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Cobot Kollaborative Roboter ohne Programmieraufwand einsetzen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Ein kollaborativer Schweißroboter des Fraunhofer IEM soll bei Kleinserien unterstützen, die sich nicht vollautomatisieren lassen. Der Roboter ist sensorgesteuert und einfach zu bedienen.

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Ein Team aus Mensch und Roboter schafft kundenindividuelle, effiziente Schweißlösungen.
Ein Team aus Mensch und Roboter schafft kundenindividuelle, effiziente Schweißlösungen.
(Bild: Fraunhofer IEM)

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist es nicht einfach zu entscheiden, wann sich der Einsatz von Industrierobotern lohnt. Eine Vollautomation ist auch nicht immer gleich wirtschaftlich – gerade im Maschinen- und Sondermaschinenbau geht es oft um individuelle Kundenwünsche und Kleinserien. Der Aufwand, den Roboter für jede Aufgabe neu anpassen zu müssen, ist viel zu hoch, als dass sich eine Vollautomation lohnen würde. Eine Option ist deshalb die Teilautomation.

Das Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM) hat eine Lösung zur Teilautomation von Schweißprozessen entwickelt, die insbesondere für kleinere Stückzahlen geeignet ist. Ein kollaborativer, sensorgeführter Schweißroboter soll die Mitarbeiter unterstützen, die bisher rein manuell geschweißt haben. Programmierkenntnisse sollen dabei nicht nötig sein.

Einfach einzurichten und zu bedienen

Über ein Bedienpanel wählen Mitarbeiter am 3D-Modell des Werkstücks die zu bearbeitenden Flächen oder Kanten aus und konfigurieren den Schweißvorgang. Der sonst für jedes Werkstück nötige individuelle Programmieraufwand entfällt. Sensoren im intelligenten Werkzeugkopf erfassen die Konturen des Werkstücks, das System erkennt Abweichungen vom Konstruktionsmodell und gleicht diese während der Bearbeitung selbständig aus.

Der kollaborative Roboterarm wird von Mitarbeitern flexibel und ohne Programmierkenntnisse eingerichtet. Er nimmt ihnen schwere körperliche Arbeit ab, überlässt ihnen aber stets die Kontrolle über den Schweißprozess. „Teilautomatisierung bedeutet kundenindividuelles Schweißen, das für die Mitarbeiter komfortabel und für das Unternehmen effizient ist“, fasst Dr.-Ing. Christian Henke, Abteilungsleiter Scientific Automation am Fraunhofer IEM zusammen. Auf der Hannover Messe stellt das Fraunhofer IEM die Lösung als Beispiel für nutzenbringende Assistenzsysteme in der Produktion in Halle 17, Stand C24 vor.

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