Hannover Messe 2014 Keba gewinnt mit Roboterbediengerät den Robotics Award

Redakteur: Sariana Kunze

Keba geht 2014 beim Robotics Award als Sieger hervor. Mit dem Roboterbediengerät „KeTop T10 directMove“ sicherte sich das Unternehmen den ersten Platz. Fanuc Deutschland belegt den zweiten und Robert Bosch sowie Continental Reifen Deutschland gemeinsam mit preccon Robotics teilen sich den dritten Platz.

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Keba wird 2014 mit dem Robotics Award ausgezeichnet. Fanuc Deutschland belegt den zweiten Platz und Robert Bosch sowie Continental Reifen Deutschland mit preccon Robotics teilen sich den dritten Platz.
Keba wird 2014 mit dem Robotics Award ausgezeichnet. Fanuc Deutschland belegt den zweiten Platz und Robert Bosch sowie Continental Reifen Deutschland mit preccon Robotics teilen sich den dritten Platz.
(Deutsche Messe)

„Die Qualität und die Zahl der Wettbewerbsbeiträge zeigen, dass die Robotik aus unserer Realität nicht mehr wegzudenken ist“, erklärte Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe. „Praxisrelevante Lösungen sind der Schlüssel, durch den das Team Mensch-Roboter sein ganzes Potenzial entfalten kann.“ Bereits bei der Auswahl der Nominierten wurde zusätzlich zu den bewährten Beurteilungskriterien darauf geachtet, ob es für die jeweilige Robotik-Lösung bereits eine Zulassung gibt.

1. Platz: Roboter neu verfahren und einrichten

Das „KeTop T10 directMove“ von Keba ist ein neuartiges Roboterbediengerät, um Roboter zu verfahren und einzurichten. Das Bediengerät wird in die gewünschte Verfahrrichtung gehalten, und mit einem Daumenjoystick wird eine entsprechende Verschiebung oder Rotation des Roboterwerkzeugs ausgelöst. Das neuartige kompakte und intuitive Einhandbediengerät ermöglicht es dem Bediener, sich ganz auf den Roboter zu konzentrieren. Mit integriertem Zustimmtaster und Not-Halt sowie Ethernet-Schnittstelle fügt sich das Gerät nahtlos in die herkömmliche Systemlandschaft ein.

2. Platz: Griff in die Kiste

Bei der Bin-Picking-Zelle von Fanuc Deutschland handelt es sich um eine Roboteranwendung zum Beladen von Werkzeugmaschinen aus Behältern mit Schüttgut, bei dem Robotik und Bildverarbeitung gemeinsam die Taktzeiten beim „Griff in die Kiste“ reduzieren. In kurzer Zeit erkennt der erste Roboter mittels eines „3D Area-Vision-Sensors“ ein Teil im Schüttgutbehälter, greift und lädt diesen Pleuel in die erste Bearbeitungsmaschine. Ein zweiter Roboter lädt den Pleuel in die nächste Bearbeitungsmaschine um. Nach der Bearbeitung wird mittels Kraftsensor und Lehre die Pleuelaugengröße analysiert.

3. Platz: Mensch-Maschine-Interaktion

Die „eine Hälfte von Platz 3“ geht an Robert Bosch und ihren automatischen Produktionsassistenten APAS. Es ist das erste und bisher einzige durch die deutsche Berufsgenossenschaft (BG) zugelassene Industrieroboter-System, das aufgrund seiner kapazitiven Sensorhaut die direkte Zusammenarbeit mit dem Menschen ohne zusätzliche Schutzvorrichtung erlaubt. Hierzu ist der Roboter mit einem redundanten System zur Annäherungserkennung (Sensorhaut) ausgestattet, welches den Roboter bei Annäherung kollisionsfrei stoppt. Die Programmierung ist durch eine intuitive Bedienung mit grafischer Benutzeroberfläche schnell erlernbar und umsetzbar.

3. Platz: robotergestützte Prototypenreifenproduktion

Die „andere Hälfte von Platz 3“ geht an das Gemeinschaftsprojekt von Continental Reifen Deutschland und preccon Robotics mit ihrer robotergestützten Prototypenreifenproduktion aus Glattreifen. Sie beinhaltet die Arbeitsschritte Profile schnitzen, Löcher zur Aufnahme von Spikes bohren und Markierungen aufbringen. Der eingesetzte Industrieroboter agiert sowohl als Messgerät für den zu bearbeitenden Reifen (Messlaser) sowie die Werkzeuge (bildverarbeitungsgestützte Vermessung der Klingen) und auch als Bearbeitungswerkzeug selber. Die Erreichung der hohen Genauigkeitsansprüche gewährleistet ein maßgeschneidertes Offline-Programmiersystem OLP, das die Kalibrierung des Roboters, die Vermessung der eingesetzten Mess- und Bearbeitungswerkzeuge, das Einmessen der Werkstücke sowie eine komplette Simulation aller Arbeitsschritte ermöglicht.

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