Schiffs-Automation

Kleinsteuerung ahoi

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Redundant ausgelegte Schiffsnetzwerke

Das Laufzeitsystem (eCLR) für die MTU-Hardware der Vorortsteuerung im Maschinenraum wird als Software-Komponente von der Phoenix Contact Software GmbH geliefert. Neben dem Antriebssystem umfassen große Schiffe weitere Systeme, die ebenfalls überwacht, gesteuert oder geregelt werden müssen. Häufig handelt es sich dabei um verteilte Lösungen auf Basis von klassischen SPS (Speicher programmierbaren Steuerungen), mit denen überall im Schiff Sensordaten aufgenommen und verarbeitet werden, um Aktoren zu bedienen, die an verschiedenen Orten verbaut sind. Dieses Umfeld wird Schiffsbereich genannt, der zum Beispiel Feuer- und Rauchmelder oder IP-Kamerasysteme beinhaltet.

Deshalb verwundert es nicht, dass moderne Schiffe eine entsprechende Netzwerk-Infrastruktur besitzen. Aus Gründen der Ausfallsicherheit sind Schiffsnetze entweder als zwei parallel verlegte Netzwerke oder als redundante Ringstruktur organisiert. MTU Friedrichshafen nutzt unter anderem Switches und Router von Phoenix Contact, sodass bei Störung einer Netzwerkleitung sofort reagiert und der Netzbetrieb ohne Unterbrechung aufrechterhalten werden kann.

Frei programmierbare Ethernet-Schnittstelle

Zusätzlich zu den Komponenten, die sich direkt in ein Netzwerk einbinden lassen, verfügen Schiffe über Feuermelder, Türkontakte, Pumpenantriebe und weitere Anwendungen, die nicht unmittelbar an das Netzwerk anschließbar sind. An dieser Stelle kommen die Kleinsteuerungen von Phoenix Contact ins Spiel. Das modular aufgebaute Inline-Installationssystem bietet die Möglichkeit, I/O-Stationen individuell gemäß den spezifischen Applikationsanforderungen zu konfigurieren.

Die elektrischen Signale der Sensoren werden dann durch die Inline-Steuerung vorverarbeitet und über das Netzwerk an die Leitebene übertragen. Das hört sich im ersten Moment einfach an, gestaltet sich jedoch umso komplizierter, wenn auf einem Schiff bis zu 20.000 solcher Messstellen und bis zu 25 Leitstände anzukoppeln sind. Die ILC 1x1 Anbindung an die Leitebene erfolgt über OPC-Technologie.

Zusätzlich zu den ein bis sechs Fahrständen kann im Maschinenraum eine Vor-Ort-Bedienung durchgeführt werden kann. Alle Fahrstände sowie die Vorort-Bedieneinheiten sind miteinander verbunden. Mit entsprechender Software ausgestattete Notebooks lassen sich über das Bordnetzwerk beispielsweise im Maschinenraum anschließen, um die Antriebsmaschine im manuellen Modus direkt zu steuern. Auf den festverbauten Leitständen und den mobilen Operator Stations werden dem Mitarbeiter die jeweiligen Bedienoberflächen je nach Bedienerrolle respektive Örtlichkeit angezeigt.

Robuste Anzeigegeräte mit maritimer Zulassung

Zur Realisierung eines Ingenieur-Alarm-Systems setzt MTU Friedrichshafen maritime Anzeigegeräte von Phoenix Contact ein, die speziell für die rauen Umweltbedingungen auf See und die salzhaltige Luft konzipiert sind.

Phoenix Contact zeigt sich also ebenfalls im Schiffbau als starker Partner bei der Umsetzung von Automatisierungsaufgaben. Von der Laufzeitumgebung als Software-Komponente über Steuerungen (SPS) mit entsprechenden I/O-Modulen und Switches/Router für die Schiffs-Infrastruktur bis zu maritimen Bediengeräten profitiert MTU Friedrichshafen somit vom umfassenden Know-how des Blomberger Automatisierungsspezialisten.

Hannover Messe: Halle 9, Stand F40

* Dipl.-Ing. Michael Gulsch, Produktmarketing PLC, Phoenix Contact Electronics, Bad Pyrmont

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