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3D-Drucker HP präsentiert eine eigene Drucktechnik für 3D-Drucker

| Autor / Redakteur: Stefanie Michel / Stefanie Michel

Nachdem Stratasys 2012 die Vertriebskooperation mit HP über den Designjet 3D beendet hat, ist HP nun wieder präsent auf dem 3D-Druck-Markt. Der Druckerhersteller hat mit HP Multi Jet Fusion eine eigene Farb-Drucktechnik entwickelt, die viel schneller, günstiger und genauer als bisherige Verfahren sein soll.

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Mit dem neuen 3D-Druck-Verfahren HP Multi Jet Fusion gedruckte Produktbeispiele.
Mit dem neuen 3D-Druck-Verfahren HP Multi Jet Fusion gedruckte Produktbeispiele.
(Bild: Invision)

Beinahe vier Jahre nachdem Hewlett-Packard (HP) erstmals einen 3D-Drucker präsentiert hat, stellte das Unternehmen nun mit HP Multi Jet Fusion eine eigene Farb-Drucktechnik vor, die ein neues Zeitalter für die Produktion einleiten soll. Die neue Technik basiert auf HP Thermal Inkjet und wurde von HP selbst entwickelt. In einem chemischen Prozess mithilfe eines Schmelzzusatzes, der gezielt aufgebracht wird, werden die Partikel verschmolzen. Ein weiterer Stoff wird dort aufgebracht, wo der Schmelzvorgang reduziert werden soll, beispielsweise um scharfe Kanten zu erhalten.

Schnelleres und genaueres 3D-Druck-Verfahren

HP Multi Jet Fusion soll die kommerzielle Realisierung von 3D-Druck verbessern, denn diese Technik sei zehnmal schneller als das schnellste Verfahren auf dem heutigen Markt. Durch die Kombination von flüssigen Materialien soll zudem die Genauigkeit und die Qualität der gedruckten Funktionsbauteile erhöht werden.

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HP Multi Jet Fusion wurde entwickelt, um grundlegende Einschränkungen heutiger 3D-Drucksysteme zu beheben und dabei eine höhere Produktivität und Qualität bei geringeren Kosten zu liefern. „Als wir den vorhandenen Markt der 3D-Drucker untersuchten, sahen wir viel Potenzial aber ebenso große Lücken bei der Kombination aus Geschwindigkeit, Qualität und Kosten,” erklärt Stephen Nigro, Senior Vice President, Inkjet and Graphic Solutions bei HP den Schritt. „HP Multi Jet Fusion soll die Fertigung in verschiedensten Industriebranchen verändern indem es das volle Potenzial des 3D-Drucks mit besserer Qualität, höherer Produktivität sowie Wirtschaftlichkeit ausschöpft.”

Die neue Technik steht auch Drittanbietern zur Verfügung, um eigene Lösungen zu entwickeln. HPs Strategie sieht eine Innovationsplattform vor, die das volle Potenzial von 3D-Druck abbildet. „Wir befinden uns am Scheitelpunkt einer Veränderung bei Computer- und Druckertechnik,“ so Dion Weisler, Executive Vice President Printing & Personal Systems (PPS) bei HP. Solche Techniken werden die Grenzen zwischen digitaler und physischer Welt abbauen und Menschen dazu ermutigen, etwas zu schaffen, zu interagieren und zu inspirieren wie nie zuvor, so Weiler weiter.

3D-Drucker erst ab 2016 erhältlich

Das neue 3D-Druck-Verfahren ist heute bereits Realität bei HP, doch auf den entsprechenden 3D-Drucker müssen potenzielle Kunden noch bis 2016 warten. Bis es soweit ist, präsentiert HP aber einen All-in-one-PC, der das Arbeiten in 3D vereinfachen soll. Dieser PC namens Sprout ist bereits mit 3D-Scanner, Tiefensensor, hochauflösender Kamera und Projektor ausgestattet. „Wir leben in einer dreidimensionalen Welt, entwerfen Produkte aber in einer zweidimensionalen,” sagt Ron Coughlin, Senior Vice President, Consumer PC & Solutions bei HP. „Sprout ist ein großer Schritt, die Hürden zu nehmen, um nahtlos von der Idee zum Produkt zu gelangen.“ Dies soll die erste Plattform darstellen, die die physische und digitale Welt zusammenführt, sodass intuitives Gestalten und Arbeiten in 3D möglich wird.

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