Studie: Industrie 4.0

Industrie 4.0 im Maschinenbau flächendeckend angekommen

| Redakteur: Tobias Hüser

Dr. Karl Lichtblau, Geschäftsführer der IW Consult, und Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender von Wittenstein, präsentieren die von der Impuls-Stiftung des VDMA in Auftrag gegebene Industrie 4.0-Studie.
Dr. Karl Lichtblau, Geschäftsführer der IW Consult, und Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender von Wittenstein, präsentieren die von der Impuls-Stiftung des VDMA in Auftrag gegebene Industrie 4.0-Studie. (Bild: VDMA)

Neun von zehn Maschinenbauunternehmen sehen deutliche Chancen, sich mit der vernetzen Produktion (Industrie 4.0) am Markt zu differenzieren. Wer mit der Vernetzung und Digitalisierung der Produktion beginnt, ist vom wirtschaftlichen Nutzen überzeugt. Dies sind einige der zentralen Botschaften der vorliegenden Studie „Industrie 4.0-Readiness“.

Frankfurt – Im Maschinenbau befassen sich knapp 60 % der Unternehmen mit Industrie 4.0, davon rund ein Drittel intensiv. Das sind doppelt so viele wie im gesamten Verarbeitenden Gewerbe.

„Einige sind schon sehr weit, andere zögern aber noch und sind unsicher. Gerade diesen Unternehmen soll die Studie eine Orientierung bieten“, sagt Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender von Wittenstein und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Impuls-Stiftung. Die Studie wurde von dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) und dem Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Auftrag der Impuls-Stiftung des VDMA erstellt.

Readiness-Modell zeigt nächste Schritte auf

Grundlage für die Bewertung der Industrie 4.0-Bereitschaft und 4.0-Fähigkeit von Maschinenbauunternehmen ist ein Readiness-Modell, das im Rahmen der Studie exklusiv entwickelt wurde. Im Modell werden die Vision von Industrie 4.0 geschildert, die Startlinie definiert und wichtige Schritte und Hemmnisse bei der Umsetzung beschrieben, sowie Charakteristika aktuell führender Unternehmen identifiziert.

Basis des Modells sind sechs wesentliche Dimensionen von Industrie 4.0 (Strategie und Organisation, Smart Factory, Smart Operations, Smart Products, Data-driven Services und Mitarbeiter), deren unternehmensspezifischer Reifegrad abgefragt wird. Daraus ergibt sich die Readiness-Einordnung der Unternehmen in „Neulinge“, „Einsteiger“ und „Pioniere“.

Readiness-Unterschiede in den Unternehmen

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Industrie 4.0 im Maschinen- und Anlagenbau angekommen ist und als Chance wahrgenommen wird. Neun von zehn Unternehmen sehen deutliche Chancen, sich mit Industrie 4.0 am Markt zu differenzieren. Insbesondere die Mitarbeiter spielen eine wichtige und entscheidende Rolle bei Industrie 4.0. In dieser Dimension sind die Unternehmen auch schon am weitesten“, erläutert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Im Detail zeigt die Studie die Readiness-Unterschiede der Unternehmen in den einzelnen 4.0-Dimensionen auf und definiert kritische Schritte, um die jeweils nächste Stufe zu erreichen: So lassen sich derzeit knapp 6 % der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus als Industrie-4.0-Pioniere klassifizieren, weitere gut 18 % haben erste systematische Maßnahmen getroffen und zählen daher zu den Einsteigern.

Zugleich zeigt die Betrachtung der Dimensionen im Rahmen der Untersuchung, dass Industrie 4.0 funktioniert und am Markt erfolgreich ist, wenn es umgesetzt wird. Beispielsweise bei den Smart Products, also physischen Produkten mit IKT-Zusatzfunktionalitäten. So können bereits bei 14 % der Unternehmen die Produkte Informationen über sich selbst senden. Weitere 7 % können dank integrierter IT-Komponenten jedes Produkt im Fertigungsprozess zu jeder Zeit genau lokalisieren.

Die Studie „Industrie 4.0-Readiness“ steht frei zum Download unter www.impuls-stiftung.de zur Verfügung.

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