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Kunstoff-Energiekette Konstruiert für raue Umgebungen

| Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Der Eisenbahntechnik-Zulieferer „Corus Rail“, Workington (England), hat in seinem Stahlwerk aus Wartungs- und Wirtschaftlichkeitsgründen an Innen- und Außenkranen die vorhandenen, im Wind frei „hängenden“ Festoonings durch Energieketten von igus ersetzt. Das komplett konfektionierte e Energieführungssystem wurde speziell für dynamische Anwendungen in rauer, korrosiver Umgebung konstruiert.

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( Archiv: Vogel Business Media )

igus UK wurde von Corus beauftragt, an siebzehn Außen-Portalkranen sowie an neun Innen-Magnetkranen robuste Energieketten-Systeme zu installieren. Der Stahl ist dort extremer Hitze ausgesetzt, er wird von Corus zu Schienen geformt. Die Außenkrane müssen, in Küstennähe, starkem Wind, Salzwasserspritzern, Sandkörnern und oftmals strömendem britischen Regen trotzen. Auch die Innenkräne arbeiten unter wechselnden Feuchtigkeitseinflüssen bei gleichzeitig sehr hohen Temperaturen.

Erste igus-Energiekettensysteme wurden bereits vor neun Jahren in dem englischen Stahlwerk installiert. Ein Demag-Kran für lange Verfahrwege wurde vor acht Jahren umgebaut sowie die Katzfahrt an weiteren Demag-Außenkranen vor vier Jahren. Noch immer sind die verschleißfesten Energieketten in Betrieb.

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Stillstandszeiten aufgrund von Wartung, so Corus Rail, waren nie erforderlich. Bei den Festoonings hingegen berichten die Engländer von oft wartungsbedürftigen Bauteilen (Korrosion, allgemeine Abnutzung), die überdies schwer erreichbar waren. Inspektionen und notwendige Reparaturarbeiten waren nur durch den Aufbau eines Gerüsts oder Hebebühnen möglich.

Bei der Energieketten-Lösung dagegen sind jetzt regelmäßige Sichtkontrollen ausreichend, so Corus, um sicherzustellen, dass die Kette nicht beschädigt worden ist und die Leitungen nach wie vor korrekt zugentlastet sind.

Energiekette „E4/4 HD“ für hohe Lasten

Die neuen Krane sind mit der jüngst weiter verbesserten Energiekette „E4/4 HD“ von igus ausgerüstet. Bei den Bolzen-Bohrung-Verbindungen dieser Kette wurden die tragenden Flächen um 120 % erhöht. Die Durchmesser der Bolzen wurden von 40 auf 45 mm vergrößert, die Länge von vier auf acht Millimeter verdoppelt. Durch die wesentlich vergrößerten Verschleißflächen sind Festigkeit und Lebensdauer der Energiekette weiter gestiegen.

Das prädestiniert die „E4/4 HD“ für hohe Lasten in schmutzigen Umgebungen (Stahl-, Zement-, Kompostwerke, Häfen, Offshore-Anlagen u.a.) auf langen Verfahrwegen bei hohen Geschwindigkeiten. Auch wurde die Seitenwandstärke von 22 auf 29,5 mm erhöht. Bei unveränderter Innenhöhe (80 mm) und Außenhöhe (108 mm) läuft die Energiekette auch bei hohen Zusatzlasten ruhig und stabil.

Leitungen: dynamisch bei extremer Umweltbelastung

Befüllt sind die Energieführungen mit einem für Außenanwendungen abgestimmten „Chainflex“-Leitungspaket. Dieses besteht aus „CF310“-Motorleitungen, „CF9“- und „CF10“-Steuerleitungen und „CFLG“-LWL-Leitungen, welche bereits auf hunderten von RTG-Kranen erfolgreich im Einsatz sind.

Durch die Verwendung von hoch abriebfesten TPE-Mänteln sind die Leitungen prädestiniert für raue Umgebungen, wie hier im englischen Stahlwerk. Sie sind UV-beständig, einsetzbar bei hohen Temperaturen zwischen –35 °C und +100 °C, und weisen eine sehr hohe Medienbeständigkeit gegen Kühl- und Schmierstoffe bis hin zu Bioölen auf. Insbesondere die 90 %-ige optische Bedeckung der geschirmten Leitungen mit einem, speziell auf dynamische Bewegungen in Energieketten, abgestimmten Flechtwinkel erhöhen dabei die Forderung nach hoher EMV Sicherheit.

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