Digitalisierung

Konsortium will Industrielles Internet der Zukunft entwickeln

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die effiziente Vernetzung von Komponenten, Anlagen und Assistenzsystemen in der Smart Factory bedarf eines intelligenten Netzwerkmanagements.
Die effiziente Vernetzung von Komponenten, Anlagen und Assistenzsystemen in der Smart Factory bedarf eines intelligenten Netzwerkmanagements. (Bild: DFKI / Uwe Voelkner / Fotoagentur FOX)

Das Projekt „Find“ will ein intelligentes Netzwerkmanagement entwickeln, um die Digitalisierung voranzutreiben. Die Netzwerksteuerung soll sich automatisch an Veränderungen anpassen können.

Für das Projekt „Find“ – Future Industrial Network Architecture – haben sich führende Vertreter aus Industrie und Wissenschaft zusammengetan, um die Grundlagen für die Zukunft des industriellen Internets zu erarbeiten, basierend auf Netzwerktechnologien aus den Bereichen Industrieautomatisierung, Internet und 5G-Mobilfunk. Das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) koordiniert das Projekt, weitere Teilnehmer sind Bosch, Festo, das Institut für industrielle Informationstechnik (Init) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo, das HMS Technology Center Ravensburg, Bosch Rexroth, RT-Solutions, Siemens, die TU Dresden und die Universität Passau.

Netzwerksteuerung soll sich automatisch anpassen

Das Projekt will eine Gesamtarchitektur für das Industrielle Internet entwickeln – insbesondere eine Netzwerksteuerung, die weitgehend automatisch die Anforderungen der industriellen Anwendungen auf die unterschiedlichen Ressourcen und Möglichkeiten der Vernetzung abbilden und überwachen kann. Manuelle Eingriffe bei der Konfiguration eines Netzwerkes sowie im laufenden Betrieb sollen damit auf ein Minimum reduziert werden. Zudem soll es möglich sein, automatisiert auch über verschiedene Vernetzungstechnologien hinweg definierte Dienstgüten auf einer Ende-zu-Ende-Basis zur Verfügung zu stellen.

Auf diese Weise sollen sich beispielsweise komplexe, verteilte Steuerungsarchitekturen flexibel und effizient realisieren lassen, wobei die zugrundeliegende Komplexität vom Anwendungsentwickler und Fabrikbetreiber weitestgehend abstrahiert wird. Ausfälle einzelner Ressourcen, beispielsweise einer Steuerungshardware, könnten dann automatisch kompensiert werden, um Stillstandzeiten zu reduzieren und somit die Produktion effektiver zu machen. Neben aktuell in der Entwicklung befindlichen und zukünftigen Systemen wie Time-Sensitive Networking (TSN) oder 5G sollen auch die schon vorhandenen industriellen Kommunikationstechnologien und -geräte einfach eingebunden werden können.

Spezielle Sicherheitskonzepte sollen System schützen

Der zunehmende Vernetzungsgrad wird generell auch die Anforderungen von Vernetzungslösungen an die Angriffssicherheit der entwickelten Systeme deutlich erhöhen. Entsprechend wird „Find“ diesem Thema besondere Aufmerksamkeit widmen und in der Entwurfsphase spezielle Sicherheitskonzepte entwickeln und integrieren. Eine weitere Anforderung soll die Nutzerfreundlichkeit sein, denn neue Vernetzungstechnologien werden nur dann Akzeptanz finden, wenn sie ohne spezialisierte Netzwerkexperten eingesetzt werden können. Eine automatische Konfiguration, Optimierung und Überwachung der Konnektivität soll daher Teil des Projekts sein.

„Find“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 4,3 Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert.

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