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Security

Keine Chance den Space Invaders

| Autor: Ines Stotz

In der Produktionswelt von morgen werden immer mehr Komponenten ans Internet angebunden und miteinander vernetzt. Der Nachteil: sie werden angreifbar. Vielen Unternehmen fehlt heute noch das Wissen, damit umzugehen. Hilfe versprechen Fraunhofer-Forscher, die mit einem IT-Sicherheitslabor eine Testumgebung bieten, um Attacken auf diese Netze zu simulieren und Lücken aufzuspüren.

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Keine Chance für Space Invaders: Produktionsnetze sollen zukünftig vor unerwünschten Attacken abgesichert werden – mit Hilfe des IT-Sicherheitslabors des Fraunhofer IOSB.
Keine Chance für Space Invaders: Produktionsnetze sollen zukünftig vor unerwünschten Attacken abgesichert werden – mit Hilfe des IT-Sicherheitslabors des Fraunhofer IOSB.
(Bild: Fraunhofer IOSB )

Das Schadprogramm wurde gerade noch rechtzeitig entdeckt und eliminiert. Olaf H. fällt ein Stein vom Herzen. Jetzt ist er unterwegs nach Karlsruhe. Er will dort ein Sicherheitslabor nutzen, um die Netze und Komponenten seines Unternehmens zu überprüfen zu lassen. Außerdem hat sich der Ingenieur für eine Schulung angemeldet, denn sein Wissen über die möglichen Bedrohungen ist angesichts der digitalen Entwicklungen zu lückenhaft.

Für standortübergreifende Wertschöpfungsketten in der Industrie 4.0 sind Maschinen, Roboter, Systemkomponenten, Minicomputer in Bauteilen und Sensoren miteinander vernetzt. Sie tauschen Daten aus, fragen den Zustand von Maschinen und Komponenten ab, berechnen die optimale Abfolge von Arbeitsgängen, planen die Maschinenbelegungen und vieles mehr. Doch mit dem Einzug der Kommunikation über Internet-Technologien in die Fabriken steigt das Sicherheitsrisiko.

Neben bekannten Viren bedrohen neue, maßgeschneiderte Schadprogramme die vernetzten Produktionsanlagen. Sie können Anlagenparameter ausspionieren, Maschinen fremdsteuern, Steuerungen manipulieren oder Prozesse lahmlegen. Industrie-4.0-Netze benötigen daher besondere Schutzmaßnahmen, ausgefeilte Netztechnik und effektive Prüfmethoden, die Sicherheitslücken aufdecken und zuverlässig schließen.

Neue Abwehrstrategien entwickeln

Mit einem speziell für Produktions- und Automatisierungstechnik ausgestatteten IT-Sicherheitslabor bietet das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe eine gesicherte Testumgebung, um potentielle Angriffe auf Produktionsnetze nachzustellen, die Auswirkungen zu untersuchen und so neue Strategien und geeignete Abwehrmaßnahmen abzuleiten. Es ermöglicht den Forschern auch, die Sicherheitsfunktionen der gängigen Kommunikationsstandards und -protokolle für industrielle Automatisierungssysteme zu bewerten. Diese regelt unter anderem die Datenverschlüsselung gegen Produktpiraterie, Spionage und Sabotage.

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Über den Autor

Ines Stotz

Ines Stotz

Ist Chefredakteurin print/online bei elektrotechnik., elektrotechnik