Bildverarbeitungssystem

Inspektion von Massenware: So lassen sich Verbindungselemente prüfen

Seite: 2/3

Firma zum Thema

Bildverarbeitung mit Standardkomponenten

Auch bei der Bildverarbeitungshardware setzen Rothweiler und seine Ingenieure auf Standardkomponenten, die das Unternehmen seit Jahren größtenteils von Stemmer Imaging bezieht. „Für uns ist es in allen Bereichen wichtig, gute Lieferanten zu haben, auf die wir uns verlassen können. In Sachen Bildverarbeitung arbeiten wir daher schon seit vielen Jahren mit Stemmer Imaging zusammen und haben dabei viele positive Erfahrungen gemacht. Das Lieferprogramm deckt alle Komponenten ab, die wir für unsere Anlagen benötigen.“ Darüber hinaus empfindet er den persönlichen Kontakt zu dem für Gefra zuständigen vertrieblichen Ansprechpartner Jürgen Buhr als sehr hilfreich: „Bei eiligen Fragestellungen haben wir in der Vergangenheit schon mehrfach gemeinsam schnelle Lösungen gefunden, die uns weitergeholfen haben.“

Die Konzentration auf standardisierte Elemente gilt auch für die aktuelle und bislang größte Anlage, die Gefra je realisiert hat, und zwar sowohl für die mechanische Auslegung als auch für die pure Anzahl an Bildverarbeitungskomponenten, so der Geschäftsführer: „Bisher hatten die Glasteller, auf denen die Produkte an den Prüfstationen vorbei transportiert wurden, 500 mm im Durchmesser. Damit waren wir bezüglich der Anzahl der möglichen Prüfstationen limitiert und haben daher in diese neue Anlage erstmals einen größeren Glasteller mit 800 mm Durchmesser integriert.“ Auf diesen Glasscheiben liegen die Prüfteile lose auf und werden an nunmehr sechs Stationen vorbeigeführt, wo sie mit Hilfe von zwölf Kameras inspiziert werden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Zwölf Kameras an sechs Stationen

Bei der aktuellen Anlage werden Verschraubungen zur Befestigung von Bremsleitungen in Fahrzeugen inspiziert. Hierbei kommt es auf die genaue Einhaltung der Toleranzen aller geometrischen Größen inklusive der Qualität der Gewinde an, um eine 100-prozenztige Funktion zu gewährleisten. Hierbei kommt die von Gefra speziell entwickelte 360°-Prüfung im Durchlauf mit vier Kameras zum Einsatz, welche die Erkennung von Gewindefehlern im Durchlauf ermöglicht. Wichtig ist dabei auch, Späne oder Grate zu erkennen, die von vorangegangenen Arbeitsschritten stammen können, und Bauteile mit diesem Fehlermerkmal sicher auszusortieren.

Der Prüfprozess in der beschriebenen Anlage beginnt mit der Zuführung der Verschraubungen. „Manchmal bekommen wir vom Kunden fertige Bunkersysteme und legen die Zuführung danach aus“, erzählt Rothweiler. In diesem Fall entwickelte Gefra jedoch die gesamte Mechanik: „Die Schrauben werden als Schüttgut angeliefert, über einen von uns ausgewählten und mechanisch angepassten Rütteltopf vereinzelt und dem eigentlichen Sortiersystem in zwei möglichen Positionen zugeführt. Sie werden dann auf den rotierenden Glasring übergeben und so an den sechs Prüfstationen vorbeigeführt.

Kameras für geometrische Größen

Die erste dieser sechs Stationen misst geometrische Größen wie den Gewindedurchmesser, die Bohrungen sowie per Kantenverfolgung die Abmessungen des Sechskants der Schrauben, um die korrekte Schlüsselweite sicherzustellen. Außerdem werden hier mögliche Grate an den Prüflingen erkannt. „Wie bei allen Stationen, bei denen gemessen wird, verwenden wir an dieser Stelle telezentrische Beleuchtungen und Optiken, um die exakten Werte zu ermitteln“, erläutert Rothweiler die Auswahl der an dieser Stelle besonders hochwertigen Bildverarbeitungskomponenten. „So erzielen wir Genauigkeiten im hundertstel Millimeter-Bereich.“

Räumlich an der gleichen Station angeordnet ist ein weiteres Teilsystem, bei dem die Gewindenenn- und -kerndurchmesser, die Phase, die Höhe sowie die Steigung in der Seitenansicht vermessen werden.

(ID:42647904)