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Schutzschalter Industrie 4.0 weiter denken

Autor / Redakteur: Karin Pfeiffer / Robert Weber

Für Schutzschalter-Spezialist E-T-A ist Industrie 4.0 ein Segen, denn ohne Lösungen für Überstromschutz und Energieverteilung funktioniert in diese Richtung nichts. Das scheint für einen Innovationsschub zu sorgen: Gleich neun Neuheiten gibt es jetzt aus Altdorf.

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Der Schutzschalter EBU (Electronic Breaker Unit) soll die Energiesicherheit für AC 230 V stabil sicherstellen.
Der Schutzschalter EBU (Electronic Breaker Unit) soll die Energiesicherheit für AC 230 V stabil sicherstellen.
(Bild: E-T-A)

Clifford Sell, Geschäftsführer von E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH, präsentiert acht Produktneuheiten. Das Lead-Kunden-Prinzip mit dem fachlichen Austausch habe zu dem Innovationsschub beigetragen, aber auch das Prinzip Industrie 4.0, so Sell: „Wir haben schon lange die Produkte, aber sie sind schwierig zu kommunizieren. Mit dem Leitbegriff haben wir Rückenwind.“

Der Schutzschalter EBU (Electronic Breaker Unit) soll die Energiesicherheit für AC 230 V stabil sicherstellen. Mit EBU wurde eine Lösung für AC USV-Anlagen geschaffen, die Probleme in der Ausgangsleistung haben. Tobias Prem, Produktmanager der Sparte Industry, Energy & Equipment, erklärt, wie die USV-Anlagen über den Nennstrom hinaus nur begrenzt Überstrom liefern können. Bei zu hoher Belastung werde die Spannungsqualität beeinträchtigt, bis die Anlage aus Eigenschutz abschalte. Der Schutzschalter Typ EBU soll nun die Energiesicherheit durch AC USV-Anlagen unterbrechungsfrei sichern.

Bis zu 16 Schutzschalter auf der Hutschiene

Das Gerät besteht aus einem Leitungsschutzschalter, der für Kurzschlussabschaltungen von bis zu 10 kA zugelassen ist und die Mess- und Auswerteaufgaben zielgerichtet übernimmt. Das Produkt ist in den LS Nennströmen 6A, 10 A und 16 A Charakteristik B und C verfügbar und wird direkt am Abgang der jeweiligen USV betrieben. EBU lässt sich mit Hilfe eines Einstellpotentiometers auf die Leistungsfähigkeit der USV-Anlage anpassen. USV-Anlagen lassen sich so um ein Drittel kleiner dimensionieren. Für den Januar 2016 plant E-T-A die Einführung des Kombi-Schutzschalters 3120-PT mit vereinfachter Verdrahtung. Die Push-in-Anschlusstechnik verfügt über gleichmäßig hohe Federkräfte an der Klemmstelle und sorgt so für eine einfache, schnelle und langzeitstabile Leiterkontaktierung.

Pünktlich zur SPS IPC Drives präsentiert E-T-A zudem mit dem elektronischen Sicherheitsautomaten vom Typ REX12-T ein Schutzelement speziell für den Maschinen- und Anlagenbau. Flexibilität und kompakte Bauform soll dabei kombiniert werden. Zur Montage nutzt der einkanalig anreihbare REX12-T das Einspeisemodul EM12-T. Beide Module sind komplett in Push-In-Technologie ausgeführt. Je nach Bedarf lassen sich bis zu 16 Schutzschalter nacheinander auf der Hutschiene platzieren und mit einem Klappmechanismus elektrisch verbinden, ohne Verwendung von Brücken, Jumpern oder Schienen. Mit dem SBG-V0071 hat E-T-A eine AC-Stromverteilung für die Hutschiene entwickelt. Dieter Arenz, Applikationsspezialist bei E-T-A, erklärt, dass der Einzug moderner Kommunikationstechnik in Fertigungsanlagen, die häufig mit Wechselspannung AC 230 V betrieben werden, eine angepasste Stromversorgung und -verteilung erfordere. Auch viele Feldgeräte aus der MSR-Technik benötigen eine derartige Stromversorgung. Bei der Konzeption spielen Leistungslängen und Querschnitte der Lastkabel eine geringere Rolle, denn die 10-fach höhere Versorgungsspannung reduziere den Einfluss der Leitungsverluste.

Beim Stromverteiler SBG-V0071 für die Hutschienenmontage verschwinden alle spannungsführenden Teile und Leitungen in die Innenlagen der Leiterplatte und ins Innere des Kunststoffträgers. Auf der äußersten Lage der Leiterplatte, die durch den Bediener berührt werden könnte, ist nur das PE-Schutzleiterpotential aufgelegt. Zehn berührungssichere Stecksockel und Klemmen kontaktieren die inneren stromführenden Leiterbahnen. Das neue ControlPlex Rack wiederum ist ein selektiver Überstromschutz mit einer smarten Steuer- und Überwachungsfunktion für den Betrieb dezentraler Anlagen in der Telekommunikation- und Übertragungstechnik. Das ControlPlex Rack wurde speziell für alle minusversorgten Anlagen im Spannungsbereich von DC -38 V bis DC -72 V entwickelt. Das Gerät hat ein fingersicheres Einschubgehäuse zur Systemschrankmontage, geeignet für 19 Zoll und ETSI Schränke. Der Einschub integriert eine BUS Platine, steckbare Lastanschlussklemmen und bis zu 20 Steckplätze für elektronische Sicherungsautomaten des Typs ESX300-S. Zusätzlich ist ein Steckplatz für eine Interfacebaugruppe vom Typ RCI10 reserviert. Mit dieser Remote-Control lässt sich eine dezentral aufgebaute Anlage smart steuern und überwachen. Ebenfalls neu ist der elektronische Schutzschalter ESS30-S mit integriertem thermischem Schutzschalter. Der ESS30-S verfügt über neue Schaltungskonzepte, die bei geringerer Einbauhöhe die Stromaufnahme und die Gesamt-Verlustleistung um ca. 30 Prozent reduzieren. Der Schutzschalter ist für den Einbau in dezentralen Energieverteilern gedacht und eignet sich durch umfassende Zulassungen auch für den Einsatz in international eingesetzten Maschinen. Eine galvanische Trennung verhindert nach Handabschaltung oder Auslösung jegliche Rückspeisung von der Lastebene auf die DC 24 V-Steuerspannung über die integrierte Inversdiode des Mosfets.

Antworten für die Energie in der Smart Factory

Das neue Modul 18 plus zielt auf den kompakten Aufbau von Schaltschränken und Schaltkästen, vor allem in der Automatisierungstechnik. Die Kostenreduzierung sowie die flexible Verdrahtung im Schaltschrank seien wichtige Komponenten, so Erich Fischer, Leiter der Sparte Industry, Energy & Equipment. Das Stromverteilungssystem Modul 18 plus eigne sich für alle Arten der DC 24 V-Lastkreis-Verdrahtung. Das Modul lässt sich mit steckbaren Schutzschaltern und Überstromschutzgeräten bestücken. Es beinhaltet dabei ein komplettes Montage- und Stromverteilungssystem für die DIN-Hutschienen-Montage. „Dieses System bietet eine vollwertige 80-A-Potenzialverteilung der CS 24 V-Steuerspannung ohne zusätzlich benötigte Anschluss-Klemmen und Verbindungsleitungen“, so Fischer. Das Modul 18 plus gibt es auch mit Anbindung an das IO-Link-System. Das IO-Link Device CPC 10IO ermögliche dem Anwender – in Kombination mit den intelligenten elektronischen Sicherungsautomaten ESX50D – einen aktuellen Überblick über seine DC 24 V-Stromversorgung, führt Thomas Kramer, Geschäftsfeldmanager Industry, Energy & Equipment, aus.

Mit dem Gerät können Messwerte wie etwa der aktuelle Nennstrom der elektronischen Sicherungsautomaten eingelesen und an den angeschlossenen IO-Link-Master angeschlossen werden. E-T-A greift Ideen auf und integriert sie. Ganz nach dem Firmenmotto: „Wir denken Industrie 4.0 weiter.“

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