Suchen

Mehr Durchblick im Automatisierungsdschungel Integrierte Bediengeräte – von der reinen Datenanzeige zur Problemlösungsplattform

Autor / Redakteur: Norbert Poßberg* / Reinhard Kluger

Industrielle Bediengeräte entwickeln sich immer mehr zur multifunktionalen Mensch-Maschine-Schnittstelle. Als integraler Bestandteil moderner Automatisierungskonzepte liefern sie detaillierte Einblicke in die Steuerungs- und Regelungsabläufe von Maschinen und Anlagen, schaffen die notwendige Verbindung zu übergeordneten Managementsystemen und bieten vielfältige Funktionen und Hilfen zur Bedienung, Überwachung und Diagnose.

Firmen zum Thema

Die GOT1000-Bediengerätserie umfasst 60 stationäre und mobile Touchscreen-Geräte in verschiedenen Größen und Ausführungen für das breite Aufgabenspektrum der Industrieautomation
Die GOT1000-Bediengerätserie umfasst 60 stationäre und mobile Touchscreen-Geräte in verschiedenen Größen und Ausführungen für das breite Aufgabenspektrum der Industrieautomation
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Trend zu integrierten Automatisierungssystemen als Schlüssel zu höherer Produktivität und Wirtschaftlichkeit verlangt neben durchgängigen Steuerungskonzepten speziell darauf abgestimmte Technologien zur Bedienung und Überwachung von Maschinen und Anlagen. Ein enges Zusammenspiel von Steuerungen und Bediengeräten sorgt für die nötige Transparenz der Produktionsprozesse bis in die Managementebene und ermöglicht zusätzliche Funktionen, die Bediener, Entwickler und Servicepersonal bei ihren Aufgaben unterstützen. Längst reichen einige wenige Geräteversionen mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen und -auflösungen nicht mehr aus, um die gesamte Bandbreite industrieller Anwendungen anschaulich zu visualisieren. Gefragt sind flexibel skalierbare Lösungen von der einfachen Maschinenanzeige bis zur anspruchsvollen Prozessvisualisierung, denen im Idealfall eine einheitliche Technik zugrunde liegt.

Bildergalerie

„Die Anforderungen an Bediengeräte sind vielfältiger denn je“, weiß Christian Nomine, Produktmanager für Bediengeräte und Visualisierungssysteme bei Mitsubishi Electric Europe in Ratingen. „Leichte Installation der Technik, klare Darstellung der Prozessabläufe, hoher Bedienkomfort, präzise Meldungen bei Störungen, ein reibungsloser Datenaustausch über Netzwerke sowie zu Steuerungen von Drittherstellern und nicht zuletzt die sichere Handhabung und ein zuverlässiger Betrieb auch in rauen Industrieumgebungen sind Faktoren, die den Erfolg einer Automatisierung maßgeblich mitbestimmen.“

Von der Anzeige zur Problemlösung

Das Leistungsvermögen von Standardbediengeräten steigt durch schnellere Prozessoren und größere Speicher kontinuierlich. Das Ergebnis zeigt sich in höheren Bildschirmauflösungen und besseren Grafikqualitäten, die mehr Gestaltungsmöglichkeiten bieten, aber auch in schnelleren Bildaufbauzeiten und kürzeren Reaktionszeiten auf Ein- und Ausgabebefehle. „Doch um in der Produktion alle Potenziale zur Senkung der Gesamtbetriebskosten zu erschließen, genügt es nicht, die Leistung einzelner Komponenten zu verbessern“, betont Nomine. Ziel der Automatisierung müsse es vielmehr sein, durch eine weitreichende Integration sämtlicher Hard- und Softwarekomponenten alle Lebenszyklusphasen einer Produktionsanlage optimal zu unterstützen – angefangen von der Planung und Entwicklung über die Installation, Inbetriebnahme und den Betrieb bis hin zu Wartung und Diagnose. Daraus ergeben sich auch neue Anforderungen an die Bedien- und Visualisierungstechnik. „Ursprünglich nur als einfaches Anzeigegerät für die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) eingesetzt, entwickeln sich Bediengeräte immer mehr zur multifunktionalen Bedien- und Problemlösungsplattform in der Industrieautomation – und somit zum elementaren Bestandteil einer durchgängigen Gesamtlösung“, so der Produktmanager.

Ein Beispiel für diese Entwicklung sind die grafischen Bediengeräte der neuen GT16-Produktfamilie von Mitsubishi Electric, mit der das Unternehmen die im Jahr 2004 eingeführte GOT1000-Bediengeräteserie jetzt im oberen Leistungssegment weiter ausbaut. Insgesamt 12 Modelle mit Bildschirmgrößen von 8,4 Zoll, 10,4 Zoll, 12,1 Zoll und 15 Zoll umfasst die jüngste und leistungsstärkste Produktfamilie der aktuellen Gerätegeneration. Die kontrastreichen, klar lesbaren TFT-Flachbildschirme (Thin Film Transistor) mit berührungssensitiver Bedienoberfläche ermöglichen mit Auflösungen von bis zu 1024 mal 768 Punkten und 65536 Farben eine variable und übersichtliche Darstellung von Maschinen- und Anlagenabläufen. Kern der Bediengerätetechnik sind neu entwickelte Haupt- und Grafikprozessoren, die für kurze Bedienreaktionszeiten und in Kombination mit speziellen Cache-Mechanismen für einen raschen Bildaufbau sorgen. Auch der Projektspeicher ist mit einer Kapazität von 57 Megabyte für anspruchsvolle Bedien- und Visualisierungsaufgaben ausgelegt.

(ID:297362)