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Jahresbilanz

Harting meldet höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte

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In Digitalisierungsprojekte und Logistikzentrum in Deutschland investiert

Neben den Erweiterungen im Ausland investiert das Unternehmen auch an seinen Standorten im Kreis Minden-Lübbecke. „Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt rund 45 Mio. Euro investiert, einen Großteil für Projekte in Espelkamp und Rahden. Das ist ein klares Bekenntnis zur Region“, sagte Maresa Harting-Hertz, Vorstand Finanzen und Einkauf. So wurde die neue Geschäftszentrale der Harting Customised Solution (HCS) in Espelkamp eröffnet, das Harting Development Center (HDC) in Rahden bezogen, in neue Maschinen und Anlagen sowie in zahlreiche Digitalisierungsprojekte investiert. Im HDC werden die Entwicklungskompetenzen mit Fokus auf Industrie 4.0 gebündelt.

Die größte Investition steckt im neuen Logistikzentrum European Distribution Center (EDC) in Espelkamp, mit dessen Bau im Frühjahr 2017 begonnen wurde. Voraussichtlich Ende 2018 soll der mehrmonatige Probebetrieb beginnen. Die Fertigstellung ist für 2019 vorgesehen.

Ein wichtiges Meilenstein-Projekt im Vertrieb ist die Entwicklung der Harting Digital Business Platform (HDBP). Die neue Software-Architektur verknüpft die Webseite, den E-Shop, E-Catalogue und das Customer Relationship Management zu einer leistungsfähigen Vertriebs- und Kundenplattform. Seit Dezember 2017 ist die Plattform im Einsatz.

Dank Wachstum mehr Stellen geschaffen

Das kräftige Umsatzwachstum und die Investitionen in die Zukunft hatten laut Personalvorstand Dr. Michael Pütz einen positiven Effekt auf die Personalentwicklung. Die Zahl der Mitarbeitenden (einschließlich Auszubildende) stieg im Verlauf des Geschäftsjahres um 353 auf 4.639 Mitarbeiter. Das entspricht einem Anstieg von 8,2 Prozent. Im Inland wurden 104 neue Stellen geschaffen, in den ausländischen Produktionsstätten und Tochtergesellschaften 249 Mitarbeitende eingestellt. An den deutschen Standorten (Espelkamp, Minden, Rahden) waren damit am 30. September 2017 insgesamt 2.500 Mitarbeitende tätig, im Ausland 2.139.

Aus- und Weiterbildung haben bei der Technologiegruppe seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. So werden bei dem Unternehmen zur Zeit 152 kaufmännische und technisch-gewerbliche Auszubildende sowie Duale Studenten in 22 Berufen auf ihre künftigen Tätigkeiten vorbereitet und damit doppelt so viel wie im Jahr 2009.

Laut dem Personalvorstand zeigen zahlreiche Auszeichnungen und hervorragende Prüfungsergebnisse die hohe Qualität der Ausbildung. Neben 45 Auszubildenden, die mit einer Durchschnittsnote von 2,0 abschlossen, freut sich Pütz über die Einladung von vier Azubis zur Bestenehrung durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen nach Bielefeld.

Um potenzielle Bewerber schneller für das Unternehmen zu gewinnen, hat Harting die Karriereseiten auf der Homepage überarbeitet. Sie bietet zudem neue digitale Services, die den Bewerbungsprozess vereinfachen.

Herausforderungen durch Brexit und Wettbewerber

Der Vorstandsvorsitzende Philip Harting sieht die Technologiegruppe insgesamt in einer guten Ausgangsposition und blickt zuversichtlich auf die nächsten Monate. Er wies aber ausdrücklich auf verschiedene Herausforderungen hin. Noch nicht absehbar sind nach den Worten von Philip Harting die Veränderungen auf dem Bahnmarkt und die möglichen Auswirkungen für das Unternehmen nach dem Zusammenschluss der entsprechenden Unternehmenssparten von Siemens und des französischen Wettbewerbers Alstom.

Auch die Entwicklungen im Windenergieanlagenmarkt wird die Technologiegruppe genau verfolgen. Von den zehn größten Unternehmen stammen fünf aus China. „In diesem globalen Umfeld steht der deutsche Branchenführer unter empfindlichem Preisdruck“, warnt der Vorstandsvorsitzende. Ebenso böte die Elektromobilität Chancen, beinhalte gleichzeitig jedoch auch Risiken aufgrund sich verändernder Produktion.

Der Brexit und die damit verbundenen Unsicherheiten stellten eine weitere Herausforderung dar. Die Landesgesellschaft Harting UK zählt zu den wichtigsten der Technologiegruppe.

Harting will Topthema Digitalisierung weiter vorantreiben

Als wichtigstes Thema der deutschen Industriepolitik sieht das Unternehmen im kommenden Jahrzehnt die Digitalisierung. Alles, was miteinander vernetzt werden könne, werde auch vernetzt. „In unserem Unternehmen sind wir uns der Konsequenzen des Effekts der Digitalisierung bewusst. Wir wissen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir alle Prozesse digitalisieren, die notwendig sind“, erklärt der Vorstandsvorsitzende und sieht die Bundesregierung in der Pflicht, in die digitale Infrastruktur des Landes zu investieren.

Auch im Ausland wird das Thema vorangetrieben. Impulse erwartet Harting als Mitglied von der im Oktober gegründeten „Robotation Academy“ im südchinesischen Foshan, wo sich künftig jährlich rund 1.000 Industrievertreter bei Lehrgängen und Konferenzen mit technologischen Trends beschäftigen. „Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir unser Wissen und unsere Technologien im Bereich Industrie 4.0 erweitern“, sagt Philip Harting. Als belastend sieht er allerdings die immer schwierigeren Cyber-Security-Regelungen in China. Auch in anderen Regionen erschwerten zunehmend komplexe Datenschutzbestimmungen und protektionistische Auflagen den freien Handel.

Zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr 2017/18

Das neue Geschäftsjahr 2017/18 begann für die Technologiegruppe positiv. „Wir haben ein gutes Bauchgefühl, denn die Auftragslage ist gut“, zeigt sich Philip Harting zuversichtlich und verweist in diesem Zusammenhang auf den Automotive-Bereich. Die Tochtergesellschaft Harting Automotive ist nach VW nun auch direkter Lieferant (Tier-1-Supplier) für den BMW-Konzern geworden.

„Mit Rückenwind haben wir das neue Geschäftsjahr begonnen und sehen die Entwicklung optimistischer als noch vor einem Jahr. Dennoch sind wir wachsam“, betont Harting. Die Technologiegruppe rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Umsatzplus von fünf bis sechs Prozent – und damit leicht über dem Marktwachstum. Der ZVEI erwartet beim Elektro-Weltmarkt einen Zuwachs von vier Prozent im kommenden Kalenderjahr.

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