Frost & Sullivan Hybrid- und Elektrofahrzeuge kurbeln Europamarkt für Elektromotoren an

Redakteur: Sariana Kunze

Die Elektrifizierung von Fahrzeugen ist einer der Haupttrends in der Automobilindustrie, und die Zunahme von elektrischen Bestandteilen in den Fahrzeugen kurbelt den Markt für Traktionsmotoren an. Laut Frost & Sullivan wird der europäische Markt für Traktionsmotoren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von ca. 50 Prozent für hybride Elektrofahrzeuge (HEVs) und Elektrofahrzeuge (EVs) haben.

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(Frost & Sullivan)

Dauermagnetmotoren werden aufgrund ihrer Leistung und Effizienz voraussichtlich den Markt dominieren. Die Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit und der Preisgestaltung der seltenen Erdmetalle wachsen jedoch an, weshalb sich der Markt für andere Technologien wie Induktion und hybride Motoren öffnen wird.

Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan erwirtschaftete der Markt für elektrische Motorentechnologien für Elektro- und Hybridfahrzeuge Umsätze in Höhe von 55 Mio.- Euro im Jahr 2010, die bis 2017 auf 1,6 Mrd. Euro ansteigen werden. Emissionsnormen und staatliche Unterstützungsprogramme werden Fahrzeughersteller aufgeschlossener gegenüber Hybrid- und Elektrofahrzeugen machen.

Beschaffungsstrategien für Elektromotoren werden bei den verschiedenen Herstellern voraussichtlich variieren. Frost & Sullivan geht davon aus, dass ungefähr 30-40 Prozent der Fahrzeughersteller, die ihre Motorenproduktion bisher ausgelagert haben, nunmehr planen, diese in den eigenen Betrieb einzugliedern. „Während einige Hersteller bei der Entwicklung von Elektromotoren mit mehr als einem Anbieter zusammenarbeiten, entscheiden sich andere dafür, dies betriebsintern abzuwickel“, erläutert Frost & Sullivan Team Leader, Herr Anjan Hemanth Kumar. „Zuverlässigkeit, starkes R & D, eine reibungslose Lieferkette und strenge Qualitätskontrollen, die mit neuesten Fertigungsverfahren und Einrichtungen verbunden sind, sind einige der Hauptkriterien der Fahrzeughersteller bei der Anschaffung.“

Europäische Pkw-Hersteller sind dazu angehalten, die durchschnittlichen CO2-Werte ihrer Flotten entsprechend der Grenzwertkurve 2012 zu senken. Die meisten der EU15-Staaten bieten zudem eine reduzierte Kfz-Steuer bei der Erstanschaffung eines Elektrofahrzeugs. Vor diesem Hintergrund haben Zulieferer innovative Strategien entwickelt, um CO2-Werte zu reduzieren, wobei die Elektrifizierung des Antriebsstrangs vor anderen Technologien bevorzugt wird.

Skepsis bei der Abkehr vom Verbrennungsmotor

Hybrid- und Elektrofahrzeuge sind jedoch an sich recht kostspielig und machen es daher erforderlich, dass die Hersteller die Kostendifferenzen zwischen Hybriden und ihren konventionellen Äquivalenten überbrücken. Für die Hersteller gehören Elektrotechnologien wie elektrische Traktionsmotoren und moderne Batterien nicht zum eigenen Produktportfolio, und Sie bleiben dementsprechend skeptisch, was die Abkehr vom Verbrennungsmotor angeht, der eine jahrhundertealte Technologie mit starker Infrastruktur darstellt.

Für Motorhersteller gibt es mehrere Möglichkeiten in Bezug auf einen Elektroantrieb. Kurzfristig werden Fahrzeughersteller Verträge mit spezialisierten Systementwicklern abschließen, die die Elektro-Systeme in ihre Fahrzeuge einbauen können. Mittel- bis langfristig werden sie jedoch Tier 1-Lieferanten mit starker interner organisatorischer Unterstützung bevorzugen. Hersteller, die gerne betriebsintern Elektromotoren entwickeln wollen, werden wahrscheinlich das Design und die Entwicklung im Betrieb halten, die einzelnen Module und Bestandteile jedoch von aussen beschaffen.

„Elektromotoren stellen eine hoch entwickelte Technologie dar, die sich für den Erfolg von umweltfreundlicheren Fahrzeugen als ausschlaggebend erweisen werden“, schließt Kumar. „Sie eröffnen zweifellos zahlreiche neue Möglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette.“

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