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Keramischer Trafo lässt Netzteil verschwinden

| Redakteur: Sariana Kunze

Siemens-Wissenschaftler haben neuartige Keramiken entwickelt, in die sie Transformatoren einbetten können.
Siemens-Wissenschaftler haben neuartige Keramiken entwickelt, in die sie Transformatoren einbetten können. (Siemens)

Siemens-Wissenschaftler haben neuartige Keramiken entwickelt, in die sie Transformatoren einbetten können. Damit lassen sich Trafos für Netzteile auf ein Fünftel ihrer Baugröße verkleinern, sodass etwa bei Leuchtdioden die normalerweise separaten Schaltnetzteile in den Kühlkörper der Baugruppe integriert werden können.

Diese Technologie entwickelten die Forscher mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft im Verbundprojekt „Ansteuerung von LEDs durch LTCC-Ferrit-Module“ (ALFerMo). Komponenten zur Steuerung und Automatisierung in Industrie, Gebäude- und Verkehrstechnik sowie auch Leuchtdioden (LED) benötigen so genannte Treiberschaltungen, durch die sie angesteuert und mit Strom versorgt werden. Der Platzbedarf dieser Baugruppen verhindert aber häufig einen leichten und übersichtlichen Systemaufbau. Ließen sich solche Schaltungen verkleinern, könnten sie mit der „Vor-Ort-Integration“ in das Gerät eingebettet werden. Ein Problem bei der Miniaturisierung sind Transformatoren mit ihrem magnetischen Ferritkern und metallischen Wicklungen. Sie bestimmen maßgeblich die Größe der Baugruppe. Das ALFerMo-Konsortium hat am Beispiel einer lichtstarken Leuchtdioden-Anordnung mit 16 Osram-Leuchtdioden Typ Oslon demonstriert, wie ein Schaltnetzteil in Aussparungen des Kühlkörpers montiert werden kann.

Mit 2 Tricks den Transformator miniaturisieren

Mit zwei Tricks haben die Experten der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology einen Transformator miniaturisiert. Sie vervierfachten die Schaltfrequenz und machten sich dabei den Effekt zunutze, dass Transformatoren umso kleiner werden, je höher die Schaltfrequenz ist. Sie entwickelten zudem einen Schichtaufbau mit magnetischen Keramikfolien, bei dem der Ferritkern samt Wicklungen unkompliziert in eine keramische Leiterplatte integriert werden kann. Der Transformator konnte so auf ein Fünftel seiner ursprünglichen Größe verkleinert und die Treiberschaltung in den LEDKühlkörper von zehn Zentimetern Durchmesser und fünf Zentimetern Höhe montiert werden. Die LED-Baugruppe benötigt somit bei gleicher Helligkeit kein gesondertes Netzteil mehr. Dem Projekt ALFerMo gelang es, die Integration von Leiterplatten für künftige modulare, kompakte Leistungsbaugruppen zu erweitern. Solche intelligente Steuersysteme machen Gebäude sowie Energie- und Fertigungsanlagen wettbewerbsfähiger. Die Forscher untersuchen nun auch Anwendungen in den am weitesten verbreiteten Epoxid-Leiterplatten sowie außerhalb der Lichttechnik. ALFerMo ist Bestandteil des Förderschwerpunktes Leistungselektronik zur Energieeffizienz-Steigerung (LES) des Bundesforschungsministerium (BMBF) und wurde im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung bis Ende Mai 2013 mit 2,65 Mio. Euro gefördert.

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