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Stromspeicher Hell dank Elektroschrott

| Redakteur: Carina Schipper

In indischen Slums wohnen sehr viele Menschen auf engstem Raum. Immer wieder bricht die Stromversorgung zusammen. Künstliches Licht findet sich selten. Mithilfe alter Notebook-Akkus wollen Forscher von IBM und der Smart Energy Group Licht ins Dunkel bringen.

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Die Smart Energy Group stattete in ein Pilotprojekt fünf Slumbewohner aus Bangalore mit einem „Urjar“ aus.
Die Smart Energy Group stattete in ein Pilotprojekt fünf Slumbewohner aus Bangalore mit einem „Urjar“ aus.
(Bild: EWS Ejipura unter CC BY 2.0-Lizenz, flickr.com)

Allein in den USA landen jeden Tag 142.000 Computer auf dem Müll, so IBM India Research. 400 Millionen Inder und Inderinnen dagegen besitzen keinen Zugang zum Stromnetz. „Urjar“ nennen die Wissenschaftler ihren Minispeicher. Die Wortschöpfung setzt sich aus dem Hindi-Begriff „Urja“, Energie, und dem englischen „jar“, Behälter zusammen. Die Entwicklung umfasst einen Akku mit Ladeschaltkreis. Die mobile Stromquelle besitzt Ausgänge, um eine Lampe mit Leuchtdioden (LED), ein USB-Ladegerät sowie einen Ventilator mit Energie zu versorgen. Für einen PC reicht die Leistung der Akkus oft nicht mehr aus, erklären die Speicher-Experten. In den Geräten bleibt aber oft genug Speicherkapazität übrig, um eine LED-Lampe ein Jahr lang vier Stunden jeden Tag leuchten zu lassen. Fast drei Viertel der ausgedienten Laptop-Akkus eignen sich für „Urjar“, heißt es vom Subkontinent. Im ersten Schritt zerlegen die Forscher den Akku in die einzelnen Zellen und prüfen diese auf ihre Funktionstüchtigkeit. Für den Lampen-Speicher bündeln sie die brauchbaren Teile in Form eines neuen Akkupacks. Wenn Strom fließt kann der Nutzer „Urjar“ über das USB-Ladegerät aufladen. Die Kosten für eine Notebook-Leuchte liegen laut Projektleiter Vikas Chandan bei 600 Rupien. Das entspricht in etwa 8 Euro. „Die teuerste Komponente dieser Systeme ist oft der Akku“, so Chandan. Ein System aus einer LED-Lampe mit Solarmodulen und Akku erreicht einen höheren Preis. Der Speicher bei „Urjar“ ist im Prinzip Elektroschrott. Die Entwicklung unterstützt so die Wiederverwertung. Die Smart Energy Group stattete in ein Pilotprojekt fünf Slumbewohner aus Bangalore mit einem „Urjar“ aus. Drei Monate später befragten die Wissenschaftler ihre Tester. Den befragten gefiel das Konzept, sie wünschten sich aber hellere Lampen. Daneben baten sie um robustere Kabel wegen der Ratten. IBM und die Smart Energy Group wollen an der Umsetzung arbeiten.

Bildquelle: EWS Ejipura unter CC BY 2.0-Lizenz, flickr.com

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