Niedrigtemperaturkabel Kabel widersteht der Eishölle

Redakteur: Gudrun Zehrer

Hradil Spezialkabel stellt ein flexibles 5.000 V-Stromversorgungskabel für maritime Niedrigtemperaturanwendungen bis -200 °C vor. Typische Anwendungen findet man auf LNG(Liquefied Natural Gas)-Tankschiffen. Das Besondere: Statt Kupferlitzen setzt man auf Litzen aus Reinnickel.

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Hradil Stromversorgungskabel für maritime Niedrigtemperaturanwendungen bis -200°C.
Hradil Stromversorgungskabel für maritime Niedrigtemperaturanwendungen bis -200°C.
(Hradil)

Unterbrechungen im Betriebsablauf wegen häufiger Kabelausfälle lassen sich damit nach Herstellerangaben auf ein Minimum reduzieren. Das Niedrigtemperaturkabel gibt es auf Wunsch mit UL/CSA Zertifizierung.

Alternativen zur Pipeline ökonomisch attraktiver

Eine wachsende Gasnachfrage und hohe Gaspreise machen seit geraumer Zeit zur Pipeline alternative – bis dato unwirtschaftliche - Transportmöglichkeiten attraktiv. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Transport von verflüssigtem Erdgas per Tankschiff, so Hradil. Das Erdgas wird hierbei bis auf seinen Siedepunkt bei minus 161,5 °C abgekühlt. Bei dieser Temperatur geht das Erdgas in den flüssigen Zustand über und das Volumen schrumpft auf ein Sechshundertstel seines Ausgangsvolumens – und dies bei normalem Umgebungsdruck. Ein Kubikmeter Erdgas ließe sich also im Handgepäck z.B. in einer 1,5-Liter-Thermosflasche transportieren. Das verflüssigte Erdgas LNG (Liquefied Natural Gas) selbst ist eine ungiftige, glasklare und geruchlose Flüssigkeit. Am Bestimmungshafen z.B. in Rotterdam wird es dann nach einer Zwischenlagerung in Coldboxen je nach Bedarf erwärmt und damit in den gasförmigen Zustand zurückversetzt – der Gasleitungstransport per Pipeline ist dann wieder möglich..

Flexibles 5.000 V-Stromversorgungskabel

Um das flüssige Erdgas in die Tanks zu pumpen bzw. wieder herauszupumpen, muss eine Pumpe inklusive Kabel zur Stromversorgung in die eisigen Tanks abgesenkt werden. Insbesondere das Kabel erwies sich hier in der Vergangenheit immer wieder als neuralgische Schwachstelle und es kam zu Kabelausfällen. Einerseits muss das Kabel der enormen Eiseskälte von bis zu bis –200 °C widerstehen. Zum anderen sind die mechanischen Belastungen nicht zu unterschätzen, denn das Kabel wird zusammen mit der Pumpe in die über 40 Meter tiefen Gastanks abgelassen. Auch die permanente UV-Einstrahlung und die salzhaltige Luftfeuchtigkeit auf hoher See tun ihr übriges.

Stahlarmierung schützt vor mechanischen Belastungen

Die Ingenieure bei Hradil entwickelten darum für diesen maritimen Einsatzzweck ein Spezialkabel mit Stahlarmierung. Diese Armierung bietet den überlebenswichtigen Schutz gegenüber den hohen mechanischen Belastungen. Aufgrund der Armierung kann das Niedrigtemperaturkabel allerdings nicht mehr im konventionellen Kabel-Extrusionsverfahren gefertigt werden. In einem besonderen Herstellungsverfahren werden PTFE Folien (Polytetrafluorethylen) mehrlagig gewickelt. PTFE ist auch bekannt unter dem Handelsnamen Teflon. Angeboten wird das neue Niedrigtemperaturkabel in individuellen Längen, komplett konfektioniert und mit zertifizierten Steckern.

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