Battery Second Life bei BMW i3 Batterie als Stromreserve im Werk

Redakteur: Robert Weber

Bis 2020 sollen auf deutschen Straßen rund eine Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sein; ein ambitioniertes Ziel der Bundesregierung. Doch auch diese Autos kommen in die Jahre und was von ihnen übrigbleiben wird, ist nicht so umweltfreundlich, wie ihr Image vorgibt: Rohstoffaufwendige Lithium-Ionen-Batterien, deren Entsorgung in Zukunft Probleme bereiten könnte. Der Automobilhersteller BMW befasst sich in seinem eigenen Werk in Leipzig bereits mit dieser Herausforderung.

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Nicht nur für die Straße? Die Batterie des i3 könnte in Zukunft auch als Stromreserve dienen.
Nicht nur für die Straße? Die Batterie des i3 könnte in Zukunft auch als Stromreserve dienen.
(Fabian Kirchbauer/BMW Group)

Bei BMW, Hersteller des kompakten i3 sowie des sportlichen i8, hat man sich des Problems der ausgedienten Batterien von Elektroautos bereits angenommen: Denn nicht nur die Autos selber sollen umweltfreundlich sein, auch die Produktion und die Weiterverwertung. Am BMW-Standort in Leipzig sind daher seit Juni 2013 bereits vier Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von je 2,5 MW im Einsatz. Der Strom der Windräder bleibt komplett im Werk, wird nicht in das öffentliche Netz eingespeist und soll die Herstellung der i-Modelle vollständig abdecken.

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Um hier Energieschwankungen ausgleichen zu können, werden unter dem Namen „Battery Second Life“ ausgediente Batterien der i-Modelle als flexible Zwischenspeicher verwendet.

Probelauf in Hamburg

Das prognostizierte Lebensende eines Elektrofahrzeuges wird bei BMW nach rund zehn bis 15 Jahren erwartet. Die Leistung der Batterie, die den Elektromotor speist, besitzt dann noch immer rund 70 % ihrer ursprünglichen Leistung. Was für den Einsatz auf der Straße nicht mehr ausreichend ist, kann als flexibler Speicher für erneuerbare Energien und dadurch als Sicherung der Stabilität des Stromnetzes dienen, so der Plan. Neben dem Einsatz im eigenen Werk in Leipzig hat BMW in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Vattenfall bereits vor über einem Jahr in der Hamburger Hafencity eine ähnliche Möglichkeit entwickelt, Batterien weiter sinnvoll zu nutzen, die zuvor in i-Elektrofahrzeugen von BMW verwendet wurden.

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