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Hella Kamerasteuerung revolutioniert Autoscheinwerfer

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Lichttechnische Fahrerassistenzsysteme der nächsten Generation erkennen Fußgänger und Objekte und ermöglichen blendfreies Fahren mit Fernlicht. Hella hat der Öffentlichkeit nun erste Prototypen vorgestellt. Mit der Markteinführung ist im Jahr 2009 zu rechnen.

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Blendfreies Fernlicht:Tauchen im Verkehrsraum blendungsgefährdete Verkehrsteilnehmer auf, werden aus der Fernlichtverteilung automatisch diejenigen Anteile ausgeblendet, die andere stören könnten
Blendfreies Fernlicht:Tauchen im Verkehrsraum blendungsgefährdete Verkehrsteilnehmer auf, werden aus der Fernlichtverteilung automatisch diejenigen Anteile ausgeblendet, die andere stören könnten
( Archiv: Vogel Business Media )

Bereits in Serie ist das Advanced Frontlighting System (AFS) auf Basis des VarioX-Scheinwerfermoduls von Hella, das den Verkehrsraum vor allem straßen-, geschwindigkeits- und wetterabhängig ausleuchtet. Darüber hinaus werden lichttechnische Fahrerassistenzsysteme der Zukunft ihre Lichtverteilung aber auch an die jeweiligen Verkehrssituation anpassen. Sie basieren auf dem Zusammenspiel bildgebender Sensoren, leistungsfähiger Software zur Bildverarbeitung und modernster Lichttechnik.

Blendfreies Fernlicht

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Das erste per Bilddaten gesteuerte lichttechnische Fahrerassistenzsystem wird die adaptive Hell-Dunkel-Grenze (aHDG) sein. Das System stellt die Reichweite der AFS-Scheinwerfer automatisch stets so ein, dass eine optimale und damit möglichst weitreichende Sicht für den Fahrer gegeben ist. Dies wird durch eine Anpassung (Adaption) der Scheinwerferreichweite an vorausfahrende oder entgegenkommende Kraftfahrzeuge erzielt. Dadurch endet das Abblendlicht nicht wie heute üblich bei etwa 65 m auf der Gegenfahrbahn, sondern kann im Extremfall auf einige hundert Meter erhöht werden. Neben der maximal möglichen Sichtweite für den Fahrer ist gleichzeitig eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen, da der Scheinwerferkegel stets an deren Fahrzeugen endet. Wenn das Bildverarbeitungssystem keine Verkehrsteilnehmer detektiert, kann das System dem Fahrer Licht bis hin zum Fernlichtniveau bereitstellen. Sobald die Kamera bis zu einer Entfernung von zirka 800 m andere Verkehrsteilnehmer erkennt, wird die Reichweite der Scheinwerfer innerhalb von Millisekunden entsprechend angepasst.

Licht markiert Gefahren

Im Gegensatz zum blendfreien Fernlicht verhält sich das markierende Licht als weitere Innovation auf dem Gebiet der lichtbasierten Fahrerassistenzsysteme genau umgekehrt: Basierend auf einer AFS-Lichtverteilung werden Personen und Gefahrenstellen gezielt angestrahlt. Der Fahrer erkennt sie nicht nur wesentlich früher, sondern nimmt sie bewusst wahr und kann sein Fahrverhalten entsprechend rechtzeitig anpassen. Diese zurzeit in der Entwicklung befindliche Innovation wird auf Basis von so genannten LED-Arrays realisiert.

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