Energiepreispanik

Importierte Energie kostet Deutschland nun ein Vermögen

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So sehen die Gas- und Erdölimporte aus Russland aus

Deutschland bezog seit Jahrzehnten rund ein Drittel seiner Erdgas- und Erdölimporte aus der Russischen Föderation. In den Monaten vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine ging der Anteil schon leicht zurück: Im Januar 2022 wurde Erdgas und Erdöl im Wert von 2,6 Milliarden Euro aus Russland importiert. Damit kam ein Viertel (24,1 Prozent) aller Gas- und Ölimporte nach Deutschland aus dieser Region. Wertmäßig stiegen die Gas- und Ölimporte aus Russland um 36 Porzent gegenüber dem Vormonat an. Im Vergleich zum Januar 2021 nahm der Wert damit um 54,2 Prozent zu.

Diesen Weg gehen momentan die Importe von Öl & Co., die Europa aus der Russischen Föderation bezieht...
Diesen Weg gehen momentan die Importe von Öl & Co., die Europa aus der Russischen Föderation bezieht...
(Bild: Destatis / Statistisches Bundesamt)

Ein Grund für den Anstieg sieht Destatis auch bei den gestiegenen Preise für Erdgas und Rohöl. Insgesamt importierte Deutschland im Januar 2022 Erdgas und Erdöl im Wert von 10,9 Milliarden Euro – das war wertmäßig ein Anstieg von 5,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Januar 2021 hat sich der Wert dagegen mehr als verdoppelt (+141,5 Prozent).

Deutschlands Chemie verbraucht das meiste Erdgas

In der Industrie in Deutschland spielen fossile Energieträger nach wie vor eine bedeutende Rolle. Wichtigster Energieträger war im Jahr 2020 mit einem Anteil von 31,2 Prozent am Gesamtverbrauch das Erdgas. Den höchsten Verbrauch hatte hier mit einem Anteil von 36,9 Prozent die Chemische Industrie, die auch insgesamt den höchsten Energiebedarf hat. Erdgas wird hier nicht nur energetisch eingesetzt, sondern ist auch als Komponente für die Herstellung von chemischen Produkten wie Ammoniak von Bedeutung. Auf Platz zwei der Industriezweige mit dem höchsten Erdgasverbrauch lagen 2020 die Nahrungs- und Futtermittelhersteller mit einem Anteil von 10,8 Prozent am gesamten Erdgasverbrauch in der Industrie, gefolgt von der Metallerzeugung und -bearbeitung (10,3 Prozent).

Und das ist der Blick auf den Energiebedarf in Deutschland nebst dem Anteil, der dabei durch Erdgas gedeckt wird.
Und das ist der Blick auf den Energiebedarf in Deutschland nebst dem Anteil, der dabei durch Erdgas gedeckt wird.
(Bild: Destatis / Statistisches Bundesamt)

Aber, wirft Destatis ein, spielt die Verwendung von Erdgas regional betrachtet, eine unterschiedlich große Rolle! An großen Industriestandorten wie dem energieintensivsten Kreis Ludwigshafen am Rhein mit einem Verbrauch von 210 Petajoule war deshalb auch der Erdgasanteil vergleichsweise hoch (55 Prozent). Den höchsten Anteil an Erdgas hatte Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit mehr als 90 Prozent, bei einem Verbrauch von rund 50 Petajoule.

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