Suchen

Audit Haftstrafe für Energiesünder?

| Redakteur: Robert Weber

Kenia forciert die Energieeffizienz in der Industrie und droht Unternehmern und Auditoren mit drastischen Strafen. Noch fehlen aber genug Energieberater. Deutsche Experten helfen mit, ein Ausbildungsprogramm zu entwickeln.

Firmen zum Thema

Theorie und Praxis: Die Arbeitsgruppen mussten ihre Ergebnisse dem Plenum präsentieren und erhielten dadurch auch neue Denkansätze.
Theorie und Praxis: Die Arbeitsgruppen mussten ihre Ergebnisse dem Plenum präsentieren und erhielten dadurch auch neue Denkansätze.
(Bild: Energy Consulting)

Großgewachsene Beamte tragen am frühen Morgen zahlreiche Wäschekörbe voll mit Aktenordnern und beschlagnahmte Computer aus dem Firmengebäude. Sie haben direkt vor dem Verwaltungssitz geparkt, Streifenbeamte überwachen die Aktion. Auch vor dem Privathaus des Inhabers machten die Ermittler nicht halt. Der Unternehmer wird mit Handschellen in Begleitung seines herbeigeeilten Anwalts in ein beiges Zivilfahrzeug gesetzt. Die Nachbarn glotzen. Steuerfahndung? Nein, ein Energieeffizienzverbrechen wird dem Firmenlenker vorgeworfen. Eine hohe Geldstrafe oder sogar ein Gefängnisaufenthalt droht dem Mann jetzt. Quatsch, so etwas gibt es doch gar nicht, werden Sie jetzt sagen. Stimmt, nicht in Deutschland, aber in Kenia.

Die Regierung des ostafrikanischen Landes hat sich vor einigen Monaten ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Energieeffizienz der rund 3000 Unternehmen soll verbessert werden. Damit verbunden sind regelmäßige Energieaudits. Diese sollen von Auditoren durchgeführt werden, deren Qualifikationsanforderungen in der Verordnung genau beschrieben sind. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben der Verordnung drohen den Auditoren und den Unternehmern drastische Strafen. Allerdings: Kenia stand vor dem Problem, dass die damals vorhandenen 16 Auditoren innerhalb von zwei Jahren nicht etwa 3000 Unternehmen hätten prüfen können, so dass innerhalb kürzester Zeit etwa 300 Auditoren ausgebildet und lizenziert werden mussten. Ein Ausbildungsprogramm musste her.

Vier Allgäuer entwickelten das Ausbildungsprogramm mit

(ID:43150615)