Nachgehakt Industrielobby verschiebt Halogenlampenverbot auf 2018

Redakteur: Victoria Sonnenberg

Was ist eigentlich mit … dem Verbot der Halogenlampe, das für September 2016 vorgesehen war? Wir fragten Antje Mensen vom Deutschen Naturschutzring.

Antje Mensen ist Referentin für EU-Klima- und Energiepolitik beim Deutschen Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzverbände (DNR).
Antje Mensen ist Referentin für EU-Klima- und Energiepolitik beim Deutschen Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzverbände (DNR).
(Bild: DNR)

Warum sollen Halogenlampen überhaupt ausgetauscht werden?

In dem Gesetzesvorschlag der EU-Kommission geht es darum, ineffiziente Lampen vom Markt zu nehmen. Das schließt alle Halogenstrahler mit ein, die unterhalb der Energieeffizienzklasse C sind. Mit energieeffizienten Produkten sparen Verbraucher bares Geld. Außerdem leisten Effizienzstandards für Produkte einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Energiesicherheit.

Warum wurde das Verbot auf 2018 verschoben?

Das Verbot war ursprünglich für 2016 geplant, nun wurde es auf Druck der Industrielobby auf 2018 verschoben. Die Industrie behauptet, die LED-Technologie sei noch nicht in der Lage, die Halogenstrahler zu ersetzen – das ist aber durch aktuelle Studien widerlegt. Durch den Aufschub verlieren wir Energieeinsparungen im Wert von 6,6 Mrd. Euro – die Rechnung zahlen wir Verbraucher. Zudem wird es jetzt noch schwieriger, das EU-Energieeffizienzziel zu erreichen. Energiesparen ist aber unbedingt notwendig, um den umweltverträglichen Umbau unseres Energie- und Wirtschaftssystems zu realisieren – denn die beste Energie, ist die, die gar nicht erst verbraucht wird.

Was soll sich 2018 dann konkret ändern?

Ab September 2018 werden dann Halogenlampen ab der Effizienzklasse D vom Markt genommen. Verbraucher/innen sind aber schon jetzt besser mit den supereffizienten LED-Lampen beraten – der etwas höhere Einkaufspreis rentiert sich schon nach achtmonatiger Nutzung und im Laufe ihrer langen Lebensdauer spart man rund 140 Euro und schützt das Klima.

(ID:43502514)