Verpackungstechnik

Industrie-PC: Zentrale Daten, weniger Fehler

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Die Datenkommunikation mit dem ERP-Interface

Aufgrund der vielen spezifischen Anforderungen, z. B. hinsichtlich der aufwändigen Berechnung der Blisterkarten-Codierung mit Mindesthaltbarkeitsdatum, Batch-Code usw., hat Varta Microbattery für das ERP-Interface eine eigene Lösung entwickelt. Diese basiert auf einer doppelten Verschlüsselung in Hexadezimal-Code, sodass sich die zu übertragenden Daten mit nur 16 Zeichen darstellen und im Protokoll auf einfache Weise von den Sonder- bzw. Steuerzeichen trennen lassen.

Diese Abbildung der Daten ist im TwinCAT TCP/IP Server implementiert, d. h. der Datenstring wird einfach von der Steuerung umgewandelt, verarbeitet und als Ergebnis über den TwinCAT TCP/IP Server direkt an das ERP-Interface zurückgeschickt. Grundgedanke ist hierbei laut Klaus Schöbel eine wirklich offene Kommunikation, sodass es keine Rolle spielt, ob die Steuerungsinformationen entweder an die SQL-Datenbank, an einen Drucker oder an das ERP-System übertragen werden.

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Interessant – so Simon Ziegler – ist auch der kommende Schritt: „Ein neues System für die Visualisierung und Betriebsdatenerfassung soll ebenfalls dieses Datenübertragungsprotokoll nutzen. Aus Sicht der Steuerung gibt es dann als einzige Schnittstelle nur noch das ERP-Interface, das die Informationen an die entsprechenden Stellen weiterleitet bzw. von dort sammelt und an die Steuerung schickt.

ERP liefert die notwendigen Informationen

Im Interface selbst werden die Codierungen berechnet, basierend auf der in der SQL-Datenbank hinterlegten Codierungsart. Und das ERP-System liefert über die Klassifizierung der jeweiligen Materialnummer alle notwendigen Informationen, wie Stückzahlen, Grafiken, EAN (European Article Number) und sogar das passende Kameraprogramm. Per Auftragsscan vor Ort ist die Anlage somit möglichst weit umgerüstet, von der Steuerungstechnik bis hin zu der für die jeweilige Etikettenfarbe optimalen Beleuchtungseinstellung. Weiterhin können Maschinenzeiten erfasst und Zugriffsberechtigungen zur Anlagensteuerung geregelt werden.“ Klaus Schöbel ergänzt dazu: „TwinCAT überträgt außerdem alle Informationen für eine OEE-Analyse. Hierzu werden die erforderlichen Daten, wie Stör- und Warnmeldungen, zu mehreren Zeitpunkten gesammelt und als Datenpaket an das ERP-Interface geschickt. Das Übertragungsprotokoll kann also problemlos auch längere Datenstreams verarbeiten.“

Die Möglichkeiten, die sich durch die offene Kommunikation mit TwinCAT eröffnet haben, bieten auch zukünftig Entwicklungspotenzial. So soll beispielsweise die Robotertechnik zur Druckerbestückung ebenfalls in das System integriert werden. Mit PC-Control und Scientific Automation sollen die Anlagen zusätzlich hinsichtlich der Energieeffizienz optimiert werden. [klu]

* *Stefan Ziegler, Marketing Communications, Beckhoff Automation

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