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Dezentrale Energieerzeugung

Integration von Überwachungsaufgaben in die Betriebsführung

| Redakteur: Wolfgang Leppert

Je größer der Anteil der erneuerbaren Energie gegenüber konventionellen Kraftwerken im Netz, desto mehr müssen diese „Kleinkraftwerke“ dem Netzverhalten anderer Großkraftwerke entsprechen. Mit dem neuen Grid Measurement and Protection- Modul GMP 232 im M1-Automatisierungssystem von Bachmann werden weitere Überwachungs- und Schutzfunktionen in die klassischen Steuerungsaufgaben einer Energie-Erzeugungseinheit integriert. Somit können künftige Anforderungen — etwa durch Smart Grid — erfüllt werden.

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Entlastung: Intelligente, dezentrale Energieerzeugungseinheiten übernehmen im Verteilnetz Aufgaben der zentralen Betriebsführung
Entlastung: Intelligente, dezentrale Energieerzeugungseinheiten übernehmen im Verteilnetz Aufgaben der zentralen Betriebsführung
( Archiv: Vogel Business Media )

Im traditionellen Verständnis ist die elektrische Energieversorgung zentral und in eine Richtung organisiert: Ein Energieversorgungsunternehmen stellt seine Energie den Verbrauchern in seinem Versorgungsgebiet zur Verfügung. Dazu verwendet es einige wenige, große Kraftwerksanlagen, die weitestgehend konstant Energie liefern. Die Leitwarten der EVUs stellen sicher, dass die Balance zwischen Verbrauch und Erzeugung aufrecht erhalten bleibt und sich Spannung und Frequenz im Netz nur geringfügig ändern.

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Die Liberalisierung des Strommarkts, verbunden mit dem vermehrten Einsatz von Kleinkraftwerken, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen (z.B. Windkraft-, Photovoltaik- oder Biogas-Anlagen) erfordern neue Konzepte, um die Netzstabilität aufrecht erhalten zu können. Solche Anlagen können etwa durch Witterungseinflüsse ihre Energie nicht vergleichsweise planbar liefern wie dies zum Beispiel bei einem klassischen Großkraftwerk der Fall ist. Dadurch ist die Vorhersagbarkeit der zur Verfügung stehenden Energie nur noch zum Teil gegeben.

Mit Smart Grid in die Zukunft der intelligenten Netze

Smart Grid wird oft auf intelligente Stromzähler reduziert. Smart Grid bedeutet aber weitaus mehr: Nicht nur die Stromzähler auf der Verbraucherseite werden intelligenter, sondern das gesamte Energieversorgungsnetz, vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Intelligenter heißt in diesem Zusammenhang, dass die einzelnen Netzkomponenten — zum Beispiel Schalteinrichtungen, Transformatoren, dezentrale Energieerzeugungsanlagen usw. — mit mehr Intelligenz ausgestattet werden. Dadurch können sie lokale Steuerungsaufgaben übernehmen und vorverdichtete Daten an eine übergeordnete Leitstelle weiterleiten oder von dort empfangen. Dadurch reduziert sich die Komplexität, notwendige Reaktionszeiten verkürzen sich und die Versorgungssicherheit steigt.

Durch die Vielzahl an neuen, dezentralen Energieerzeugungsanlagen stößt der traditionelle Ansatz zur Energieregelung an seine Grenzen. Die Auslagerung von Steuerungsaufgaben und die Reduktion auf wesentliche Aufgaben verschaffen dieser wieder »mehr Luft«: Die einzelnen Komponenten übernehmen selbstständig ihre Schutz- und lokalen Steuerungsaufgaben und die zentrale Leitstelle konzentriert sich auf die Kontrolle der Netzstabilität, sprich auf die Spannungs-, Frequenz- und Leistungsfaktor-Regelung.

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