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Energieketten

Kabelspezialist sorgt für Tempo bei der Glasproduktion

| Redakteur: Ines Stotz

Es hält Wärme drinnen und Kälte draußen. Isolierglas spielt beim Bauen eine immer größere Rolle. Eine Firma im Nordschwarzwald baut die Maschinen, auf denen Isoliergläser gefertigt werden. Aktuell entsteht hier die größte Isolierglas-Fertigungslinie der Welt. Mit vorkonfektionierten Energieketten von Lapp ließ sich der Produktionsprozess deutlich beschleunigen.

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In den Energieführungsketten für Bystronic glass stecken Anschluss- und Steuerleitungen, Bus-Leitungen aber auch Schläuche für andere Medien.
In den Energieführungsketten für Bystronic glass stecken Anschluss- und Steuerleitungen, Bus-Leitungen aber auch Schläuche für andere Medien.
( Bild: Lapp )

Die Bystronic glass Gruppe gilt als Hidden Champion in der Branche. Das Unternehmen besteht aus drei Technologiezentren mit insgesamt 465 Mitarbeitern in der Schweiz, in China und in Deutschland. In Neuhausen-Hamberg im Schwarzwald werden seit mehr als 50 Jahren Maschinen und Anlagen zur Isolierglasfertigung hergestellt und weltweit verschickt.

Isolierglas, das auf Maschinen von Bystronic glass hergestellt wurde, ist beispielsweise im Oscar Niemeyer Tower in Rio, der O2 World in Berlin oder dem Shanghai Tower. „Selbst im höchsten Gebäude der Welt – dem Burj Khalifa in Dubai – steckt ein bisschen Bystronic glass drin“, erzählt Peter Nischwitz, der für die Unternehmenskommunikation der internationalen Marke Bystronic glass zuständig ist.

Architekturglas ist die Kernkompetenz am deutschen Standort, wo man riesige Anlagen zur Herstellung von Isolierglas fertigt. Und die Nachfrage danach nimmt mit steigenden Anforderungen an Energieeffizienz und Schalldämmung weltweit zu. „Überall dort, wo die Energieeinspar-Richtlinien schon hoch angesiedelt sind, sind wir mit unseren Anlagen, die Glas zu Isolierglas machen, erfolgreich“, sagt Nischwitz.

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Ein Erfolg, der nicht von ungefähr kommt – sondern vom stetigen Verbessern. Zum Beispiel durch den Einsatz von komplett vorkonfektionierten Ölflex Connect Energieketten von Lapp. „Kabel abmanteln, Einzeladern abisolieren, Stecker montieren und in Schleppketten installieren – das haben wir hier früher alles selber manuell im Haus gemacht“, berichtet Thorsten Meier, Prozessplaner bei Bystronic glass. „Dadurch, dass wir von Lapp die kompletten Konfektionen geliefert bekommen, konnten wir unsere Durchlaufzeiten von acht auf eine Stunde reduzieren.“ Lapp kümmert sich als Experte für Verkabelungslösungen um die Energieketten – und die Elektriker von Bystronic glass konzentrieren sich in der gesparten Zeit auf andere wertschöpfende Aufgaben. „Wir konnten die Montagezeiten und den logistischen Aufwand reduzieren, denn Lapp liefert uns die Ketten just in time.“

Die größte Fertigungslinie der Welt

Eine klassische Isolierglas-Fertigungslinie misst zwischen 50 und 70 Metern. „Wenn der Kunde viele gleichartige Gläser fertigt, spielt eher die Taktzahl eine Rolle“, sagt Meier. Auch dafür gibt es hier die passende Anlage, die zwischen 800 und 1200 Isolierglaseinheiten pro Schicht fertigen kann. Aktuell wird in Neuhausen-Hamberg die größte Isolierglas-Produktionslinie der Welt gebaut. Sie hat eine Rekordlänge von 160 m und ist für Isoliergläser von bis zu 18 x 3 m konzipiert. Die gesamte Anlage ist eine reine Sonderkonstruktion. „Wir mussten sie in drei Abschnitte aufteilen. Die ersten beiden sind schon beim Kunden“, erzählt Thorsten Meier stolz.

Für diese Fertigungslinie hat Lapp Systems, ein Unternehmen der Lapp Gruppe, nach den Vorgaben von Bystronic glass eine Energieführungskette konzipiert und vorkonfektioniert. Bei der Schleppkette handelt es sich um eine Silvyn Chain 445 MU Energieführungskette für hochdynamische Anwendungen. Sie ist 2,7 m lang und besteht aus Kunststoff mit aufklappbaren Rahmenstegen.

Auch die Bestückung erfolgte kundenindividuell. So kommt in der Kette die halogenfreie Anschluss- und Steuerleitung Ölflex FD 855 P zum Einsatz. Sie eignet sich für hohe Beanspruchung in Energieführungsketten, erlaubt kleine Biegeradien, lange Verfahrwege und ist UL/cUL zertifiziert für Nordamerika.

Auf Kundenwunsch wurden Ölflex Connect Servo-Konfektionen nach Siemens-Standard eingesetzt. Bei diesen Servokonfektionen werden Kabel und Stecker teilautomatisch verbunden. Das bringt deutliche Vorteile für Qualität, Verfügbarkeit und Abschirmwirkung. Unter anderem ist die Abschirmung gegen elektromagnetische Störungen um 400 Prozent besser als bei herkömmlichen Lösungen.

Für den Datenaustausch sorgt eine Unitronic Bus PB Profibus-Leitung die mit einem M12-Stecker konfektioniert wurde. Außerdem stecken in der Kette Schläuche für andere Medien: ein PVC Gewebeschlauch mit 15 mm Außendurchmesser sowie ein Kunststoff-Absaugschlauch mit 35 mm Außendurchmesser.

Die beschriebene Grundkette ist variabel und lässt sich je nach Anlagengröße individuell bestücken. Auch die Längen der Leitungen und der eingelegten Schläuche kann jederzeit an die Anlage angepasst werden.

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