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Wertschöpfungsprozesse Ketten flexibler verbinden

Redakteur: Reinhard Kluger

Wenn Industrie 4.0 gelingen soll, gilt es, alle industriellen Wertschöpfungsketten noch flexibler miteinander zu verbinden. Die Nutzung der Cloud ist dafür Voraussetzung.

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Kurt D. Bettenhausen ist Vorstand und Beirat der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik.
Kurt D. Bettenhausen ist Vorstand und Beirat der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik.
(VDI)

Wenn wir hier über Wertschöpfung sprechen, müssen wir uns vor Augen führen, dass „Industrie 4.0“ in verschiedenen Wertschöpfungsketten der industriellen Produktion eine Rolle spielt. Hierbei handelt es sich um die vier Wertschöpfungsketten

  • der Produkt- und Produkt-linienentwicklung,
  • der Verfahrens- und Anlagenentwicklung,
  • der Produktion und des After-Sales-Service sowie
  • des Anlagenbaus und des Anlagenbetriebs.

Heute kommen in diesen Wertschöpfungsketten unterschiedliche IT-Lösungen zum Einsatz: Automatisierungssysteme, MES-Systeme, Engineeringsysteme, Entwicklungssysteme, Instandhaltungssysteme etc. Die Herausforderung von „Industrie 4.0“ liegt u.a. darin, die Wertschöpfungsketten mithilfe einer durchgängigen IT-Unterstützung noch weiter zusammenzubringen und damit einen Effizienzgewinn zu erzielen. Das bedeutet, dass in der Softwarearchitektur Tools verwendet werden, die sich heute auf Grund ihrer Spezialisierungen und Aufgaben in ihrer Struktur, Semantik, ihren Ausführungskonzepten und auch nichtfunktionalen Eigenschaften stark unterscheiden. Wir benötigen daher eine Gesamt-Referenzarchitektur, die beschreibt, wie diese heterogenen Software-Konzepte in der Industrie 4.0 miteinander interagieren können. Diese Forderung stellt hohe Ansprüche an alle Beteiligten – sowohl technisch-wissenschaftlich wie auch an ihre Kooperationsfähigkeit.

Zugriffe in Echtzeit

Es kommt darauf an, eine Systemlandschaft zu schaffen, auf der Informationen leicht, direkt und sicher ausgetauscht werden können. Insbesondere muss sichergestellt werden, dass jeder Wertschöpfungsprozess auf andere Prozesse inklusive seiner Zustände und Ergebnisse einfach, direkt, online und in Echtzeit zugreifen kann. Das alles kann aber nicht beliebig vorausgeplant werden: Die „neue“ Systemlandschaft muss so flexibel gestaltet werden, dass sie neue Anforderungen an die bereitzustellenden Information genauso abbilden kann, wie – verglichen damit – relativ kurzfristige Änderungen der Anforderungen während der Bearbeitung von Aufträgen – oder wie wir gemeinhin sagen „at runtime“. Um dies zu erreichen, ist der breite Einsatz einer offenen und vernetzten IT-Infrastruktur – allgemein als Cloud bekannt – eine wesentliche Voraussetzung oder neudeutsch „enabling technology“. Dazu gehört eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur, die die Talente dort einbindet, wo sie arbeiten und wohnen. Viele hochspezialisierte Unternehmen und Individualpersonen leiden auch heute noch unter fehlender Bandbreite!

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