Wireless LAN Immer ein voller Tank

Autor / Redakteur: Holger Ehrhardt* / Ute Drescher

Bei ihrer Tätigkeit auf einem weitläufigen Industriegelände sind heute immer mehr Mitarbeiter auf fortlaufenden Input aus dem Unternehmensnetzwerk angewiesen. Finden sie an ihren aktuellen

Firmen zum Thema

Direkter Zugriff auf den Server Nachdem das Wireless LAN installiert wurde, entfallen die Wege und Wartezeiten für Steuerungsprogrammierer – sie sind immer aktuell informiert.
Direkter Zugriff auf den Server Nachdem das Wireless LAN installiert wurde, entfallen die Wege und Wartezeiten für Steuerungsprogrammierer – sie sind immer aktuell informiert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei ihrer Tätigkeit auf einem weitläufigen Industriegelände sind heute immer mehr Mitarbeiter auf fortlaufenden Input aus dem Unternehmensnetzwerk angewiesen. Finden sie an ihren aktuellen Arbeitsplätzen in einer Halle oder auf dem Freigelände keine Verkabelung vor, so sitzen sie schnell auf dem Trockenen. Bei dem Maschinenbauunternehmen Weil Engineering sorgt ein Wireless LAN (WLAN) für den notwendigen Nachschub an aktuellen Daten.

Vom Arbeitsplatz zur „Zapfsäule“ und wieder zurück – so sah lange Zeit der Arbeitsalltag der Steuerungsprogrammierer in der Montagehalle der Weil Engineering GmbH (WE) aus. Denn um die nagelneuen Maschinen für die Blechbearbeitung, die im badischen Müllheim hergestellt werden, für ihre Aufgaben zu programmieren, ist die ständige Kommunikation mit dem zentralen Netzwerk des Unternehmens notwendig.

Bildergalerie

Da die Montagehalle aber nicht verkabelt ist, mussten die Programmiergeräte immer wieder von der jeweiligen Maschine zum nächstgelegenen Netzwerkanschluss getragen werden, wenn wichtiger Input fehlte. Etwa für einen Datenabgleich oder eine Sicherung der Programme sowie für das Empfangen und Senden einer E-Mail. Eigentlich ein unhaltbarer Zustand, denn inzwischen gibt es mit der WLAN-Technologie (Wireless Local Area Network) eine kostengünstige Möglichkeit, auch im industriellen Umfeld drahtlose Funknetze für den Datenaustausch aufzubauen.

Entscheidung für ein drahtloses Funknetz

Die langen und unproduktiven Wege der Programmierer zwischen ihren variablen Arbeitsplätzen und den Netzwerkanschlüssen gaben den Verantwortlichen in dem mittelständischen Betrieb also den ersten Anstoß, über die Infrastruktur in der Montagehalle nachzudenken. Neben dem unternehmenseigenen Datennetzwerk existiert bei WE bereits ein Telekommunikationssystem mit Schnurlostelefonie, die sehr gut funktioniert. Deshalb musste zunächst die Entscheidung getroffen werden, ob für den notwendigen Zugriff auf das Datennetz die Halle komplett verkabelt oder ein drahtloses Funknetz aufgebaut werden sollte.

Noch während dieser Überlegungen kam zusätzlich der Wunsch auf, die Wareneingangserfassung mit Barcode-Lesegeräten abzuwickeln. Da diese ebenfalls über Funk mit dem zentralen IT-System kommunizieren, schien auch deshalb eine WLAN-Lösung sinnvoller als eine aufwendige Verkabelung.

Die Lösung, die die Steuerungsprogrammierer der Weil Engineering von Netzwerkkabeln und weiten Wegen befreite, besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten von Siemens Enterprise Communications: dem HiPath Wireless Controller, der Konvergenzsoftware und den Access Points, über deren Funkzellen der Kontakt zum firmenweiten Datennetzwerk hergestellt wird. Eine Verschlüsselungslösung, die auf dem so genannten „Lightweight Extensible Authentication Protocol“ (LEAP) basiert, verhindert außerdem den Zugriff unbefugter Personen auf das Netzwerk.

Positionierung der Access Points

Damit das Gebäude optimal mit der Funktechnik abgedeckt werden konnte, wurde die Halle zuvor ausgeleuchtet, um die notwendige Anzahl und die bestmögliche Positionierung der Access Points festzustellen. So befindet sich in der Montagehalle des Unternehmens etwa ein kleines Hochregallager – hier mussten in jedem Gang jeweils die entsprechenden Signalstärken gemessen werden. Auch die Programmierer-Arbeitsplätze in der Halle wurden bei der Inspektion besonders berücksichtigt. So wurden die besten Stellen für die Access Points ermittelt.

Zudem wurde überprüft, ob die bereits vorhandenen DECT-Sender (Digital Enhanced Cordless Communication) für die Schnurlostelefonie das neue Daten-Funknetz beeinträchtigen würden. Das war aber nicht der Fall. Letztlich waren insgesamt drei Access Points nötig, um den Serverzugriff der Programmierer und den Einsatz von Barcode-Scannern für die Warenwirtschaft ohne Probleme zu ermöglichen. Damit wird die optimale Abdeckung und somit das störungsfreie Funktionieren des gesamten WLANs gewährleistet.

Nachdem das kabellose LAN innerhalb von drei Wochen installiert wurde, arbeitet die Weil Engineering GmbH seit Mitte Januar 2006 damit. Der Nutzen für die Arbeitsabläufe war für alle Beteiligten schnell greifbar. Zum Beispiel in der Materialwirtschaft: Ankommende und ausgehende Maschinenteile werden nun mit mobilen Scannern via Barcode registriert, sodass der Teilebestand im zentralen Warenwirtschaftssystem tagesaktuell dokumentiert ist und jederzeit abgefragt werden kann.

Denn wenn zu Montagebeginn relevante Bauteile fehlen, verlängert das unter Umständen die Lieferzeiten des Maschinenbauers. Früher wurden die Materiallieferungen schriftlich registriert und die Lieferscheine in Papierform im Haus weitergegeben, bevor sie in das Materialwirtschaftssystem eingepflegt wurden. Das dauerte allerdings seine Zeit.

Ein Blick sagt, was fehlt

Heute dagegen lässt sich sofort feststellen, ob alle benötigten Bauteile am Lager sind, und gegebenenfalls kann fehlendes Material bestellt werden, bevor die Montage beginnt. Gleichzeitig wird der bisher notwendige zeit- und kostenintensive manuelle Erfassungsaufwand eingespart. Durch die Optimierung dieses Workflows lässt sich die Montage nun ohne Unterbrechungen durchführen, sodass die Weil-Kunden ihre gewünschten Maschinen schneller erhalten.

Die Verkürzung der Wege und Wartezeiten für die Steuerungsprogrammierer steigert die Produktivität ebenfalls beträchtlich. Aufgrund der effizienteen und flexiblen Arbeit hier lassen sich erhebliche Kosten einsparen. Zudem verfügen die Mitarbeiter nun über aktuellere Informationen als früher, da sie jederzeit auf den Server zugreifen können. Überdies wurden die Sicherheitsrisiken verringert, da die Steuerungsspezialisten heute auch in der Montagehalle sofort wichtige Daten auf dem Server abspeichern können und damit nicht warten müssen, bis sie am Ende des Arbeitstages in ihr Büro zurückkehren.

Und die Programmierer freuen sich über ihre neu gewonnene Freiheit. Statt öfter ihre Arbeit an der Maschine unterbrechen zu müssen, um Daten vom Server zu holen oder dort zu sichern, können sie sich nun voll auf ihre Aufgabe konzentrieren. Denn der regelmäßige Gang zur Zapfsäule ist nun überflüssig geworden.

Siemens Enterprise Communications, Tel. +49(0)7612 7120

*Holger Ehrhardt ist Account Manager bei Siemens Enterprise Communications, Freiburg.

(ID:188507)