Lapp Kabelspezialist zieht es nach Südamerika

Redakteur: Sariana Kunze

Nach der Crème de la Crème des Fußballs will nun auch die Lapp Gruppe erfolgreich in Brasilien werden. Produktionswerke in Europa, Nordamerika und Asien kann der Kabelspezialset bereits vorweisen, jetzt eröffnete das Unternehmen sein erstes eigenes Produktionswerk in Südamerika.

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Im brasilianischen Camaçari eröffneten Andreas Lapp, Camaçari Ademar, Bürgermeister von Delgado, James Correia, Minister für Handel und Bergbau, und Siegbert E. Lapp (v. li.) das erste Produktionswerk der Lapp Gruppe in Südamerika.
Im brasilianischen Camaçari eröffneten Andreas Lapp, Camaçari Ademar, Bürgermeister von Delgado, James Correia, Minister für Handel und Bergbau, und Siegbert E. Lapp (v. li.) das erste Produktionswerk der Lapp Gruppe in Südamerika.
(Lapp)

Die Investition in ein eigenes Werk in Südamerika hat für die Lapp Gruppe große strategische Bedeutung. Standort ist die boomende Industrieregion von Camaçari im Bundesstaat Bahia (Brasilien), dem größten Industriepark Südamerikas. Mit knapp 200 Mio. Einwohnern ist Brasilien die größte Wirtschaftsmacht Lateinamerikas und damit ein sehr wichtiger Markt für die Lapp Gruppe. „Dank unseres neuen Produktionswerks sind wir näher bei unseren Kunden und können sie noch schneller mit unseren Markenprodukten versorgen. Erste Großaufträge zeigen, dass wir damit die richtige Entscheidung getroffen haben“, teilte Siegbert E. Lapp, Vorstand der Lapp Holding, während der Eröffnungsfeier im Beisein der Familie Lapp und rund 200 Festgästen mit.

40 Mio. Euro Umsatz soll Brasilien bringen

Das neue Werk von Cabos Lapp Brasil umfasst eine Produktionsfläche von 6.200 Quadratmetern und soll demnächst auf insgesamt 10.000 Quadratmeter erweitert werden. Hinzu kommt ein Verwaltungsgebäude mit 750 Quadratmetern. Im neuen Produktionswerk sind aktuell rund 40 Mitarbeiter beschäftigt, bis zum Jahresende wird die Zahl noch verdoppelt. Mittelfristig wird die Zahl der Arbeitsplätze auf 180 aufgestockt werden. Die Investitionssumme liegt bei18 Mio. Euro. In Osasco bei Sao Paulo befindet sich außerdem seit über zehn Jahren ein Vertriebsstandort mit heute 41 Mitarbeitern.

Durch das neue Werk ist Lapp nun in der Lage, maßgeschneiderte Produkte für den südamerikanischen Markt anzubieten, die heute noch nicht im Sortiment sind. Zudem macht sich das Unternehmen von Schwankungen der Wechselkurse unabhängig und umgeht hohe Einfuhrzölle. Die Produktion wurde bereits Anfang dieses Jahres aufgenommen. Hergestellt werden dort vor allem Ölflex Anschluss- und Steuerleitungen sowie einfachere Kabel und Leitungen – vor allem für Maschinenbauunternehmen, Anlagenbauer, den Bergbau und die Petrochemie. Das Unternehmen erfüllt modernste Anforderungen an das Qualitätsmanagement und ist nach DIN ISO 9001 zertifiziert. Auch die aktuellsten lokalen Zulassungsanforderungen wurden umgesetzt. Zum Start der Produktion rechnet Cabos Lapp Brasil mit einem jährlichen Umsatz von über 40 Mio. Euro. Langfristig soll in Brasilien auch für die Nachbarländer in Südamerika produziert werden.

Lapp investiert auch nach Osten

Auch in Polen wurde kräftig investiert. Bereits in diesem Frühjahr wurde in Biskupice Podgorne ein neues Vertriebs- und Logistikzentrum eröffnet. Das neue Firmengebäude von Lapp Kabel Polen befindet sich im Industriegebiet von Wroclaw, eine der größten Städte des Landes. In direkter Nachbarschaft haben sich auch Weltfirmen wie Philips oder Linde angesiedelt. Im elf Meter hohen Gebäude befinden sich ein 4.300 Quadratmeter großes Lager für mehr als 2.000 Kabeltrommeln, vier moderne Schneidemaschinen, eine Verpackungslinie sowie Büros auf 1.500 Quadratmetern. Die Lapp Gruppe ist seit 14 Jahren mit einer eigenen Gesellschaft in Polen aktiv. Mit dem Neubau trägt das Unternehmen der wachsenden Nachfrage am polnischen Markt Rechnung. Insgesamt wurden in den Neubau 4,1 Mio. Euro investiert.

In Russland wurde vor kurzem der Grundstein für ein neues Vertriebs- und Logistikzentrum in Samara gelegt. Das neue Gebäude soll im Herbst nächsten Jahres fertig sein und umfasst rund 1.000 Quadratmeter Bürofläche und 3.500 Quadratmeter Lager. Bisher waren Lager und Büro räumlich getrennt. Mit dem neuen Vertriebszentrum können in Zukunft die Kunden besser betreut werden. Zudem entstehen ausreichende Kapazitäten, um neue Branchen wie Metallverarbeitungsindustrie, Food & Beverage sowie den Bereich der Konfektionierung weiter auszubauen. Insgesamt werden in den neuen Standort rund fünf Mio. Euro investiert.

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