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Vision 2016 Industrielle Bildverarbeitung eilt von Rekord zu Rekord

Redakteur: Sariana Kunze

Die Zeichen für die Vision 2016 stehen gut, die industrielle Bildverarbeitung bleibt auch weiterhin auf Erfolgskurs. Für 2015 kann die europäische und deutsche Branche mit einem Umsatzwachstum von jeweils 10 Prozent aufwarten – das gaben die Veranstalter im Rahmen des Vision / VDMA CEO Round Table in Frankfurt bekannt.

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Bei dem Vision/VDMA CEO Round Table in Frankfurt kommentierten (v.l.) Dr. Heiko Frohn, Geschäftsführer Vitronic, Lou Hermans, COO CMOSIS bvba, Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer MVTec Software, Torsten Wiesinger, Geschäftsführer IDS, und Gurdrun Litzenberger, VDMA Robotics + Automation, die aktuelle Marktsituation der Bildverarbeiter.
Bei dem Vision/VDMA CEO Round Table in Frankfurt kommentierten (v.l.) Dr. Heiko Frohn, Geschäftsführer Vitronic, Lou Hermans, COO CMOSIS bvba, Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer MVTec Software, Torsten Wiesinger, Geschäftsführer IDS, und Gurdrun Litzenberger, VDMA Robotics + Automation, die aktuelle Marktsituation der Bildverarbeiter.
(elektrotechnik/Kunze)

Die Stimmung bei den industriellen Bildverarbeitern ist gut, denn laut der aktuellen VDMA-Studie „The European Machine Vision Market – form record to record“ werden sie das Jahr 2015 mit einem Umsatzwachstum von 10 Prozent in Europa und Deutschland abschließen. Für 2016 sieht der Verband eine Wachstumsperspektive von 7 bis 8 Prozent. Gründe die solide Prognose seien die mögliche VW-Automobilkrise und die geringe Wachstumsrate in China. „Der Markt für Industrielle Bildverarbeitung wächst weiter – für die elektrische Automatisierung ist der Einsatz von Bildverarbeitungstechnologien unverzichtbar. Das gibt unserer Messe natürlich Auftrieb“, sagt Florian Niethammer, Projektleiter bei der Messe Stuttgart. Diese positive Marktsituation spiegelt sich auch im Vorfeld der Vision 2016 wieder. Bereits 80 Prozent der Fläche sind belegt und mehr als 50 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland, gab die Messe Stuttgart beim Vision / VDMA CEO Round Table in Frankfurt bekannt.

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2 Milliarden-Grenze geknackt

Ebenfalls stark ist die Entwicklung des deutschen Branchenumsatzes: 2014 stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro, für 2015 erwartet die Branche einen Umsatzanstieg von 10 Prozent, was einem Umsatz von über 2 Mrd. Euro entspricht. Impulse für die Nachfrage werden – wie schon in den Vorjahren – aus Europa, Nordamerika und Asien erwartet. Unsicherheit besteht bezüglich der Automobilindustrie und China. Nach Nordamerika war China 2010 bis 2014 der wichtigste Exportmarkt für Industrielle Bildverarbeitung aus Deutschland. 2014 wurde mit einem Anstieg der Exporte von 10 Prozent die niedrigste Wachstumsrate seit dem Krisenjahr 2009 erreicht. Die Exporte in die europäischen Länder sind 2014 dagegen mit 23 Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Auch der nicht-industrielle Bereich verzeichnet deutliche Zuwächse in 2014 von 17 Prozent. Dr. Heiko Frohn, Geschäftsführer Vitronic Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme, ergänzte: „Kompakte Systeme liegen mit einem Plus von 24 Prozent in 2014 in Europa deutlich im Trend. “

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„Die Bildverarbeitung weiter wachsen“

Wortmeldung der Teilnehmer am Vision CEO Roundtable:

Dr. Heiko Frohn, Geschäftsführer, Vitronic Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH, Wiesbaden

Frage: Das iPhone macht bereits Bildverarbeitung. Macht uns Apple bald Konkurrenz? Gibt es die Bildverarbeitung bald im App-Store zum Herunterladen?

„Nein, das erstere wohl eher nicht. Das Realisieren spezifischer Lösungen überlässt Apple bekanntlich gerne Anderen. Unsere Branche wird durch BV-Apps sicher nicht überflüssig. Im Gegenteil, die zunehmende Verbreitung von Bildverarbeitung im Massenmarkt wird unser Geschäftsfeld eher befruchten. Sowohl die erhöhte Sichtbarkeit der Technologie, als auch der selbstverständliche, intuitive Umgang mit Tools, die auf Bildverarbeitung basieren, dürften dazu beitragen.“

Lou Hermans, PhD, Chief Operating Officer, CMOSIS bvba, Antwerpen, Belgien

Frage: Die stetigen Wachstumsraten (2014 waren es +16% für die industrielle Bildverarbeitung in Europa) zeigen: die Bildverarbeitung liegt im Trend. Was sind die Gründe für dieses anhaltende Wachstum? Was und wer sind die Treiber?

„Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nach unseren Sensoren können wir nur schlussfolgern, dass auch die Bildverarbeitung weiter wachsen wird. Einerseits verlangen die Kunden nach schnelleren und hochauflösenden Bildsensoren für die Inspektion von Displays unterschiedlicher Art mit immer zunehmender Größe und Auflösung. Auf der anderen Seite des Spektrums verlangt „Bildverarbeitung überall“ nach kleineren und billigeren Kameras, was eine Bedarfssteigerung nach kompakten Bildsensoren mit niedrigem Energiebedarf bedeutet, ohne die Bildqualität, Bildrauschen und Dynamikumfang zu verschlechtern. Neuerdings beobachten wir auch, dass unsere Bildsensoren immer mehr in smart cameras mit “Embedded-Vision – Funktionen“ zum Einsatz kommen.“

Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer, MVTec Software GmbH, München

Frage: Wie verändern sich die Kundenbedürfnisse und Anforderungen? Ist die IBV schon I40-„ready“?

„Die Anforderungen an Robustheit und Schnelligkeit von IBV-Lösungen steigen stetig. Dazu werden die Forderungen nach einfacherer Verknüpfung von IBV und SPS und daraus resultierend Schnittstellen und Standards immer lauter. Embedded-Vision-Lösungen, die sich flexibel auf unterschiedlichsten Hardware-Plattformen nutzen lassen, helfen darüber hinaus, den zunehmenden Bedarf an mobil genutzten Vision-Applikationen und der Ausrüstung von Robotern mit integrierten Vision-Lösungen zu decken. Des Weiteren wachsen die Anforderungen an die Nutzerfreundlichkeit der IBV-Softwarepakete und an deren Flexibilität. Die Anwender sparen Kosten und Zeit durch Systeme, mit denen auch Nutzer mit wenig IBV Programmierkenntnissen typische Standardaufgaben einfach und schnell lösen können.

Hierfür muss und kann die IBV-Lösungen bereitstellen, die einerseits eine einfache Anpassbarkeit bzw. Parametrisierung von IBV-Applikationen ermöglichen und andererseits nahtlos in bestehende, individuelle Automatisierungs-Frameworks integriert werden können. So werden IBV-Lösungen zum „Auge“ der Produktionsanlage und versorgen die Produktionssteuerung integriert mit den notwendigen Entscheidungsgrundlagen. Dazu gehört auch, über flexibel zu gestaltende Benutzerschnittstellen („Frontends“) verschiedenen Nutzergruppen passend aufbereitete Visualisierungen bieten zu können.“

Torsten Wiesinger, Geschäftsführer, IDS Imaging Development Systems GmbH, Obersulm

Frage: Wie verändern sich die Kundenbedürfnisse und Anforderungen?

„Nach wie vor benötigen unsere Kunden Bilder. Während früher allerdings der PC die Basisplattform war, wünschen sich unsere Kunden eine erweiterte Plattform. Zudem muss die verwendete Sensorik immer leistungsfähiger sein und ein breites Spektrum an Funktionen bieten.“

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