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ZVEI-Fachverband Automation

Keine Euphorie trotz Wachstum

| Redakteur: Sariana Kunze

Anlässlich der SPS IPC Drives 2015 informierten Jürgen Amedick, Roland Bent und Gunther Koschnick zur Pressekonferenz des ZVEI über den aktuellen Stand der Automation.Die deutschen Unternehmen erwarten bis Jahresende 2015 ein leichtes Wachstum von insgesamt drei bis vier Prozent, so der Fachverband. Doch trotz der guten Nachrichten für die Branche lässt der Verband keine Euphorie aufkommen.

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Der ZVEI gibt die aktuellen Zahlen und Entwicklungen der Automation auf der SPS IPC Drives 2015 in Nürnberg bekannt: v.l. Jürgen Amedick, Vorsitzender des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI-Fachverband Automation und Leiter Vertrieb Process Industries and Drives bei Siemens, Roland Bent, Vorstandsmitglied ZVEI-Fachverband Automation und Geschäftsführer bei Phoenix Contact, sowie Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation.
Der ZVEI gibt die aktuellen Zahlen und Entwicklungen der Automation auf der SPS IPC Drives 2015 in Nürnberg bekannt: v.l. Jürgen Amedick, Vorsitzender des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI-Fachverband Automation und Leiter Vertrieb Process Industries and Drives bei Siemens, Roland Bent, Vorstandsmitglied ZVEI-Fachverband Automation und Geschäftsführer bei Phoenix Contact, sowie Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation.
(Bild: Kunze/elektrotechnik )

„Wie bereits vor einem Jahr fällt mein Fazit gemischt aus: Die Nachrichten aus unserer Branche sind gut. Sie stehen aber noch immer Meldungen über die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland und der Welt gegenüber, die uns diffus in die Zukunft blicken lassen. Heute können wir, genau wie vor einem Jahr, nicht alle Unwägbarkeiten vorhersehen“, erklärt Roland Bent, Vorstandsmitglied ZVEI-Fachverband Automation und Geschäftsführer von Phoenix Contact, die Marktsituation. Unsicherheiten gingen von dem osteuropäischen und dem arabischen Raum aus. „Dennoch: Die Automatisierung ist im Jahr 2015 bisher leicht gewachsen, die Beschäftigung bis Ende September um 2,8 Prozent gestiegen. Bis Jahresende erwarten wir ein Umsatzwachstum von insgesamt drei bis vier Prozent. Die Zeiten von Rekordzuwächsen sind allerdings vorüber. Die Automatisierung erwartet für das kommende Jahr ein geringeres Wachstum als 2015“, fährt Bent fort.

Laut dem Fachverband Automation kommt die Branche in Deutschland in den ersten neun Monaten 2015 auf einen Umsatz von 36,2 Mrd. Euro; das entspricht einem Wachstum von 5,2 Prozent. Der Auftragseingang ist um 7,8 Prozent gewachsen. Ende September 2015 hatte die Branche etwas mehr als 262.000 Beschäftigte.

Jürgen Amedick, Vorsitzender des Fachverbands elektrische Antriebe, bestätigt diese Prognose auch für den Bereich der elektrischen Antriebe: „Bis Jahresende erwarten wir in etwa 1,5 Prozent mehr Umsatzwachstum als im Vorjahr. Auch im kommenden Jahr sollte ein geringes positives Wachstum drin sein.“ Auch Amedick gibt im Zusammenhang mit der Prognose folgende Risiken zu bedenken: Die schwächere chinesische Konjunktur und die Abwertung der chinesischen Währungen beeinflussen den deutschen Export. Denn China sei auch im Jahr 2015 der zweitgrößte Exportmarkt für die deutsche Antriebstechnik. Aber auch die andauernde Zurückhaltung bei den Investitionen in die rohstoffnahen Branchen, wie beispielsweise in den Öl- und Gasmarkt oder die Metall- und Hüttenindustrie sorge für Unsicherheit. Laut Amedick könnte auch VW die Branche beeinflussen: „Der VW-Skandal vor wenigen Wochen ist immer noch Thema. Spannend ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob die klassische Automobilindustrie nicht ihren Zenit überschritten hat und wie wir als Fabrikausrüster dies zu spüren bekommen. Allerdings könnte der Diesel-Skandal auch Chancen für Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb bieten.“

SPS IPC Drives: Energieeffizienz im Antriebssystem und Industrie 4.0 im Fokus

„Nach wie vor ist das Thema Energieeffizienz im Antriebssystem ein Dauerbrenner auf der SPS IPC Drives“, so Amedick. Positiv sei die Einführung der neuen Norm EN 50598, die es erstmals ermöglicht, das gesamte Antriebssystem energetisch zu bewerten. „Um Fair Play zu garantieren, braucht es aber nicht nur Normen und Gesetze, sondern auch eine solide Marktüberwachung – hier kann die Politik noch stärker unterstützen“, sagt Amedick.

Neben Energieeffizienz im Antriebssystem spielt Industrie 4.0 eine zentrale Rolle auf der Messe. „Nur gemeinsam meistern wir Industrie 4.0“, so Bent. Grundlegend dafür sei die gemeinsame Arbeit von etwa einhundert Vertretern aus Unternehmen und Institutionen im ZVEI und der Austausch mit den Akteuren in der Plattform Industrie 4.0. Wichtig sei es, über Anwendungsszenarien und Use Cases in die Umsetzung zu kommen. „Der ZVEI hat dafür anwendungsorientierte Use Cases gemeinsam mit drei Anwenderbranchen erarbeitet. Dieses Know-how fließt dann durch die ZVEI-Mitgliedsunternehmen, die in der Plattform Industrie 4.0 mitarbeiten, in die jeweiligen Arbeitskreise der Plattform ein“, berichtet Bent.

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