Suchen

Antriebstechnik

Keine Währungskrise: Neue Motoren und Wachstum beflügeln Maxon Motor

| Redakteur: Sariana Kunze

Die Maxon Motor Gruppe fühlt sich von der Währungskrise nicht beeinträchtigt. Das Schweizer Unternehmen konnte in 2015 ein Umsatzplus von mehr als 6 Prozent erzielen (CHF 402,5 Mio., Vorjahr: CHF 378,6 Mio.). Neue Motoren und ein starkes Wachstum in den USA und Asien sollen zu diesem Ergebnis begetragen haben.

Firmen zum Thema

V.l. Dr. Karl-Walter Braun, Mehrheitsaktionär von Maxon Motor und Eugen Elmiger, CEO von Maxon Motor.
V.l. Dr. Karl-Walter Braun, Mehrheitsaktionär von Maxon Motor und Eugen Elmiger, CEO von Maxon Motor.
(Bild: Maxon Motor)

Maxon Motor konnte das Geschäftsjahr 2015 mit einem guten Umsatzplus abschließen. Der Cashflow bewegte sich mit CHF 39,3 Mio. über dem Vorjahr (CHF 36,9 Mio.). Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich um rund drei Prozent auf 2.238 (Vorjahr: 2.173). Das stärkste Marktsegment war nach wie vor die Medizinaltechnik, gefolgt von der Industrieautomation und Robotik sowie der Luft- und Raumfahrt. In Nordamerika und in Asien legte Maxon stark zu, so das Unternehmen, während der Umsatz in Europa leicht zurückging. Der Heimmarkt Schweiz verzeichnete aufgrund des "Frankenschocks" einen Umsatzrückgang von rund sechs Prozent. Im vergangenen Jahr brachte Maxon eine Vielzahl neuer Motoren, Steuerungen und Encoder sowie Getriebe auf den Markt und setzte den Fokus vermehrt auf komplexe Systemlösungen. Die Maxon-Produkte kommen in der Chirurgie, in humanoiden Robotern oder im neuen Marsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation zum Einsatz. Laut Maxon, blicke man wegen weiteren Produktvorstellungen und attraktiven Projekten zuversichtlich in die Zukunft.

Der Start ins Geschäftsjahr 2015 war wegen der Währungskrise alles andere als einfach. „Alle unsere Produktions- und Investitionspläne sowie Budgets waren auf einen Schlag nur noch Makulatur“, sagte Karl-Walter Braun, Hauptaktionär der Maxon Motor Gruppe, an der Medienkonferenz. Doch Maxon handelte umgehend und schnürte ein umfassendes Maßnahmenpaket, das u.a. eine raschere Produktionsverlagerung nach Ungarn und Südkorea vorsah. Aufgrund der guten Auftragslage konnte Maxon die ausgelieferte Motorenstückzahl im letzten Jahr um rund sechs Prozent steigern.

Medizintechnik sticht als Hauptabsatzmarkt heraus

Den größten Umsatzanteil erreichte die Medizintechnik mit gut 43 Prozent, gefolgt von der Industrieautomation und Robotik (26%) sowie der Mess- und Prüftechnik (8%). Einen Sprung nach vorne machte der neu geschaffene Bereich Luft- und Raumfahrt. „Unser hoch spezialisiertes Team löst komplexe Aufgaben für anspruchsvolle Kunden, die Wert auf höchste Sicherheit bei den Antrieben legen“, so Karl-Walter Braun.

Der Umsatz in Europa, für Maxon nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt, ging im Gegensatz zum Vorjahr leicht zurück auf CHF 217,6 Mio. Grund dafür waren der schwache Euro sowie die gewährten Währungsrabatte. Positiver entwickelten sich die Umsätze in Asien, wo die Verkäufe um rund 20 Prozent auf die neue Rekordmarke von CHF 71,2 Mio. stiegen. Selbst in Japan, einem traditionell schwierigen Markt, erhöhte sich der Umsatz um mehr als 5 Prozent. In Amerika verbuchte Maxon eine Steigerung des Umsatzes auf CHF 112 Mio.

Auch bei Maxon schwächelt Europa

„Unsere globale Aufstellung hilft uns, Risiken in einzelnen Ländern und Märkten auszugleichen“, sagte Karl-Walter Braun. „Mit unserem Angebot CTO (Configure to Order und E-Shop) geben wir Verkäufern und Kunden ein Instrument in die Hand, mit dem sie überall auf der Welt die für ihre Bedürfnisse am besten geeignete Antriebslösung am Computer konfigurieren und bestellen können.“ Maxon Motor setzt auch verstärkt auf die intelligente Vernetzung seiner Produktionsanlagen (Industrie 4.0) in der Schweiz, Deutschland, Ungarn, Frankreich, Holland und Korea, um sich einen überlebenswichtigen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Laut Eugen Elmiger, CEO der Maxon Motor Gruppe, werden auch technischer Service, Beratung und Schulung der Kunden auf der ganzen Welt durch die Vertriebsgesellschaften immer wichtiger.

In den vergangenen zwei Jahren arbeitete Maxon an vielen interdisziplinären Kundenprojekten und an komplexen Systemlösungen, die neben Antrieben auch applikationsnahe Software-Entwicklungen benötigten. Das Obwaldner Unternehmen wird zunehmend zum Mechatronik- und Robotik-Spezialisten. „Hochinteressant ist diesbezüglich das ExoMars-Projekt der European Space Agency (ESA), die im Jahr 2020 eine Marslandung plant“, sagte Eugen Elmiger. „Dies sind extreme Herausforderungen für die Entwicklung.“ Maxon brachte neue Produkte auf den Markt: etwa die online-konfigurierbaren Antriebe der X Drives-Serie, darunter die ECX-Speed-Motoren, die bis zu 120.000 Umdrehungen pro Minute erreichen. Hinzu kamen starke High Torque-Motoren, ein nur 4 mm kleiner Antrieb sowie komplexe Steuerungen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44129948)