Elektrische Leitungen

Intelligenz gefragt - auch im Kabel

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A-Teil-Bedeutung für C-Teile

Diese Tatsache lässt sich an Beispielen ganz gut festmachen: Ethernet-Hybridleitungen wie die HMCB500S transportieren in 2 separaten Adern Strom und Daten. Das stellt höchste Anforderungen an Schirmung, elektromechanische Verträglichkeit und Konfektionierung. Schließlich darf der Datenfluss in keinem Fall gestört werden. So kommen immer höhere Anforderungen auf die Kabelhersteller zu. Das Ganze wird tangiert durch Themen wie Rückflussdämpfung als Qualitätsmerkmal oder das Verhältnis von Kabeldämpfung zur Nebensprechdämpfung in Abhängigkeit von der Frequenz. „Wir Kabelhersteller bewegen uns im Bereich der Hochfrequenztechnik. Das fordert insbesondere unsere Produktion. Immer genauer und feinjustierter müssen unsere Produkte werden“, gibt der Kabelexperte zu bedenken. „Ethernet-Hybridleitungen markieren derzeit die Spitze der Entwicklung“, so Messerer.

Ein zweites Beispiel sind Kabelsysteme für die neuen Digitalgebersysteme mit der Schnittstelle Hyperface DSL. Bisher wurden Servomotoren und Umrichter mit je einer Leitung für die Leistungsübertragung und für die Übertragung der Lageinformationen verbunden. Die neuen Gebersysteme ermöglichen künftig Einkabellösungen. Die Servoleitung Topserv Hybrid in den Ausführungen PUR für hochdynamische Schleppkettenanwendungen und PVC für bedingt schleppkettenfähige Anwendungen sind dafür ausgelegt. „Da das Paar für die Datenübertragung in die Servoleitung integriert wird, ist die Haltbarkeit des Datenschirms von besonderer Bedeutung. Tests an neuen Leitungen sind nur bedingt aussagekräftig, da die Qualität des Schirms im Laufe des Einsatzes in einer Schleppkette nachlässt. Besonderes Augenmerk haben wir deshalb auf Qualität und Lebensdauer des Kupferschirms gelegt, der das Datenpaar vor den Störungen der Leistungsadern schützt“, erklärt Messerer.

Empirische Ermittlung durch Kabelfolter

Um die Dauerhaltbarkeit sicher zu stellen, gibt es am mittelfränkischen Standort Windsbach die sogenannte Folterkammer. Im Testzentrum mit Schleppketten- und Torsionsprüfanlagen erfolgt die Stressbelastung. Beispielsweise werden dort Hybridleitungen in einem hochdynamischen Schleppkettentest mit über 5 Mio. Zyklen auf die Probe gestellt. Weil die Beanspruchung der Leitungen von Parametern wie Verfahrweg, Biegeradius, Geschwindigkeit und Beschleunigung abhängt, werden diese Daten vom Kunden benötigt.

Je präziser die Angaben sind, desto detaillierter lässt sich die maßgeschneiderte Leitung auslegen. Berechnen lässt sich das nicht, sondern nur empirisch ermitteln. „Auch wenn wir umfangreiche Erfahrungswerte in einer Datenbank haben, braucht es immer den Test. Der Praxiseinsatz bestätigt dann die Haltbarkeit der Leitungen“, so Messerer.

Industrie 4.0 stellt die Kabel- und Leistungshersteller also vor die größten Herausforderungen – vor allem in der Robotik und im Schleppketteneinsatz. Da kommen dann hohe elektrischen Anforderungen auf unsere Produkte zu wie Abriebfestigkeit, Biegefähigkeit, Medienbeständigkeit und Torsionsfähigkeit. „Zudem steigt der ‚IQ-Wert‘ der Produkte, denn sie werden immer intelligenter“, schmunzelt der mit drei Jahrzehnten Erfahrung ausgestattete ‚alte Hase‘ und schließt mit dem wunderbaren Satz: „Kabel sind mein Leben“.

SPS IPC Drives: Helukabel, Halle 6, Stand 160/260

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