SPS/IPC/DRIVES 2007 Im Trend: Wireless und IO-Link
Wireless Automation und IO-Link – zwei Trends mit großer Hebelwirkung für die Industrieautomation. Beide Themen waren besondere Highlights auf der kürzlich zu Ende gegangenen Fachmesse für elektrische Automatisierung, SPS/IPC/DRIVES in Nürnberg.
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Es ist noch gar nicht so lange her als Skeptiker den neuen Trend Wireless in Automation für aussichtslos erklärten. Allenfalls in der Prozessindustrie könne man sich einen gelegentlichen Einsatz vorstellen, hieß es. An Orten nämlich, an denen sich Kabel nicht verlegen lassen oder aggressive Dämpfe diese rasch zerstören könnten. Schon die Stromversorgung mittels Batterie sein zu aufwändig und teuer.
Gemeinschaftsstand mit 29 Ausstellern zum Thema Wireless
Argwöhner mussten sich auf der letzten SPS/IPC/DRIVES wieder einmal eines Besseren belehren lassen: Mit 29 Ausstellern war Wireless in Automation der größte Gemeinschaftsstand der Messe. Gezeigt wurde die gesamte Palette der möglichen Systemlösungen für kabellose Kommunikation. In der Speakers’ Corner fand der Interessierte ein Vortragsprogramm zu den Themen des Gemeinschaftsstandes unter der Leitung von Prof. Jörg F. Wollert von der FH Bochum. Wer den Podiumsdiskussionen mit Anbietern und Anwendern aus der Industrie nicht beiwohnen konnte, hat in der Tat etwas verpasst.
Wireless in Automation ist den Kinderschuhen entwachsen
Der Einsatz von Funktechnik zur Fertigungsautomatisierung ist den Kinderschuhen entwachsen. Vielfältige Aufgaben lassen sich drahtlos lösen. Robuste redundante Kommunikationssysteme erlauben die schnelle Echtzeitkommunikation auch über große Distanzen. Für nahezu jede Aufgabe gibt es Produkte und Komplettlösungen.
Zeitunkritische M2M-Kommunikation via GPRS und UMTS
Bei der zeitunkritischen M2M Kommunikation tauschen Geräte Daten über Weitverkehrsverbindungen wie GPRS oder UMTS miteinander aus. Proprietäre Systeme ermöglichen die energieeffiziente Übertragung auf längeren Strecken und industrialisierten WLAN- oder Bluetooth-Schnittstellen erlauben eine gute Interoperabilität zu bestehenden Büro- und Konsumelektroniknetzen. Gezeigt wurden auch Systemlösungen zur sicherheitsgerichteten Übertragung von Daten oder neue Konzepte zur Integration von Funk in bestehende Automatisierunglösungen.
Sensor-/Aktor-Kommunikation: dialogfähig ohne Profibus
Betrachtet man den Signalaustausch zwischen E/A-Ebene und der überwiegend binären Sensorik bzw. Aktorik in heutigen Fertigungslinien, dann findet man hier noch in der Regel das bekannte 0/24-V-Schaltsignal. Trotz allen technischen Fortschritts in der Automation blieb diese Datenverbindung unverändert. Mit der aktuell veröffentlichten Physical-Layer- und Protokoll-Spezifikation durch die PNO (PROFIBUS Nutzerorganisation) ist die offene und feldbusunabhängige Kommunikationsschnittstelle IO-Link bereit für neue Möglichkeiten und Anwendungen in der Automatisierung. Dazu begnügt sie sich mit einem einfachen 3-adrigen Standardkabel und macht aus der bewährten Punkt-zu-Punkt-Verbindung einen dialogfähigen Kommunikationskanal. Der kann Steuerungen unterschiedlicher Klassen bedienen und Parameter- sowie Diagnosedaten übertragen.
Vorteile für Automatisierer und Maschinenbauer
Anwender können mehrkanalige binäre Sensoren oder etwa Module mit Ein- und Ausgängen viel einfacher als bisher anschließen und auch digitalisierte Analogwerte austauschen. Die Installation ist dazu weiterhin so einfach wie der Anschluss eines binären Sensors. Keine aufwändige Verkabelung, sondern ein simples 3-adriges Standardkabel verbindet das Feldgerät mit der IO-Link-Box. Neue Möglichkeiten der Diagnose und Parametrierung wird es geben und nicht zuletzt kann das IO-Link-Konzept Stillstandszeiten von Maschinen reduzieren.
Serienreife IO-Link-Produkte sind bereit für den Einsatz
Weil IO-Link die Integration entsprechender Sensoren und Aktoren in ein Automatisierungsumfeld so einfach macht, haben nicht wenige Hersteller Produktimplementierungen durchgeführt bzw. Produktentwicklungen gestartet. Erste serienreife Komponenten und Geräte reichen vom Sensor über den Messwertgeber bis hin zu multifunktionalen Devices, die Prozesswerte abbilden, oder Funktionsinseln, die Aktoren mit den zugehörigen Rückmeldesignalen als Einheit darstellen.
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