Bihl+Wiedemann

In der Automation zählen auch die weichen Erfolgskriterien

| Redakteur: Wolfgang Leppert

„Wir sind nur zufrieden, wenn unsere Kunden es auch sind.“
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„Wir sind nur zufrieden, wenn unsere Kunden es auch sind.“ (Bilder: Bihl+Wiedemann)

Seit der Firmengründung 1992 kennen die Automatisierungs- und Sicherheitsspezialisten von Bihl+Wiedemann in Mannheim nur eine Richtung: Kurs auf Wachstum – und dann immer geradeaus. Die hohe Dynamik hat für Geschäftsführer Jochen Bihl aber nicht nur mit der technologischen Effizienz der Produkte zu tun, sondern auch mit der besonderen Philosophie des Unternehmens – wie er im Gespräch mit elektrotechnik betont.

Sie haben sich eine relativ schwierige Branche ausgesucht, Herr Bihl, um den Erfolg zu suchen. Sowohl in der Automatisierungs- als auch in der Sicherheitstechnik müssen Sie mit so manchem Global Player konkurrieren. Hätten Sie sich das nicht leichter machen können?

Das mag sein. Aber wo die Liebe hinfällt, kann man ja bekanntlich nicht immer beeinflussen. Mein Gründungspartner Bernhard Wiedemann und ich haben jedenfalls schon während unseres Elektrotechnik-Studiums in Darmstadt Feuer gefangen, was die Automatisierung von Maschinen und Anlagen angeht. Wirklich ausgesucht haben wir uns dann eigentlich nur noch die Spezialisierung auf die Feldbus-Kommunikation – und hier wiederum besonders auf AS-Interface.

Dafür gab es also pragmatische Gründe?

Ja. Wir hatten das Glück – oder auch den Blick, schon sehr früh zu erkennen, welche enormen Vorteile das System bietet. Es ist einfach, robust, kostengünstig und leicht zu installieren. Man braucht keine vorkonfektionierten Kabel, sondern hat lediglich zwei nicht geschirmte, nicht verdrillte Adern und kontaktiert AS-Interface mit einer Piercingtechnik, indem man Nadeln durch die Adern sticht. Darüber lassen sich dann sowohl Standardsignale wie auch sichere Signale übertragen. Das können wir heute von sehr kleinen Anwendungen mit nur drei sicheren Signalen bis zu sehr großen Applikationen mit fast 2.000 sicheren Slaves auf konkurrenzlos wirtschaftliche Art lösen – und das alles aus einer einzigen Software heraus.

Hatten Sie denn mit AS-Interface von Beginn an Erfolg?

Zunächst natürlich auf niedrigerem Niveau, aber immer genau so viel, dass der nächste Expansionsschritt notwendig wurde. Ein erstes Schlüsselprojekt war 1993 die Entwicklung unseres Masters für AS-Interface, den wir 1994 auf der Hannover Messe vorgestellt haben. Wir sahen damals einfach die Chance, mit dabei zu sein, als ein äußerst viel versprechendes System aus der Taufe gehoben wurde. 1995 haben wir dann als erste Firma überhaupt von der AS-International Association ein Zertifikat für einen AS-Interface Master erhalten. 1996 kam das erste Profibus-Gateway, und spätestens seit damals sind die Schnittstellen zu AS-Interface für uns ein Hauptthema: Gateways, Master, Links, Scanner – einfach alles, was dazu dient, das inzwischen seit vielen Jahren weltmarktführende System an der Basis der Automation auf clevere Weise an die unterschiedlichen Steuerungswelten anzuschließen.

Und seit Sie 1999 als Vice Chairman in den Vorstand der Herstellervereinigung AS-International gewählt wurden, ist bei Bihl+Wiedemann sozusagen „alles AS-i oder was“?

Zumindest verfügen wir mittlerweile über ein ziemlich komplettes Programm und können fast alle Bedarfe decken – seit 2001 auch mit Analogmodulen. 2004 haben wir das Problem der Doppeladressen gelöst, mit dem Erdschlusswächter den EMV-Schutz integriert sowie das Thema Diagnose stärker in den Mittelpunkt der Entwicklung gerückt. Eine ganz wichtige strategische Entscheidung folgte 2005 mit dem Eintritt ins AS-i Safety-Konsortium und der Konsequenz, die Firma neben dem klassischen I/O-Geschäft auch auf die Sicherheitstechnik auszurichten. Danach jagte dann gewissermaßen eine Neuentwicklung die andere: von der sicheren Kleinsteuerung über sichere AS-i Ausgänge und System-Schnittstellen bis zu Spezialitäten wie dem Drehzahlwächter.

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