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Energieführungskette Hybrid-Energieführungen überzeugen Pariser Flughafenbetreiber technisch und optisch

| Redakteur: Ute Drescher

Mit über 48 Mio. Passagieren und mehr als 1,5 Millionen Tonnen Gütern gehört der Flughafen Charles de Gaulle in Paris mit London-Heathrow und Frankfurt zu den großen Drehkreuzen in Europa. Um die Starts und Landungen im Minutentakt zu managen, ist eine ausgefeilte Logistik und Technik erforderlich. An den Passagierbrücken führen und schützen Energieführungen die Leitungen und Schläuche.

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Zentimetergenau müssen die Passagierbrücken am Pariser Flughaben Charles de Gaulles vor die Türen der Maschinen bewegt werden.
Zentimetergenau müssen die Passagierbrücken am Pariser Flughaben Charles de Gaulles vor die Türen der Maschinen bewegt werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Minutentakt starten und landen die Flugzeuge hier. Rund 500.000 Flugbewegungen und 48 Millionen Passagiere bewältigt der Flughafen Paris Charles de Gaulle (CDG) jährlich. Zudem werden noch mehr als 1,5 Millionen Tonnen Güter alljährlich auf dem Großflughafen umgeschlagen. Diese herausragende Stellung ist für die Flughafenbetreiber ADP, Aéroports de Paris, eine große Herausforderung.

Überall in der Luftfahrt, am Boden und in der Luft, haben Sicherheit und genaues Timing oberste Priorität. Neben einer ausgefeilten Logistik und gut geschultem Personal ist die Technik das Rückgrat des Betriebs. Der Betreiber des Airports hat die Axima Paris Nord 2 mit der Wartung und Instandhaltung der gesamten Flughafengebäude beauftragt. Dabei erwarten die Aéroports de Paris einen schnellen und kompetenten Service von Axima.

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Bei einer Störung müssen Wartungsmonteure in 20 Minuten vor Ort sein

Störungen müssen innerhalb kürzester Zeit behoben werden. Geschwindigkeit ist alles, in der Luft und am Boden. Der Flughafenbetreiber hat Axima dazu verpflichtet, bei einer Störung innerhalb von 20 Minuten vor Ort zu sein. Und dann muss alles blitzschnell gehen, denn die Wartungsmonteure müssen Störungen 60 Minuten nach ihrem Auftreten auch schon behoben oder bei größeren Ausfällen einen sicheren Zustand hergestellt haben.

Um die Technik eines komplexen Gebildes wie eines Großflughafens jederzeit funktionsfähig zu halten, reicht es nicht, sich auf die Beseitigung von Störungen zu beschränken. Regelmäßige Checks der gesamten technischen Ausstattung und ein präventiver Tausch von gefährdeten Komponenten sind zwingend notwendig, um einem Ausfall zuvor zu kommen.

Vollkunststoffketten zeigten schnell Ermüdung

Einen Schwachpunkt hatten die Inspekteure bei den Energieführungen der 40 Passagierbrücken am Terminal 1 ausgemacht. Die eingesetzten Voll-Kunststoff-Energieführungen zeigten bereits nach wenigen Jahren Ermüdungserscheinungen. Sie hingen durch, wiesen deutliche Abriebspuren auf und waren in kurzer Zeit unter den Bedingungen des Flugbetriebs gealtert.

Axima beschloss im letzen Jahr, die Energieführungen der Passagierbrücken zu ersetzen. Nach eingehender technischer Prüfung entschied sich das Unternehmen aufgrund der Stabilität für die Dreiband-Energieführungen MC1250 von KABELSCHLEPP. Die Betreiber beschlossen, den Austausch Step by Step vorzunehmen und eine Brücke umzurüsten.

KABELSCHLEPP France aus Le Perray en Yvelines, eine 100 %ige Tochter der KABELSCHLEPP GmbH, Siegen, beriet die Planer bei dem Projekt, begleitete den gesamten Umbau und stand den Monteuren mit Rat und Tat zur Seite.

Aluminiumstege machen Kette stabil und breitenvariabel

Alle Arbeiten und die Praxistest verliefen zur vollen Zufriedenheit von Axima und Aéroport de Paris. Die MC 1250 entsprachen genau dem Anforderungsprofil des Airports, denn sie sind durch die Aluminumstege stabil und breitenvariabel. Mittlerweile sind bereits an 19 der 40 Passagierbrücken die alten Energieführungen gegen neue Energieführungen ausgetauscht.

Um den Fluggästen einen einfachen und bequemen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen, müssen die Passagierbrücken auf den Zentimeter genau vor die Türen der Maschine bewegt werden. Zwar gibt es umfassende technische Unterstützung, aber die wesentliche Steuerungsarbeit erfolgt immer noch von Hand und zwar vom Kopf der Brücke aus.

Neben der Steuerung sind hier auch zahlreiche elektrische und hydraulische Antriebe untergebracht, die mit Strom und Luft versorgt werden wollen. Insgesamt sind 18 Elektroleitungen, Luft- und Hydraulikschläuche im Durchmesser von 15 bis 40 mm für die Versorgung notwendig. Für die Auslegung der Energieführungen wurde ein Leitungsgewicht von rund 16,5 kg/m ermittelt.

Gefordert: stabiler und verwindungssteifer Aufbau

Bei der Ausschreibung haben Axima und Aéroport de Paris großen Wert auf einen stabilen und verwindungssteifen Aufbau der Energieführungen gelegt. Da die Passagierbrücken permanent der Witterung ausgesetzt sind, müssen die Ketten auch bei tiefen Temperaturen voll funktionsfähig sein. Zudem war die Korrosionsbeständigkeit aller Elemente eine Grundvoraussetzung sowie der minimale Verschleiß und hohe Langzeitstabilität der Energieführungen.

Da im Flughafenalltag Geschwindigkeit in allen Bereichen gefragt ist, haben die Betreiber bei der Auswahl darauf geachtet, dass im Falle eines Defekts die Leitungen und Schläuche schnell und problemlos gewechselt werden können. Sichtbar unter die Passagierbrücke montiert, gehören die Energieführungen mit zum Erscheinungsbild der Brücken. Darum war auch eine optisch hochwertige Ausführung wichtig.

Bereits beim ersten Kontakt war Jean-Claude Vanden Abeele, Projektleiter bei der Kabelschlepp France S.A.R.L klar: “Voll-Kunststoff-Energieführungen erfüllen das Anforderungsprofil von Aéroport de Paris nur teilweise. Wir haben daher die Hybrid-Energieführungskette MC 1250 aus Kunststoff-Aluminium angeboten.“

Millimetergenau an alle Aufgaben anpassen

Die Energieführungsketten der M-Serie haben den Vorteil, dass es sie als Vollkunststoffkette oder als Hybrid-Kette mit Kettenbändern aus Kunststoff und Aluminium-Stegen gibt. Mit ihren variablen Kettenbreiten im 1, 4, 8 oder 16 mm Breitenraster lassen sie sich auf den Millimeter genau an alle Aufgaben anpassen. Da sie von innen und außen gleichermaßen zu öffnen sind, ist die schnelle Belegung gewährleistet.

Die Kombination mit leitungsschonenden Aluminiumstegen sorgt für eine sehr stabile und verwindungssteife Grundkonstruktion. Für den rauen Außenbetrieb ist die großflächige Kraftübertragung mit dem „Topf-Deckel-Prinzip“ von Vorteil, da die Zug- und Schubkräfte großflächig übertragen werden können und nicht auf die kleine Bolzen-Bohrung-Verbindung beschränkt werden. Dieses Verbindungssystem minimiert den Gelenkverschleiß und erhöht die Lebenserwartung erheblich. Zudem liegt mit dieser Konstruktion das Anschlagsystem in einem geschützten Bereich und ist Schmutz unempfindlich.

Um Leitungen mit sehr unterschiedlichem Durchmesser sicher in der Kette zu führen, ist es notwendig, dass ein Energieführungssystem über eine umfassende Auswahl an Trennstegsystemen verfügt, um die Leitungen praxisgerecht zu separieren.

Da die Energieführungen der Passagierbrücken eine Länge von 7.500 mm aufweisen, wird die freitagende Länge überschritten und das Obertrum gleitet auf dem Untertrum.

Abrieb und Verschleiß an der Kette minimal

Durch die in diesem Anwendungsfall eingesetzten hochabriebfesten, austauschbaren Gleitschuhe reduziert sich der Abrieb und der Verschleiß an der Kette auf ein Minimum. Sollten die Gleitschuhe verschlissen sein, können sie schnell ausgetauscht werden und die Kette ist wie neu. Die austauschbaren Gleitschuhe bieten eine sehr wirtschaftliche Lösung.

Aus optischen Gründen und um den Durchhang der Energieführung zusätzlich zu minimieren, wurde eine 200 mm große Stützrolle eingebaut. Die Rolle wurde so platziert, dass beim Ausfahren der Passagierbrücke die Kette auf der Stützrolle gleitet.

Neben den im Pariser Flughafen eingesetzten offenen Energieführungsketten gibt es diese Energieführungen auch abgedeckt mit Kunststoffdeckel oder alternativ mit Aluminiumdeckel. Die Deckellösungen bieten einen besonderen Schutz der verlegten Leitungen bei grobem Schmutzanfall.

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