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Verbindungstechnik Im Gespräch: Ein Klemmensystem, drei Branchen

Wago hat mit der Topjob S eine Reihenklemme entwickelt, die in nahezu jeder Branche zum Einsatz kommt. Im Interview erzählen die drei Wago-Experten Marco Schrader, Market Management Transport, Andreas Brettschneider, Produktmanagement Interconnection/Gebäudeinstallation und Burkhard Niemann, Produktmanagement Schaltanlagenbau und Maschinenbau, welch unterschiedlichen Anforderungen die Klemmen entsprechen müssen und welche Trends die zukünftigen Entwicklungen beeinflussen.

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Die drei Wago-Experten (von links) Marco Schrader, Market Management Transport, Burkhard Niemann, Produktmanagement Schaltanlagenbau und Maschinenbau, und Andreas Brettschneider, Produktmanagement Interconnection/Gebäudeinstallation, diskutieren die unterschiedlichen Anforderungen die Klemmen in ihren Branchen – und welche Trends in der Verbindungstechnik die Zukunft bringt.
Die drei Wago-Experten (von links) Marco Schrader, Market Management Transport, Burkhard Niemann, Produktmanagement Schaltanlagenbau und Maschinenbau, und Andreas Brettschneider, Produktmanagement Interconnection/Gebäudeinstallation, diskutieren die unterschiedlichen Anforderungen die Klemmen in ihren Branchen – und welche Trends in der Verbindungstechnik die Zukunft bringt.
(Bild: Wago)

Welche besonderen Anforderungen stellt der Einsatz in Ihren jeweiligen Branchen an die Topjob S Klemmen?

Andreas Brettschneider: Der Einsatz im Gebäudeverteiler verlangt zum einen eine kompakte Bauform der Klemmen, da die Abmessungen begrenzt sind. Zum anderen ist eine schnelle, einfache „Verarbeitung“ wichtig: Dass die Leiter also zum Beispiel einfach gesteckt werden können, dass der Trennschlitten mit seinem Federkontakt einfach aufgeschoben werden kann… all die Dinge, die dafür sorgen, dass der Installateur schnell arbeiten und sich am Ende darauf verlassen kann, dass auch alles sicher funktioniert. Wichtig ist aber auch die Übersichtlichkeit der fertigen Installation, insbesondere die eindeutige Beschriftung. Nur so findet sich später auch ein Elektriker zurecht, der die Anlage nicht selbst installiert hat.

Marco Schrader: In der Bahntechnik, gerade im rollenden Bereich, ist vor allem das Rütteln und Schütteln eine Herausforderung. Die Anschlüsse müssen einfach den Schockeinwirkungen und Vibrationen standhalten, die elektrische Verbindung darf auf keinen Fall abreißen. Das Erfüllen der Normen EN 50155 für Fahrzeuge und der EN 50125-3 für Signal- und Telekommunikationseinrichtungen sind daher für uns elementar.

Burkhard Niemann: Für den Maschinen- und Schaltanlagenbau steht in erster Linie die hohe Zuverlässigkeit der Produkte im Fokus. Das haben wir ja schon seit fast 40 Jahren unter Beweis gestellt - nicht nur mit Topjob S, auch schon mit dem Vorgängerprogramm. Aber auch die hohe Verfügbarkeit, dass also schnell und in ausreichender Menge Teile nachbestellt werden können. Und natürlich die schnelle, einfache und intuitive Montage – das sind in unserer Branche die Punkte, die eine besonders große Rolle spielen.

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Gibt es für Sie persönlich Highlights beim Einsatz der Klemmen?

Marco Schrader: Gleich zu Beginn meiner Tätigkeit für Wago fragte ein großes Systemhaus bei uns an, ob unsere Komponenten auch in einem Weichenstellantrieb in den USA eingesetzt werden könnten. Es ging konkret um Temperaturbereiche und kurzzeitige, extrem hohe Ströme, für die unsere Topjob-S-Klemmen eigentlich keine Freigabe hatten. Daraufhin hat unser akkreditiertes Prüflabor in einem 2-tägigen Test unsere Klemmen unter diesen extremen Bedingungen getestet. Das Ergebnis: Wir sind noch lange nicht in den Grenzbereich gekommen, in dem es kritisch werden würde. Die Klemmen konnten also auch in dieser extremen Applikation eingesetzt werden. Das war für mich ein schöner Start in den neuen Job.

Andreas Brettschneider: Ein aktuelles Highlight waren für mich zwei Gespräch auf der letzten Messe: Dabei ging es um die Gebäudeinstallations-Reihenklemme. Sie ist ja eigentlich mehr ein deutsches Thema, im Ausland fordern die dortigen Normen sie eigentlich nicht. Mit der Isolationswiderstandsprüfung, die wir in unsere neuste Klemme mit der N-Trennung in Form eines Prüfadapters integriert haben, haben wir aber Kunden überzeugen können, die eigentlich nicht auf Reihenklemmen angewiesen sind. So sagte mir ein großer Schaltanlagenbauer, dass dieses kleine Feature für ihn so wichtig und positiv sei, dass er die Klemmen heute überall einbaut – selbst dort, wo sie nicht vorgeschrieben sind. Am gleichen Tag erzählte mir ein Kunde aus Belgien, dass auch er diese Isolationswiderstandsmessung durchführen müsse. Und das würde mit unseren Klemmen so einfach durchzuführen sein, dass er sie in Zukunft nur noch einsetzen will.

Burkhard Niemann: Ich kann gar kein spezielles Ereignis nennen. Für mich ist einfach der weltweite Einsatz der Topjob S ein Highlight - von Nordsibirien bei Temperaturen von bis zu minus 50°, aber auch in den Tropen von plus 40° und einer Luftfeuchtigkeit bis zu 95 Prozent. Das fasziniert mich immer wieder, aber auch das breite technische Spektrum, in denen die Klemmen Anwendung finden: Bei einfachen Verbindungen in der Gebäudeinstallation genauso wie bei komplexen Werkzeugmaschinen, im ICE genauso wie in Tunnelbohrmaschinen.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie in Ihrer Branche zukünftig auf die Verbindungstechnik zukommen?

Andreas Brettschneider: Für Gebäude werden die Sicherheitsanforderungen immer höher. So werden zum Beispiel sei neustem in bestimmten Situationen Brandschutzschalter vorgeschrieben. Ein anderes Beispiel ist die Vorschrift, jetzt auch in Wohngebäuden Rauchmelder zu installieren. Man will einfach die Gebäudetechnik immer sicherer machen. Zur Zeit sind wir in dieser Hinsicht mit unseren Produkten gut aufgestellt – die Möglichkeit der Isolationswiderstandsmessung ist dafür ja auch ein Beispiel.

Wie könnten Sie die Klemmen denn noch sicherer machen?

Andreas Brettschneider: Denkbar wäre es zum Beispiel, dass man ein Material entwickelt, mit dem die Klemme im Brandfall noch länger ihre Funktion aufrechterhalten und damit die Sicherheitsfunktionen im Gebäude länger unterstützen kann.

Herr Schrader, was sind die speziellen Anforderungen bei der Bahn?

Marco Schrader: In der Bahntechnik zählt zunehmend eine kompakte Bauweise, begründet unter anderem durch den Trend zu dezentralen Signal- und Stellwerkskomponenten. Denn in Zukunft werden die Platzverhältnisse in der Signaltechnik - ebenso wie in den Zügen - für die Verbindungstechnik immer enger. Da sind wir mit unserer Federtechnik im Moment sehr gut aufgestellt: Mit Topjob S können wir auf Grund der Rastermaße die Anforderungen der Kunden gut erfüllen. Außerdem erwarten unsere Kunden im Bahnsegment eine Betriebserprobung – die Komponenten sollen also möglichst lange schon im Feld eingesetzt werden. Und da können wir natürlich auch punkten, ist doch unsere Federklemmtechnik schon seit 1978 im Einsatz.

Burkhard Niemann: Im Maschinen- und Schaltanlagenbau müssen die Produkte vor allem immer einfacher in der Handhabung sein und intuitiv bedienbar. Trotz alledem müssen auch für komplexere Anforderungen entsprechend geeignete Produkte vorhanden sein, also spezielle Klemmen zum Beispiel für Stromwandlermessungen oder für den Anschluss von Sensoren und Aktoren. Und auch diese Klemmen müssen – im Hinblick auf den globalen Einsatz - von einem vielleicht nicht so gut geschulten Personal leicht zu handhaben sein.

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Wie reagieren Sie darauf?

Burkhard Niemann: Wir müssen zum Beispiel schauen, dass wir für Übersichtlichkeit bei der Verdrahtung sorgen, wie wir es mit unserem Topjob S Beschriftungslösungen schon machen. Wir haben hier eine drei-zeilige Beschriftung, so dass man nicht nur die Klemmen nummerieren, sondern auch ganze Gruppen sauber beschriften kann. So kann der Mitarbeiter alleine anhand der Klemmenbeschriftung erkennen, in welchem Bereich der Anlage er sich befindet – ohne extra noch einmal den Schaltplan konsultieren zu müssen.

Gibt es einen gemeinsamen Trend, den Sie unabhängig vom Einsatzgebiet in der Zukunft sehen?

Andreas Brettschneider: Insgesamt ist es sicherlich so, dass die Zahl an Verbindungen immer weiter steigen wird – einfach durch einen höheren Automatisierungsgrad. Gleichzeitig werden die für die Verdrahtung zur Verfügung stehenden Räume immer kompakter. Wir müssen also eine höhere Packungsdichte in der Verbindungstechnik ermöglichen und dabei hohe elektrische Reserven haben. Ein anderer branchenübergreifender Trend ist die steigende Energieeffizienz – in Gebäuden wird zum Beispiel immer häufiger LED-Beleuchtung eingesetzt. Damit verändert sich auch die Installation, weil jetzt kleinere Leiterdurchmesser und damit kleinere Klemmen genutzt werden können.

Burkhard Niemann: Generell gilt auch, dass mehr und mehr Wert auf den Gesamtprozess gelegt wird. Die Anwender sehen heute nicht mehr nur das einzelne Verdrahten des Leiters an der Klemme, sondern den gesamten Prozess von der Planung einer Anlage bis hin zum fertigen Schaltschrank. Das heißt, wir als Klemmenhersteller müssen für unsere Produkte auch frühzeitig die entsprechenden CAE-Daten liefern, damit das Ganze dann auch in die jeweilige Planungssoftware eingebunden werden kann.

Andreas Brettschneider: Bei uns ist einiges in Arbeit. Der Anwender kann von uns noch einige neue Produkte und Funktionen erwarten, die ihm einen echten Vorteil bieten werden.

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