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Reihenklemmen Individuell für die Masse mit wandlungsfähiger Produktionstechnik

| Redakteur: Robert Weber

Die Automatisierung der Produktion stoppt nicht beim Vertrieb und der Logistik. Phoenix Contact zeigt im eigenen Werk, wie die Automatisierer Industrie 4.0 vorleben. Der Kunde bekommt von alledem nichts mit, profitiert aber davon.

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Nicht nur ein Hingucker auf Messen: Der Clip-X-Demonstrator setzt die Aspekte Wandlungsfähigkeit, Fertigung individualisierter Produkte und durchgängige Datenintegration um.
Nicht nur ein Hingucker auf Messen: Der Clip-X-Demonstrator setzt die Aspekte Wandlungsfähigkeit, Fertigung individualisierter Produkte und durchgängige Datenintegration um.
(Bild: Phoenix Contact)

Losgröße 1, Lagerhaltung und Logistik – Begriffe, die viele Automatisierungsfachleute lange verdrängt haben. Doch die Bestellung, Konstruktion, Produktion und Auslieferung von elektrotechnischen Produkten, wie beispielsweise Reihenklemmen, werden sich ändern und die Logistik sowie der Datenaustausch gewinnen an Bedeutung in den Prozessen. Die Automatisierer stehen vor einer Herausforderung und Andreas Schreiber, Abteilungsleiter Industrial Automation im hausinternen Maschinenbau bei Phoenix Contact, bringt es auf den Punkt: „Der Kunde wünscht sich individuelle Produkte zu den ökonomischen Bedingungen einer Massenproduktion.“ Die Antwort der Blomberger: Digitalisierung der eigenen Produktion und die Befähigung der Automation für wandlungsfähige Produktionstechnik. Damit wollen Schreiber und sein Team den Herausforderungen der „mass customization“ begegnen und dazu neue Strategien entwickeln und umsetzen.

Reihenklemmen automatisch auf die Tragschiene

Im Mittelpunkt der Produktion der Zukunft steht weiterhin der Artikel, allerdings der digitale Artikel. Das Szenario: Der Kunde, aber auch der Zulieferer, ist über Webzugang an den Shop von Phoenix Contact angeschlossen. Der Kunde kann individuell seinen Schaltschrank oder die Klemmenleisten konfigurieren und den Auftrag freigeben. Web first ist die Devise. Das Ziel: eine vollständige digitale Beschreibung des zu fertigenden Artikels. Daraus leitet eine intelligente Fertigungsanlage dann selbstständig ab, welche Produktionsmodule und Prozessparameter zur Herstellung des individualisierten Produkts notwendig sind. Die digitale Produktbeschreibung wird während der Produktion mit Mess- und Ergebnisdaten angereichert, während sie im ersten Schritt als Datenquelle für die Herstellung dient. Als Beispiel für eine solche intelligente Fertigungsanlage wurde der Clip-X-Demonstrator umgesetzt, bei dem es sich um eine Technologie-Plattform für den effizienten Schaltschrankbau handelt, der die Aspekte Wandlungsfähigkeit, Fertigung individualisierter Produkte und durchgängige Datenintegration umsetzt. Die Anlage besteht aus drei Zellen. In der ersten Zelle, dem sogenannten Clip-X-Loader, werden Reihenklemmen automatisiert auf eine Tragschiene aufgerastet. Im Ergebnis erhält der Anwender eine bestückte Klemmenleiste. Die teilautomatisierte zweite Zelle druckt automatisch die Beschriftungsschilder für die Klemmenleisten, die in Handarbeit auf die Klemmen aufgebracht werden. Dabei bekommt der Mitarbeiter visuelle Unterstützung, indem ihm auf einem Monitor angezeigt wird, wo genau die Beschriftungen anzubringen sind. Die dritte Zelle führt eine Kamerakontrolle durch. Geprüft werden dort unter anderem die Beschriftung sowie die Breite und Vollständigkeit der Klemmenleiste. Die Besonderheit der optischen Prüfung besteht darin, dass die zu prüfenden Merkmale nicht aufwändig manuell eingelernt werden müssen, sondern automatisch aus der digitalen Produktbeschreibung abgeleitet werden.