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Federkontakte Keinen Strom – nur Kraft übertragen

Redakteur: Kristin Rinortner

Problematisch bei Federkontakten sind die Kontaktzuverlässigkeit und Lebensdauer. Das ist jetzt passé. In einer hyperboloiden Kontaktbuchse wird die Feder lediglich dazu benutzt, um die Normalkraft zu erzeugen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Im traditionellen Federkontakt wird der Strom durch das Federelement geführt. Hierbei muss der Werkstoff den Erfordernissen der Federkraft und der Stromübertragung entsprechen, was für beide technischen Eigenschaften einen Kompromiss erfordert. Wird der Strom nicht über das Federelement übertragen, lassen sich die Materialeigenschaften für das Federelement und den elektrischen Kontaktbereich getrennt von einander optimieren.

Bei herkömmlichen Kontakten, in denen das Signal über die Feder geführt wird, beeinflusst die Wendelung (die wie eine Induktivität wirkt) im hochfrequenten Bereich die Signale.

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Hyperboloide Kontakttechnologie

Die Besonderheit der HyperSpring-Kontakte besteht darin, Federkontakte mit der hyperboloiden Kontakttechnologie zu kombinieren. Die hyperboloiden Kontakte, die sich zwischen Hülse (barrel) und Stößel (plunger) eines gewöhnlichen Federkontakts befinden, zeichnen sich speziell unter rauen Umgebungsbedingungen durch eine hohe Anzahl Kontaktzyklen, sehr geringen Kontaktverschleiß, unterbrechungsfreie Kontaktierung auch bei hohen Schock- und Vibrationsbelastungen sowie einem gleich bleibend niedrigen Kontaktübergangswiderstand über die gesamte Lebensdauer aus.

Bei diesem Kontaktprinzip legen sich die Kontaktfedern der Hülse spiralförmig um den Kontaktstift und gewährleisten eine nahezu unendliche Zahl von Kontaktpunkten. Hohe Stromtragfähigkeit sowie Unempfindlichkeit gegen Reibkorrosion wirken sich positiv auf die Lebensdauer wie Zuverlässigkeit aus.

Bei diesen Kontakten wird die Feder nicht zum Übertragen von Strömen verwendet. Somit vereint HyperSpring die Vorteile der herkömmlichen Federkontakte mit denen des hyperboloiden Kontakts. Das Ergebnis sind höhere Stromtragfähigkeit bei gleichen Abmessungen und eine wesentlich höhere Lebensdauer.

Einsatzgebiete von Medizintechnik bis Automotive

Das Einsatzgebiet der Kontakte sind Verbindungssysteme von Leiterplattenstapeln, Testsysteme für elektronische Flachbaugruppen und Kontaktierung von Testköpfen. Anwendungen sind ebenfalls im automotiven und industriellen Testbereich möglich. Ein Beispiel ist die Kontaktierung in der Endkontrolle von Motorelektroniken, die vor der Endmontage zum Schutz der Kontaktoberflächen nicht durch einen Steckverbinder kontaktiert werden dürfen. HyperSpring-Kontakte als Zwischenadapter zum Schnellwechsel von verschleißenden Kontaktierungsadaptern ersparen Ausfallzeiten in der Produktion durch langwierige Demontagen.

Für den elektromedizinischen Bereich gibt es ein 408poliges Verbindungssystem mit HyperSpring-Federkontakten für hochauflösende Ultraschallgeräte. Durch die Federkontakte ist ein direkter Kontakt zur Leiterplatte möglich. Hier werden zwei hyperboloide Buchsen in eine Hülse eingesetzt. Damit entsteht ein System mit zwei Federelementen zur beidseitigen federnden Konaktierung. Ein Steckverbinder aus Stecker udn Buchse ist nicht notwendig. Dies erhöht die Zuverlässigkeit des Systems, da zusätzliche Übergänge wie z. B. die ansonsten erforderlichen Löt- und Crimpverbindungen zum eigentlichen Stift-Buchsen Kontaktsystem wegfallen.

Die Kontakte werden ebenfalls in avionischen Ausrüstungen eingesetzt: 7-, 13- und 19-polige Rundsteckverbinder sowie ein 12- und 21-poliger Recktecksteckverbinder, beide in der Schutzart IP 67.

Die Federkontakte stellt Hypertac in eigenen Werkanlagen her. Bestücken lässt sich eine breite Palette von Steckverbindungen. Die Außendurchmesser liegen bei 1,36 mm bei einem Rastermaßvon 1,905 mm. Derzeit werden die Kontakte für sehr hohe Packungsdichten getestet.

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