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Igus Humanoider Roboter kommt aus dem 3D-Drucker

| Redakteur: Sariana Kunze

Seine Kunststoffteile kommen aus dem 3D-Drucker und sein modularer Aufbau mit offener Standard-Plattform soll für Forschung und Lehre eingesetzt werden. Der humanoide Roboter wird erstmalig auf der Hannover Messe 2014 präsentiert.

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Roboter aus dem Drucker: Der humanoide Roboter wurde von Informatikern der Universität Bonn und Igus entwickelt. Erstmals ist der sehr menschenähnliche Fußball-Roboter öffentlich bei der Hannover Messe zu sehen.
Roboter aus dem Drucker: Der humanoide Roboter wurde von Informatikern der Universität Bonn und Igus entwickelt. Erstmals ist der sehr menschenähnliche Fußball-Roboter öffentlich bei der Hannover Messe zu sehen.
(igus GmbH)

Noch ist er namenlos: Informatiker der Universität Bonn haben einen beinahe menschlichen Roboter zusammen mit igus entwickelt. In seinem weißen Outfit und der rot-orangefarbenen Umrandung seiner beiden Kameraaugen erinnert er entfernt an einen Skifahrer. Bei einer Größe von rund 90 Zentimetern wiegt er sechs Kilogramm. Sein Leichtgewicht und sein humanoides Äußeres verdankt der Roboter Kunststoffteilen, die mit einem speziellen 3D-Druckverfahren hergestellt werden.

„Hierbei wird ein Kunststoffpulver schichtweise durch einen Laserstrahl verschmolzen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Sven Behnke vom Institut für Informatik VI der Universität Bonn. Mit diesem 3D-Lasersinterverfahren lassen sich leichte und belastbare Kunststoffteile in allen möglichen Formen und in einem ansprechenden Design herstellen. Der neue Roboter soll nicht als Skifahrer, sondern zunächst vor allem bei RoboCup-Fußballwettbewerben zum Einsatz kommen. Es sind aber vielfältige andere Anwendungen denkbar, zum Beispiel auch in der Mensch-Roboter-Interaktion. Insgesamt 20 motorgetriebene Gelenke verleihen dem Roboter viel Beweglichkeit.

„Im Gegensatz zu vielen kleineren humanoiden Robotern ist der neue Roboter außerdem mit einem leistungsfähigen PC als Bordrechner ausgestattet, was den Einsatz aufwendiger Berechnungen für die Bildauswertung und Verhaltensgenerierung ermöglicht“, berichtet Prof. Behnke. Im Vergleich zum Vorgänger-Prototypen NimbRo-OP wurden Rechenleistung und Speicher verdoppelt. Eine weitere Besonderheit sind die Weitwinkel-Objektive in den Augen, wodurch der Roboter mit einem Sichtfeld von 180 Grad die ganze Umgebung vor sich erfassen kann.

Offene Standard-Plattform

Der modulare Roboter dient als eine offene Standard-Plattform für Forschung und Lehre, die es anderen Forschergruppen ermöglicht, sie für ihre Zwecke weiterzuentwickeln. Die komponentenbasierte Software gründet auf dem in der Forschergemeinde populären Roboter-Betriebssystem ROS. „Das soll den Austausch zwischen den Forschergruppen verbessern und den Fortschritt im Bereich humanoider Roboter beschleunigen“, sagt Prof. Behnke. Seit vergangenem Jahr arbeiten die Informatiker der Universität Bonn und Igus in dem Transferprojekt zusammen, dass von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 440.000 Euro gefördert wird. Dabei entwickelt Igus die Hardware-Teile und die Forscher der Universität Bonn bringen ihr Know-how in der humanoiden Robotik und Software-Entwicklung ein.

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