -Ing. Ines Stotz

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Christian Wolf, Geschäftsführer Hans Turck: „Wir setzen weiterhin auf regionale Nähe und weltweite Lösungskompetenz.“
Christian Wolf, Geschäftsführer Hans Turck: „Wir setzen weiterhin auf regionale Nähe und weltweite Lösungskompetenz.“
(Bild: Turck)

Herr Wolf, Turck erwirtschaftet einen großen Teil seines konsolidierten Umsatzes in Amerika. Warum funktioniert das für Sie so gut und seit wann sind Sie dort aktiv?

Einer der Gründe für unseren Erfolg in USA ist zweifellos unser früher Markteintritt: Turck ist seit 1975 in USA mit einer eigenen Landesgesellschaft vertreten. Heute sind wir dort in einigen Bereichen wie etwa der Anschlusstechnik und der induktiven Sensorik Marktführer – das gelingt nicht vielen deutschen Industrieunternehmen in den USA. Mit Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten in Minneapolis können wir die marktspezifische Besonderheiten schnell umsetzen und die Anforderungen unserer US-Kunden zeitnah auch mit individuellen Lösungen bedienen. Diese Flexibiltät, gepaart mit Zuverlässigkeit und hoher Produkt- und Fertigungsqualität, sind weitere Bausteine auf unserem erfolgreichen Weg in den Staaten.

Im letzten Jahr haben Sie Ihr ausgegebenes Wachstumsziel weltweit knapp übertroffen. Welchen Anteil hatte ihr größter Markt USA daran?

Wir hatten ein gutes Jahr 2015. Das konsolidierte Gruppenwachstum betrug gegenüber dem Vorjahr mehr als 14 Prozent. Allerdings hat der Wechselkurs zum US-Dollar immer einen großen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Währungskursbereinigt entspricht das Ergebnis aber immer noch einer Steigerung von über sechs Prozent, in den USA hatten wir 2015 unter diesem Blickwinkel ein eher flaches Jahr. Für diese Jahr erwarten wir ein Wachstum im mittleren eistelligen Bereich.

Die Hannover Messe steht in diesem Jahr im Zeichen Partnerland USA. Kann es dadurch einen Wachstumsschub geben?

Es ist natürlich von großer Bedeutung, wenn das weltweit wichtigste Automatisierungsland Partnerland der Hannover Messe ist. Das bietet viele Möglichkeiten des Austauschs und erlaubt beiderseits einen Blick über den Tellerrand. Ob das allerdings zwangsläufig zu einem einem Wachstumsschub führen wird, da bin ich eher skeptisch. Es wird aber sicherlich die Diskussion um das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP wieder anregen.

Welche Bedeutung hat TTIP in diesem Zusammenhang für ein KMU wie Turck? Was wünschen Sie sich von den Verhandlungen, die in der öffentlichen Debatte zunehmend auf Widerstand stößt? Stichworte Schiedsgerichte, Intransparenz, Machtzuwachs für internationale Konzerne unter dem Deckmantel des Freihandels.

TTIP bietet zweifellos Wachstumschancen für Europa und für die USA, wenn es ratifiziert wird. Freier Handelsverkehr ohne Beschränkungen und langwierige Zollverfahren regt immer die Wirtschaft an. Von daher begrüßen wir als Turck ein solches Abkommen ausdrücklich. Es gibt allerdings noch eine Reihe strittiger Punkte, auf die sich die Vertragspartner einigen müssen, um eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu erzielen.

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Über den Autor

Dipl. -Ing. Ines Stotz

Dipl. -Ing. Ines Stotz

Ist Chefredakteurin print/online bei elektrotechnik., elektrotechnik