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Plattform Industrie 4.0 Im Bundestag: Amerikaner gehen mit riesigen Schritten voraus

| Redakteur: Robert Weber

Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium Brigitte Zypries informierte gestern den Bundestagsausschuss Digitale Agenda über die Plattform Industrie 4.0 und deren Ziele. Die Abgeordneten wollten vor allem wissen, wie der Mittelstand eingebunden werden kann.

Neuer Schauplatz: Seitdem die Politik die Leitlinien in der Industrie 4.0 mitbestimmt, gewinnen Diskussionen im Parlament noch mehr an Bedeutung für die Industrie.
Neuer Schauplatz: Seitdem die Politik die Leitlinien in der Industrie 4.0 mitbestimmt, gewinnen Diskussionen im Parlament noch mehr an Bedeutung für die Industrie.
(Bild: Jürgen Matern unter CC BY-SA 3.0, wikipedia.de)

Seitdem die Politik die Leitlinien der Industrie 4.0 mitbestimmt, gewinnen Diskussionen im Bundestag noch mehr an Interesse. Vor allem die Mittelstand soll für die Technologien begeistert werden. Um den Mittelstand zu unterstützen, der laut Zypries das „Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist“, in Sachen Industrie 4.0 jedoch nicht so gut aufgestellt sei, würden fünf Kompetenzzentren geschaffen. Sie sollen nach den Vorstellungen der Bundesregierung auf Entwicklungen aufmerksam machen und zugleich Ansprechpartner sein, erläuterte die Staatssekretärin, die auch eine Erhöhung der Anzahl der Zentren nicht ausschloss, wenn deren Finanzierung geklärt sei, heißt es im Bericht des Themendienst „Heute im Bundestag“.

Weiter: Auf Nachfrage der Abgeordneten, was die Bundesregierung noch tue, um das Thema Industrie 4.0 vor allem beim Mittelstand bekannter zu machen, verwies Zypries unter anderem auf Informationsveranstaltungen mit den zuständigen Verbänden wie etwa der Industrie und Handelskammer, auf eine Roadshow mit dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft und eine eigens geschaffene Geschäftsstelle, die die Aufgabe habe, die interne und externe Kommunikation zu verknüpfen. „Wir machen viel“, so Zypries. Erfolgreich könne man aber nur sein, wenn der Mittelstand auch an den Informationen interessiert sei. Sie wisse, dass es unter den Mittelständlern echte Trendsetter für Industrie 4.0 gebe. Es gebe aber auch viele, „die sich noch gar keine Gedanken darüber gemacht haben“.

Europäische Standards für die Industrie 4.0

Was die für Industrie 4.0 immens wichtige Frage der Standardisierung angeht, so müsse man konstatieren, „dass uns die Amerikaner mit riesigen Schritten vorausgehen“. In den USA sei man bei der Standardisierung, auch dank der Hilfe deutscher Firmen, weiter als in Europa, sagte Zypries. Auf europäischer Ebene, so räumte sie ein, gebe es derzeit keine durchgreifenden Initiativen. Man sei zwar bemüht, die Unternehmen zur Schaffung europäischer Standards zu bewegen. Es gebe jedoch keine europäischen Gremien, die sich damit beschäftigen würden.

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