Positionssensoren Großes Kino: Seilzuggeber sorgen für special Effects im Blockbuster

Ein Gastbeitrag von Michaela Wassenberg* und Ines Stotz

Seilzuggeber sind Komponenten, die nicht unbedingt bei einer Filmproduktion zu vermuten sind. Und doch werden sie für Spezialeffekte in Marvel & Warner-Brothers Blockbuster eingesetzt. Was diese mit phantastischen Tierwesen und dem mitternächtlichen Firmament zu tun haben, beschreibt dieser Beitrag.

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Filmdreh zu „Mord im Orientexpress“: Seilzuggeber-Anwendung von Siko
Filmdreh zu „Mord im Orientexpress“: Seilzuggeber-Anwendung von Siko
(Bild: Siko)

Eingesetzt werden Seilzuggeber des Herstellers von Sensoren und Positioniersystemen Siko von der britischen Firma Absolute MoCo, die hydraulische Studioumgebungen für Spezialeffekte in Filmproduktionen entwickelt und baut.

Gemeinsam mit seinem Partner David Watkins, Special Effects Supervisor bei Absolute Effects, wollte Andy Ryan in der Lage sein, Bewegungen bei den Spezialeffekten noch genauer und authentischer durchführen zu können. Für ihn waren die technischen Effekte in dieser Hinsicht in Großbritannien zu veraltet. Der Anspruch von Absolute MoCo ist es, Menschen in Filmszenen noch präziser und sicherer bewegen zu können.

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„Wir sind darauf spezialisiert, die Voraussetzungen für die Bewegungssteuerung bestimmter Bewegungsabläufe in Filmen, bei bewegten Basisplattformen und in Kulissen zu schaffen.“ Dabei fungieren sie als Verbindung von VFX (visual effects) zur physischen Welt und haben ein HMI- und Software-Paket für die Filmproduktion entwickelt. „Bei einigen Dreharbeiten verwenden wir nach wie vor Open-Loop-Systeme, aber hauptsächlich bevorzugen wir Systeme mit geschlossenem Regelkreis, um die Positionierung und Zuverlässigkeit zu gewährleisten, die bei der heutigen Filmproduktion entscheidend ist.“

Hier kommen die Absolutwertgeber von Siko in Spiel, die es ermöglichen, die Aufnahmen immer wieder zu wiederholen. Das bedeutet: „Wir können sicher arbeiten, sicher stoppen und zu jeder Zeit Positionen feststellen. Diese Technik hat die physische Seite der Special Effects auf ein neues Level katapultiert und wird mit der Zeit immer besser“, erklärt Andy Ryan.

Im Hydraulikzylinder integrierter Seilzuggeber

Insbesondere hydraulische Bewegungen sind eine Herausforderung, sollen sie natürlich wirken und physisch sicher ausgeführt werden. Eingesetzt werden dafür verschiedene Siko-Seilzuggeber zur Positionsfeststellung der Hydraulikzylinder. Sie sind für engste Räume geeignet und robust.

Der Seilzuggeber SGH10, der beispielsweise bei Szenen für den Warner-Brothers-Film „Grindelwalds Verbrechen“ aus der Phantastische-Tierwesen-Reihe genutzt wurde, verfügt über eine patentierte Besonderheit: Er ist direkt im Hydraulikzylinder integriert und misst unmittelbar die Position, also den Ausschub des Zylinders. Vorteile: Damit ist er vor äußeren Einflüssen geschützt. Zudem muss der Kolben nicht, wie bei alternativen Lösungen wie magnetostriktiven Sensoren nötig, hohlgebohrt werden, um den Seilzuggeber einzubinden. Ein solcher zusätzlicher Arbeitsschritt ist auch ein Kostenfaktor, der bei den integrierten Seilzuggebern entfällt.

Detektion von Position und Geschwindigkeit

Während einer Rettungsszene, bei der ein voll besetztes Boot bei hohem Wellengang authentisch hin- und hergeworfen wird, gab es drei Bewegungsachsen, die es mit der Hydraulik zu erfüllen galt (Trio-Motion-Technology), sowie als vierte eine Rotationsbewegung, die der integrierte Seilzuggeber ermöglichte. Andy Ryan: „So konnten wir über die visuellen Effekte in der Special-Effects-Plattform Maya eine Leitung herstellen und die Bewegung nach allen Seiten ausführen, um im Blickwinkel der Kamera zu sein.

Ein weiterer Vorzug des SGH10 zeigt sich bei dynamischen Anwendungen wie dieser, wenn mehrere Zylinder an der Plattform synchron zu verfahren sind: Neben der Position kann der Seilzuggeber auch die Geschwindigkeit messen, d. h. so können die Zylinder auch mit gleicher Geschwindigkeit ausfahren und parallel laufen.

Sichere Bewegungsabläufe

Bei den Spezialeffekten für den Film Midnight Sky war ebenfalls dieser Seilzuggeber im Einsatz. Im Kommunikationsraum des Raumschiffs musste Hauptfigur Sully auf einem Stuhl sowohl seitwärts als auch vertikal zu ihren diversen Kontrollknöpfen fahren. Der Stuhl befand sich auf einem Hydraulikzylinder mit dem SGH10-Messsystem, das Höhe und Verfahrgeschwindigkeit bestimmte. So war die Sicherheit der Schauspielerin gewährleistet und die Bewegung wirkte geschmeidig.

Da der Platz unterhalb des Stuhls im Bodenbereich sehr beengt war, überzeugte die im Zylinder integrierte Seilzugvariante erneut als beste Lösung. „Beengte Platzverhältnisse sind die Regel bei unseren Projekten“, bestätigt Andy Ryan, „sodass wir häufig auf die kompakten Seilzuggeber von Siko zurückgreifen. Zudem schätzt unser Team die Vielseitigkeit der Messungen, da sowohl lineare als auch Rotationsbewegungen detektiert werden können. Das ermöglicht ein breites Einsatzspektrum.“

Extern angebaute Seilzuggeber

Neben den im Zylinder integrierten Sensorvarianten bietet Siko auch extern angebaute Seilzuggeber, die Absolute MoCo in bestimmten Fällen ebenfalls nutzt, wie den SG10 und SG20 (maximale Messlänge: 2.000 mm). Wenn beispielsweise die Grundkonstruktion bereits steht, lassen sich die Seilzuggeber auch nachträglich einbinden. Auf diese Weise ist der konstruktive Aufwand wesentlich geringer.

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Für Andy Ryan ist bei komplizierteren hydraulischen Rampen auch der Austausch von Sensoren relevant: „Wenn ein mechanisches Problem auftritt und der Sensor womöglich ausfällt, ist es wesentlich einfacher, einen externen Seilzuggeber auszutauschen, als die gesamte Rampe auseinanderzubauen, um an einen im Zylinder integrierten Sensor heranzukommen. Die Zeitersparnis ist hier entscheidend.“

Einfache Integration der Seilzuggeber

Die Zylinder lässt das Team von Absolute MoCo von einem Zulieferer nach eigenen Spezifikationen und Designs – inklusive der Einbindung der Seilzuggeber – anfertigen. Oberste Prämisse ist die Sicherheit aller Funktionen. Die Einbindung sowohl der integrierten als auch der externen Seilzuggeber ist unkompliziert, was sich auch bei der Inbetriebnahme zeigte, so Andy Ryan: „Wir haben ein separates Bewegungskontrollsystem mit verschiedenen Schnittstellen und waren sehr zufrieden, dass auch mit unserem eigenen Anschluss der Seilzuggeber sofort betriebsbereit war. Einfach anschließen und starten. Auch die Manuals und Begleitdokumente von Siko sind sehr hilfreich.“

Aktuell arbeiten die Briten an einer Filmproduktion für die Marvel Studios. „Diesmal versuchen wir, Grenzen mit unseren hydraulischen Effekten zu verschieben“, betont Andy Ryan. Wieder mit dabei: die Seilzuggeber von Siko.

* Michaela Wassenberg, freie Journalistin

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