Projekt „ParaObsol”

„Heilmittel“ für Lösungen bei abgekündigten elektronischen Bauteilen

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Firma zum Thema

Automatisiert die optimale Schnittstelle finden

Im Rahmen dieses Arbeitspaketes wird zusammen mit den Partnern, besonders jedoch mit der Siemens AG und der RUF GmbH, eine Methode und ein Verfahren entwickelt, welches es ermöglicht, aus den Daten des Schaltungslayouts automatisiert Vorschläge für die optimale Schnittstelle zu erarbeiten. Diese Vorgehensweise unterstützt den Entwicklungsingenieur wesentlich bei der Festlegung der jeweiligen Schnittstelle. Es wird weiterhin untersucht, ob sich durch den intelligenten Einsatz von programmierbarer Logik das Schnittstellenproblem leichter lösen lässt. Mittels In-Circuit-Test (ICT) können die Signale der Schnittstelle gemessen und überprüft werden. Durch die Zwischenschaltung der programmierbaren Logik ist zu erwarten, dass die Steuerbarkeit und Beobachtbarkeit stark verbessert werden können, da dann statt des mechanischen Zugriffs ein von Software unterstützter, konfigurierbarer Zugriff eine Reihe von zusätzlichen Freiheitsgraden bringt.

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Es ist anzustreben, dass die Zertifizierung durch den Nachweis erfolgt, dass der Austauschblock ein zum auszutauschenden Block identisches Verhalten aufweist.

Die Teilprojekte im Überblick

Es wurden sechs verschiedene Schwerpunkte analysiert und entsprechende Teilprojekte definiert sowie entsprechende Teilprojekt-Verantwortliche bestimmt:

1.) Fertigungsautomatisierung (Lehrstuhl FAPS):

  • Studie: “Systematik & Logistik von Bauelementen & Baugruppen über gesamten Lebenszyklus (Entwicklung, Fertigung, Service, End-of-Life)”
  • Austausch funktionsgleicher Komponenten auf elektronischen Baugruppen

2.) Medizintechnik (Siemens Healthcare)

  • Schaltungseinheit mit Mikroprozessor

3.) Antriebstechnik/Leistungselektronik (Baumüller)

  • Ansteuerschaltung mit Leistungstransistormodul

4.) Automobiltechnik (RUF Automobile)

  • Motorsteuergerät vom Typ Bosch MOTRONIC
  • Änderung von Kennlinienfeldern in nicht mehr unterstützten Steuergeräten

5.) Halbleiterfertigung (FhG IISB)

  • Ersatz für Steuerrechner und Betriebssystem

6) IuK-Technik (Alcatel-Lucent)

  • Fehleranalyse, Baugruppen- und Modulverifizierung, Hochfrequenzanwendungen.

Alle Verbundpartner bringen ihre Erfahrung und ihr Wissen ein zur Lokalisierung des Problems und zur Erstellung eines Lastenheftes. Die sechs verschiedenen Aufgabenstellungen werden detailliert analysiert. Umfangreiche Recherchen und Analysen nach Sichtung der Spezifikation und Dokumentation sowie der Datenbasen und Quellcodes sind dabei notwendig. Die Teilprojekte werden entsprechend partitioniert und ggf. weitere Unteraufgaben definiert (Analyse Verbindungstechnik, Messtechnik Infrastruktur, Systemanalyse und Identifikation). Die Ergebnisse werden in einer Feasibility Study zusammengefasst und bewertet und dienen als Basis für die zu erstellende Anforderungsspezifikation.

Erste Ergebnisse

Die Firma ABL Sursum, ein international agierendes mittelständiges Unternehmen der Elektroindustrie mit Stammsitz in Mittelfranken ist an die iSyst Intelligente Systeme GmbH herangetreten, um ein solches Obsoleszenz-Problem zu lösen. Es galt die veralteten und vom Ausfall bedrohten Steuerungsrechner einer Produktionsanlage (siehe Bild) zu ersetzen. Selbst der Hersteller sah sich dazu nicht in der Lage, sondern konnte nur den kompletten Austausch der Steuerung der Anlage anbieten. Dies hätte einen Ausfall der Produktion von mehreren Wochen bedeutet, da sich die Anlage in laufender Produktion befindet. Durch eine genaue Analyse des Systems und der geschickten Wahl der Schnittstellen ist es der iSyst gelungen, die Anlage zu erhalten und die Software der Steuerung auf modernen Rechnern laufen zu lassen. Dies ist mit einem Software-Modul gelungen, das auf einem neuen Rechner installiert wurde und dort für die ursprüngliche Software das alte Betriebssystem simuliert. Somit können die bewährten Programme beibehalten werden, es sind keine neuen Lizenzen nötig und der Ausfall der Anlage betrug nur wenige Stunden. Die Kostenersparnis lag in der Größenordnung von 90 Prozent gegenüber dem Komplettaustausch. Ein Anlernen oder die Umschulung des Bedienpersonals entfiel, da im bekannten Umfeld weitergearbeitet werden konnte.

Wichtige Daten zu dieser Aufgabenstellung sind:

Ersatz von 3 PCs einer Produktionsmaschine

  • Hersteller IPTE
  • Handarbeitsplatz mit Fußtaster
  • unvollständige Doku (Papier)

RS232/RS422 zu USB Konverter

  • SST-Wandler TRP-C08S

Embedded in virtueller Umgebung

  • VMWare mit DOS 7.1
  • Virtual PC (OpenSource)
  • SER => PAR-Schnittstelle (ggf. USB-Konverter)

Auch für zukünftige Entwicklungen ist das Unternehmen jetzt gerüstet, da es von der iSyst geschult wurde und in der Lage ist, mittels des Software-Moduls auch zukünftige Rechnergenerationen einzubinden.

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