Messe-Tipps Hannover Messe: Übersicht und Highlights

Redakteur: Katharina Juschkat

Auf den Hannover Messe Digital Days geht es dieses Jahr etwas anders zu als normalerweise. Wir geben einen Überblick, was Besucher erwartet und wo es sich vorbeizuschauen lohnt.

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Nicht vor Ort, nur digital: Was erwartet Besucher auf der diesjährigen Hannover Messe?
Nicht vor Ort, nur digital: Was erwartet Besucher auf der diesjährigen Hannover Messe?
(Bild: Deutsche Messe AG)

Vom 12. bis 16. April finden die Hannover Messe Digital Days statt. Was Besucher erwartet und welche Highlights gezeigt werden, fassen wir hier zusammen.

Hannover Messe Digital Edition: Wie man teilnimmt

Tickets können Sie mit unserem Einladungs-Link kostenlos erwerben – alternativ können Tickets für knapp 20 Euro gekauft werden.

Virtuelle Besucher können an verschiedenen Vorträgen teilnehmen, mit Anwendern, anderen Teilnehmern und Vortragenden ins Gespräch über Video-Call kommen und Produktvorstellungen verfolgen. Das Matchmaking hilft, interessante Kontakte zu knüpfen. Ein persönliches Dashboard zeigt zudem gespeicherte Favoriten, den eigenen Terminplaner, die Kontaktliste und persönliche Empfehlungen.

Im Ticket enthalten sind folgende Leistungen:

  • Produktvorstellungen per Livestream
  • Digitale Vorträge von Top Speakern und Partnern aus Industrie, Energie und Logistik
  • Awards & Preisverleihungen
  • Matchmaking findet passende Kontakte
  • Live-Chats: Mit Ausstellern, Sprechern und anderen Besuchern in Kontakt treten
  • Teilnahme am digitalen Women Power Kongress

Hannover Messe Guided Tours

Dieses Jahr gibt es die Guided Tours auch digital – In 45 Minuten bekommen die Teilnehmer einen schnellen Überblick über folgende Themen:

  • Industrie 4.0 & Industrial Internet
  • Technologies for the digitalization of production
  • Connected manufacturing - key to the IIoT

Dafür stellen Aussteller ihre neuen Produkte und Lösungen vor. Teilnehmende Aussteller sind Balluff, HCL Technologies, Service Now und die Software AG. Die Teilnahme an den Touren, die in englischer Sprache stattfinden, ist kostenlos. Anmelden kann man sich ab dem 31. März. Sie finden Dienstags bis Donnerstags um 13 Uhr statt.

Einige Programm-Highlights im Überblick

  • 12. April, 10.30 – 10.55: „Condition Monitoring as a Service“. In einem Vortrag zeigt Schaeffler die nächste Stufe des Condition Monitoring.
  • 12. April, 10.30 – 10.55: „AEM electrolysers: modular, scalable, on the way to super low-cost mass production“. Enapter zeigt in seiner Produktvorführung, wie mittels Additiver Fertigung die günstige Massenproduktion möglich wird.
  • 12. April, 11 - 11.25: „Der Mehrwert der additiven Fertigung für Produktionsmanager - von Tooling bis Robotics“. In der Keynote von BASF geht es um Use Cases aus verschiedenen AM-Technologien.
  • 12. April, 12.15 - 12.30: „Der erste Production-Level-4-Demonstrator der Welt“. Die Smart Factory KL zeigt in einer Live-Demonstation, wie der Production-Level-4-Demonstrator funktioniert.
  • 12. April, 14.30 – 14.55: „Bionik und Supramotion: Ein Blick in zukünftige Konzepte“. In einer Live-Demonstration zeigt Festo seine Konzepte zur Ausbildung und Produktion der Zukunft: Mit Supramotion, Supracube, Softhand, der Bionic Swift und der Bionic Swit4Education.
  • 13. April, 7 - 7.30: „So funktioniert der souveräne Datenaustausch zwischen Werkzeugmaschinen“. Die Fraunhofer Gesellschaft zeigt auf ihrer Guided Tour, wie über IDS-Connectoren sensible Produktdaten souverän mit Geschäftspartnern geteilt werden können.
  • 13. April, 10 - 10.25: „Hands on! Applikationsbeispiele aus der Additiven Fertigung: Induktoren, Kühler und vieles mehr“. In seinem Vortrag erläutert Phoenix Contact, welche Herausforderungen und Lösungen Kupferverarbeitung über 3D Druck mit sich bringt und zeigt dabei konkrete Applikationsbeispiele.

Neben Vorträgen stellen Unternehmen und Forschungsinstitute ihre neuesten Entwicklungen vor – wo es sich vorbeizuschauen lohnt, zeigen wir im Folgenden.

Leichtbau auf der Messe

Trumpf zeigt auf der Messe, wie mit Leichtbau das Fahrzeuggewicht bei geringen Kosten reduziert wird.
Trumpf zeigt auf der Messe, wie mit Leichtbau das Fahrzeuggewicht bei geringen Kosten reduziert wird.
(Bild: Trumpf)

Die Leichtbau-Aussteller des „Baden-Württemberg Pavillons“ zeigen auf der Messe, wie Unternehmen durch Leichtbau Ressourcen sparen können. Auf dem Pavillon vertretene Aussteller sind unter anderem: Trumpf Laser- und Systemtechnik, Güpo, Weippert Kunststofftechnik sowie Kenbun IT.

Trumpf stellt beispielsweise Karosserie-Leichtbau durch Lasertechnik für neue E-Karosseriekonzepte vor: Durch den Einsatz von leichten Materialien wie Aluminium bzw. pressgehärteten Komponenten wird das Fahrzeuggewicht bei geringen Kosten reduziert. Der Laser ist hier ein flexibles Werkzeug, das zusätzliche Einsparpotenziale bei Investitionen in Produktionsanlagen und während des laufenden Betriebes bietet.

Güpo zeigt wärmeleitfähige Füllstoffe für Thermoplaste, unter anderem für 3D-Filamente sowie Rohstoffe zum Herstellen von Kunststoffen mit keramischen Eigenschaften.

Was das KIT auf der Messe zeigt

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigt auf der Messe neue Forschungsthemen wie eine von Pflanzen inspirierte Antireflexfolie, ein flexibles Produktionssystem für individualisierte Produkte und einen digitalen Montageassistent, den kleinsten Transistor der Welt und klimaneutrale synthetische Kraftstoffe.

Zu sehen gibt es die Forschungshighlights an den virtuellen Ständen „Future Hub“ und „Energy Solutions“. Einen Überblick bieten die beiden Live-Streams am 13. April 2021 von 11:00 Uhr bis 11:25 Uhr zum „Future Hub“ und am 14. April von 10:30 Uhr bis 10:55 Uhr zu den „Energy Solutions“.

Beispiel bionische Oberflächen: Die Bionik imitiert die Natur und macht sie technisch nutzbar: Nach dem Vorbild des weißen Käfers Cyphochilus insulanus bildet ein nanostrukturierter Polymerfilm eine strahlend weiße Beschichtung für verschiedene Produkte. Ein von Wasserpflanzen inspirierter Nanopelz mit speziell angeordneten Strukturen auf einer Kunststofffolie trennt Öl und Wasser effektiv und macht es möglich, Ölteppiche auf Gewässern schnell und umweltverträglich zu beseitigen.

Smarte Lebensmittelproduktion mit Künstlicher Intelligenz

Mit smarten Datenpaketen können Lebensmittelhersteller klug planen und ihre Lebensmittel besser, günstiger und klimafreundlicher produzieren. Ein Forschungskonsortium um Prof. Wolfgang Maaß (Bild) entwickelt eine Datenplattform.
Mit smarten Datenpaketen können Lebensmittelhersteller klug planen und ihre Lebensmittel besser, günstiger und klimafreundlicher produzieren. Ein Forschungskonsortium um Prof. Wolfgang Maaß (Bild) entwickelt eine Datenplattform.
(Bild: Oliver Dietze)

Mit Daten und Künstlicher Intelligenz für mehr Durchblick bei der Lebensmittelproduktion schaffen: Wie wird die Ernte ausfallen, und wie hoch ist die Nachfrage? Ein Lebensmittelhersteller, der auf solche Fragen zuverlässige Antworten weiß, kann seine Produktion passgenau und weitsichtig planen. Wie Lebensmittelhersteller von diesen smarten Daten profitieren können, das zeigt auf der digitalen Hannover Messe ein von Wirtschaftsinformatiker Wolfgang Maaß an der Universität des Saarlandes und am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geleitetes Forschungskonsortium. In ihrem Projekt „Evarest“ machen die Forscherinnen und Forscher Daten zum sicheren Handelsgut – ohne, dass Know-how oder Geschäftsgeheimnisse verraten werden.

Bei der Produktion von Lebensmitteln fallen viele Daten an, die in der Regel ungenutzt bleiben. Das Projekt bringt auf einer Datenplattform diese Daten in Zusammenhang: Sie werden verknüpft, analysiert und ausgewertet und dienen so als Grundlage konkreter Handlungsempfehlungen für anstehende Entscheidungen. Gezieltes, vorausschauendes Produzieren kann nicht nur den Herstellern Geld sparen, sondern auch Umwelt und Klima schonen.

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